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Vier Fragen, vier Antworten

Raus aus dem Auge, rein in den Abfluss? Glaubt man einer aktuellen Studie, landen jedes Jahr viele Kontaktlinsen einfach im Abwasser. Sie werden nach dem Tragen die Toilette oder im Waschbecken runtergespült. Die Studie zeigt auch: Das hat üble Folgen – wie aktuell häufig geht es um Mikroplastik.

Wie passiert es, dass Kontaktlinsen in diese winzigen Partikel zerfallen? Was macht das mit der Umwelt? Und wie entsorgt man Kontaktlinsen ordnungsgemäß? 

Woraus bestehen Kontaktlinsen eigentlich?

Früher wurden Kontaktlinsen mal aus Plexiglas hergestellt, heute bestehen sie aus unterschiedlichen Hightech-Kunststoffen. Woraus genau, das hängt davon ab, ob wir harte oder weiche Linsen tragen, ob wir sie nach einem Tag wegwerfen oder länger tragen. 

Die aktuell modernste Variante für weiche Kontaktlinsen sind Silikonhydrogele. Das Material sorgt dafür, dass die Linsen Sauerstoff ans Auge lassen. Dadurch sind sie angenehm zu tragen, fest steht aber: Kontaktlinsen sind keine Naturprodukte. Und damit sollte schon klar sein, dass sie nicht ins Abwasser gehören. Und auch nicht in die Biotonne.

Was haben die Forscher jetzt untersucht?

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus den USA haben auf einer Konferenz der "American Chemical Society" in Boston jetzt die Ergebnisse einer Untersuchung vorgestellt – inspiriert von ihrer eigenen Erfahrung. "Ich habe den größten Teil meines erwachsenen Lebens Brillen und Kontaktlinsen getragen", sagt Rolf Halden aus dem Forscherteam in einer offiziellen Mitteilung. "Deshalb habe ich mich gefragt, ob schon mal jemand untersucht hat, was mit diesen Plastiklinsen passiert." Er stellte fest: Das hatte noch niemand, also hat er angefangen.

Das Team hat Kontaktlinsen verschiedener Hersteller (und aus verschiedenen Materialien) mit Bakterien in Kontakt gebracht, die in Kläranlagen eingesetzt werden. Sie haben dann beobachtet, was die Mikroorganismen mit dem Material machen – und so die Bedingungen einer Kläranlage nachgestellt.

Und das Ergebnis?
  • Bei einer vorgelagerten Umfrage heraus: Von 400 online Befragten gaben 15 bis 20 Prozent der US-amerikanischen Kontaktlinsenträger an, die Linsen einfach im Klo herunter zu spülen. Das Forscherteam schätzt, dass allein in den USA so jedes Jahr sechs bis zehn Tonnen Plastiklinsen im Abwasser landen.
  • Bei den Versuchen zeigte sich: Das Material der Kontaktlinsen ist dichter als Wasser, deshalb sinken sie. Dadurch landen sie vor allem bei den Lebewesen auf dem Grund der Ozeane.
  • Die Bakterien in Kläranlagen sorgen dafür, dass die Kontaktlinsen in ihrer Struktur zerbrechen. Das klingt auf den ersten Blick gut, weil sie dabei abgebaut werden. Aber: Die Kontaktlinsen zerfallen so zu immer kleineren Partikeln – irgendwann sind sie Mikroplastik. Und das richtet die mittlerweile bekannten, ziemlich massiven Schäden an. (DER SPIEGEL)
Was macht man stattdessen mit den Kontaktlinsen?

Kontaktlinsen herunterspülen ist also keine gute Option. Was also stattdessen tun?

  • Möglichkeit 1: Zurückgeben
  • Möglichkeit 2: Der gelbe Sack
  • Möglichkeit 3: In den Restmüll werfen

In einigen Foren und Blogs liest man, dass Kontaktlinsenhersteller und Optiker Kontaktlinsen nach dem Tragen zurücknehmen. Unsere Nachfragen haben allerdings ergeben, dass nicht alle Optiker das machen – und wenn, dann können sie auch nicht dafür sorgen, dass der Kunststoff wiederverwertet wird. 

In diesem Video präsentieren die Forscher ihre Ergebnisse auf Englisch:

Die Theorie, dass Kontaktlinsen in den gelben Sack oder die gelbe Tonne gehören (oder die grüne Tonne – je nachdem, wo wir wohnen) ist weit verbreitet. Schließlich sind sie aus Kunststoff und auf vielen Verpackungen ist das "Grüne Punkt" -Symbol abgebildet. Aber: Das bezieht sich nur auf die Packung, nicht auf den Inhalt. Norbert Völl vom "Grünen Punkt" stellt klar: "Kontaktlinsen gehören mit Sicherheit nicht in die gelbe Tonne oder den gelben Sack“, sagt er. "Hier sollten nur Verpackungen entsorgt werden."

Wenn wir eine Wertstofftonne vor der Tür stehen haben, dürfen dort zwar auch "stoffgleiche Nichtverpackungen" rein, also Dinge aus einem Material, aus dem auch Verpackungen hergestellt werden. "Es gibt aber keine Verpackungen, die aus dem gleichen Material wie Kontaktlinsen bestehen", sagt Völl. "Deshalb können wir den Stoff nicht verarbeiten und Kontaktlinsen nicht recyceln." Nur bei den Verpackungen sollten wir ordentlich trennen: Pappkartons in die blaue Tonne, Plastikhüllen in den gelben Sack.

Also scheint es momentan die beste Lösung zu sein, Kontaktlinsen einfach im Restmüll zu entsorgen.

Dieses Video zeigt, was passiert, wenn der Plastikmüll im Meer weiter zunimmt.


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