Drei Fragen zu der Aktion

Der Grizzly-Bär stand in den USA lange Zeit unter Schutz – denn seine Art ist bedroht. Seit einigen Jahren erholt sich der Bestand wieder, die Bären vermehren sich. 

Aus diesem Grund hat die Regierung von US-Präsident Donald Trump den Grizzlys den Status der "bedrohten Tierart" weggenommen. Obwohl Umweltschützer protestierten, obwohl Indianervertreter von 120 Stämmen sich mit einem Grizzly-Schutzvertrag dafür einsetzten, dass die Tiere nicht sterben müssen.

Jetzt ist ausgerechnet einem Fotografen ein kleiner Triumph zum Schutz der Grizzly-Bären gelungen.

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Was ist passiert?

Der US-Staat Wyoming hat erstmals seit 44 Jahren wieder eine Jagd-Lizenz für Grizzlys ausgelobt. Damals lebten nur noch knapp über 100 Bären im Yellowstone-Park, heute sind es wieder mehr als 700. Also sollen einige sterben, sagt die US-Regierung.

Mehr als 6000 Menschen haben sich für die Jagd beworben – 22 Lizenzen wurden aber nur vergeben. Und zwar in einem Los-Verfahren: Wer zur Jagd darf, bestimmte der Zufall. (Mountain Journal)

Ein Ticket hat nun Thomas Mangelsen bekommen, die Nummer 8, schreibt er auf Facebook. Er will die Lizenz aber nicht zum Töten benutzen, sondern die Bären nur mit seiner Kamera "jagen".

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Wer ist Thomas Mangelsen?

Ein Wildtierfotograf. Er wurde vor allem mit Fotografien von Grizzlys berühmt, der Tierschutz gehört zu seinen wichtigen Anliegen. 

Das ist Thomas Mangelsen:

Und das sind einige seiner Tierfotos:

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Wie geht es weiter?

Mangelsen hat eine Kampagne gestartet, um auf den Schutz der Bären aufmerksam zu machen. Sie heißt "Shoot ‘Em with a Camera, Not a Gun" – also in etwa: "Schießt mit der Kamera, nicht mit dem Gewehr". 

Neben Mangelsen hatten sich auch viele andere Tierschützer um Jagd-Lizenzen beworben, darunter die berühmte Verhaltensforscherin Jane Goodall, die Elefanten-Schützerin Cynthia Moss und weitere.

Die Jagd verhindern werden sie jedoch nicht können. Die US-Regierung will, dass 22 Bären getötet werden – damit die Population nicht zu groß werde. Jeder Jäger erhält zehn Tage, um einen zu schießen, dann ist der nächste dran. Das Ganze soll zwei Monate dauern. Oder kürzer, falls das Ziel früher erreicht wird.

Vorreiter der neuen Jagd-Lizenzen ist US-Innenminister Ryan Zinke. Er will auch brutale Jagdmethoden wieder zulassen.

Zinke war vor seiner Berufung in Trumps Kabinett ein bekannter Öl- und Gas-Lobbyist. Tier- und Umweltschützer werfen ihm vor, weiterhin für die Öl-Lobby Politik zu machen. (Deutschlandfunk)

So soll er mit aktuellen Entscheidungen dafür sorgen, Regeln für Ölbohrungen in Naturschutzgebieten zu lockern. Dass das Gesetz zum Schutz bedrohter Tierarten gekippt wird, spielt da mit hinein.


Trip

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