Bild: Unsplash/Ronaldo Oliveira
Das gab richtig Ärger.

Auf Twitter ist eine Diskussion über Veganismus entbrannt. Schuld daran ist dieser Tweet: 

Was ist passiert?

Eine junge Frau hat auf Twitter gepostet, dass sie einem weinenden Kind Geld gegeben hatte, damit es sich mit seinen Freunden ein Eis kaufen konnte. Die Frau namens Zara, die sich auf Twitter itsallzara nennt, hat auf ihrem Profil angegeben, eine 22 Jahre alte vegane Bloggerin zu sein. 

Daraufhin bekam sie eine private Nachricht von Anthony Dagher, ebenfalls Veganer. Und Anthony war offenbar ziemlich wütend. Seine Kritik: Die Frau habe den Kauf von nicht-veganen Lebensmitteln unterstützt

So verlief die Unterhaltung auf Twitter:

Dagher warf der Frau vor, keine wirkliche Veganerin zu sein, wenn sie dem Kind tatsächlich ein nicht-veganes Eis gekauft habe. Zaras Antwort darauf: 

Ich bin Veganerin, meine Mutter ist Veganerin, mein Freund ist Veganer. Aber ich muss meine Ansichten keinem weinenden Kind aufdrücken.

Dagher sieht das anders, veröffentlichte ihre Unterhaltung auf Twitter und rief andere Veganerinnen und Veganer dazu auf, mit Zara über ihr Verhalten zu sprechen und sie davon zu überzeugen, dass sie falsch gehandelt habe. Er schreibt:

All diejenigen, denen sie folgt, sollten ihr eine Nachricht schreiben. Auf meinem Screenshot findet ihr sonst auch ihren Instagram-Account, über den ihr sie kontaktieren könnt. Ich möchte nicht, dass sie angegriffen wird. Ich möchte nur, dass sie einsieht, dass sie falsch gehandelt hat. 

Er stellte Zara also öffentlich an den Pranger – und meint außerdem, den einzig richtigen Weg gefunden zu haben, Veganismus zu leben: Indem man andere missioniert und sie bloßstellt, wenn sie nicht nach den eigenen Wertvorstellungen leben. 

So reagieren die Twitter-User auf Daghers Aufruf:

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Die meisten sind verärgert darüber, dass Dagher eine Frau öffentlich anklagt, weil sie einem Kind ein Eis gekauft hat. Er sei genau die Art von Veganer, die Menschen vom Veganismus wegtreibe: Solche nämlich, die ihre Wertvorstellungen anderen aufdrücken wollten.

Und was sagt Dagher selbst dazu?

Der mag seinen Fehler nicht einsehen. Aber warum auch? Er ist schließlich der einzige, der die Welt verstanden hat. 


Queer

Hier sprechen Araberinnen und Araber mutig über ihre Homosexualität
"Ich dachte immer, ich wäre alleine."

Rayan krümmt seine Finger, bis die Knöchel weiß hervortreten. Er presst sie in seine Knie, die Erinnerungen schmerzen. Dann erzählt der Algerier trotzdem von dem Moment, in dem er zum Raqi musste.

Raqi, so nennt man im Arabischen Wunderheiler, Teufelsaustreiber. Tatsächlich sind es Scharlatane. Rayans Eltern schickten ihn dorthin. Der Wunderheiler sollte ihn von seiner "Krankheit" heilen – denn Rayan ist schwul. 

Der Wunderheiler meinte, da stecke eine Frau in ihm, die man nur mit Schlägen austreiben könne, erzählt Rayan heute. "Aber er schlug mich die ganze Nacht – ohne, dass es mich veränderte."