Der deutsche Botschafter hat seine Hilfe angeboten.

Sie will ein Leben in Freiheit führen und sich nicht falsch verstanden Islam-Vorschriften unterwerfen. Und sie will frei von ihrer Familie in Saudi-Arabien sein. Also ist sie abgehauen.

So erzählt es Rahaf Mohammed al-Qunun, 18 Jahre alt, frisch aus Saudi-Arabien geflohen, auf Twitter.

Die junge Frau sitzt derzeit am Flughafen von Bangkok fest. Dorthin war sie gelangt, als sie mit einem Flieger von Kuwait nach Australien flog. Beim Zwischenstopp wurde sie allerdings festgesetzt.

Nun harrt sie am Flughafen aus und hofft, nicht wieder zurück nach Saudi-Arabien zu müssen. Das könnte allerdings schwierig werden: Botschaftsvertreter aus Kuwait und Saudi-Arabien sollen ihr den Pass weggenommen haben, berichtet der Vizechef von Human Rights Watch, Phil Robertson auf Twitter. Einem ersten Abschiebeflug zurück konnte sie demnach jedoch entwischen.

Auf Twitter zeigt sie ein Video, bei dem kuwaitische und saudische Offizielle vor ihrem Zimmer im Flughafenhotel gewartet haben sollen. Sie verbarrikadierte sich hinter der Tür.

Robertson kritisierte das Verhalten der thailändischen Behörden trotzdem: "Welches Land erlaubt es Diplomaten, im geschlossenen Flughafenbereich herumzuspazieren und die Pässe von Passagieren zu beschlagnahmen?"

Trotzdem: Rahaf sitzt nun fest.

Auf Twitter postet sie daher seit Sonntag jede Menge Videos und Fotos. Sie zeigen sie, wie sie im Flughafen umhereilt oder im Hotelzimmer sitzt, sie zeigen Dokumente und Fotos, mit denen Rahaf beweisen will, dass sie existiert. Und dass sie Rechte hat.

Wie Rahaf geht es immer wieder Frauen aus den reichen Golfstaaten – sie wollen ein selbstbestimmtes Leben führen, aber ihre Väter diktieren ihre Zukunft.

In Saudi-Arabien ist es Frauen untersagt, ohne die Erlaubnis von Erziehungsberechtigten oder Ehemännern zu verreisen. Viele Männer behalten gleich ihre Pässe ein. Immer gibt es aber Fälle, in denen jungen Frauen die Flucht gelingt. Einer der spektakulärsten: der Fluchtversuch von Sheikha Latifa, der Tochter des reichen Emirs von Dubai

Sie floh vor knapp einem Jahr auf einer Jacht bis nach Indien, doch Männer ihres Vaters holten sie auf hoher See ein und enterten das Schiff. Lange galt sie als verschollen, viele fürchteten, die wurde umgebracht. Nun veröffentlichte das Herrscherhaus Bilder, die eine apathische, desillusionierte Frau zeigen:

Auch Rahaf ist immer noch nicht in Sicherheit – viele Länder wollen ihr nun helfen.

Thailand hat bereits gesagt, dass sie kein Asyl bekommen kann. Aber ein Vertreter der Menschenrechtskommission der Uno durfte mit Rahaf in ihrem Hotelversteck sprechen. Kanada, Australien wie auch der deutsche Botschafter haben ihre Hilfe angeboten.

Die größte Sorge von Rahaf: Dass ihr Vater nach Thailand kommt. 

Sie befürchtet, dass sie umgebracht werden könnte. Wie eine Freundin anonym dem britischen "Guardian" sagte, habe ein Cousin der 18-Jährigen ihr mit dem Tod gedroht. Rahaf selbst erklärte, sie sei sich sicher, dass sie bei einer Rückkehr nach Saudi-Arabien ins Gefängnis kommen werde, und "dass sie mich töten werden, sobald ich aus der Haft komme".

In Thailand selbst haben nun immerhin die Behörden verkündet, Rahaf nicht länger abschieben zu wollen. So lange sie nicht gehen wolle, werde sie auch nicht gewzungen, hieß es. (The Nation)


Streaming

Alle versuchen jetzt, wie Marie Kondo aufzuräumen – so witzig reagiert das Netz auf die Netflix-Serie

Das neue Jahr begann für viele Menschen mit zwei Dingen: einem Kater und dem unbändigen Drang, die eigene Wohnung auszumisten. Denn pünktlich am 1. Januar – dem Tag des Optimismus, dass man im neuen Jahr ein viel besserer, klügerer, perfekterer Mensch wird – veröffentlichte Netflix die Sendung "Aufräumen mit Marie Kondo". Viele Nutzerinnen und Nutzer bekamen diese Neuigkeit sogar als Pushmitteilung zugeschickt, damit auch bloß jeder vorsatzinfizierte Mensch davon mitbekommt.