Bild: Imago
Vier Fragen und vier Antworten

Die ganze Welt scheint gegen Plastik zu kämpfen. Vor allem Plastiktüten sind im Visier. Der Grund: Die Tüten sind nur kurz in Verwendung und sind sehr schädlich für die Umwelt. Sie verschmutzen nicht nur das Land, sondern vor allem die Ozeane. Mehr als 500 Jahre braucht es, bis sich eine Plastiktüte komplett zersetzt hat. (bento)

In Europa gibt es daher eine Richtlinie, die deren Verbrauch deutlich verringern soll. In Deutschland kosten Tüten inzwischen oft extra – und das zeigt Wirkung (bento). In Irland hat eine Steuer auf Plastiktüten sogar dazu geführt, dass 90 Prozent weniger davon genutzt werden. Afrikanische Staaten wie Eritrea, Botswana oder Gambia haben Plastiktüten verboten. Und auch in China sind sie – außer auf Wochenmärkten – verbannt worden. Insgesamt kämpfen weltweit schon mehr als 50 Länder mit Gesetzen gegen Plastikmüll (bento). Ganz zu schweigen von den Initiativen von Privatpersonen, wie diese Mädchen: 

Kurz: Sehr viele Menschen auf der ganzen Welt setzen sich aktiv gegen den unnötigen Plastikmüll durch Einwegtüten ein. In den USA passiert genau das Gegenteil.

Wie ist die Lage mit den Plastiktüten in den USA?

Die USA sind auf Platz eins der weltweiten Verbraucher von Einwegtüten aus Plastik (UNO environment). Während einige US-Staaten probieren, diese Statistik zum Besseren zu verändern, entscheiden sich immer mehr andere für den gegenteiligen Weg: Sie sind genervt vom Kampf gegen die Plastiktüte – und verbieten kurzerhand die Verbote.

(Bild: jjjjjohn/giphy)

Wie funktionieren die Verbots-Verbote?

In zehn US-Bundesstaaten – darunter Arizona, Florida und Mississippi – ist es für lokale Behörden durch ein sogenanntes präventives Regulierungsverbot nicht möglich, Plastiktüten zu verbieten oder ihren Gebrauch durch andere rechtliche Maßnahmen einzuschränken. Das zeigt eine Veröffentlichung der National Conference of State Legislatures (NCSL). Die NCSL ist eine überparteiliche Nichtregierungsorganisation, die sich mit Belangen der US-Staaten befasst.

Die Statistik zeigt zwar, dass es deutlich mehr US-Staaten gibt, in denen der Gebrauch von Plastiktüten inzwischen reguliert wird – aber die meisten der in den vergangenen Jahren erlassenen Gesetze, dienten offenbar dafür, solche Regularien zu verhindern.

Die Verbots-Verbieter werden also zahlreicher.

Warum sperren sich Staaten gegen die Tütenverbote?

Ein Leben ohne Kunststoff ist in den USA für manche Menschen kaum vorstellbar. Viele Lebensmittel werden – oft unnötigerweise – in Plastik verpackt. Es gibt sogar eine eigene Jobsparte, die durch die Tüten geschaffen wurde: Die sogenannten "Bagger" verpacken an den Supermarktkassen Waren großzügig in Plastiktüten. (Welt

Eine wissenschaftliche Untersuchung der University of Southern Maine, die im vergangenen Jahr publiziert wurde, hat die Gesetze gegen Plastiktüten in den USA untersucht. Ein Grund für den schwerfälligen Übergang zu Mehrwegtaschen sei demnach schlicht die Gewöhnung der Menschen: So wechselte der Großteil der Kunden nach einem Verbot von Einweg-Plastiktüten zu Einweg-Papiertüten – und blieb damit beim Prinzip "ein mal benutzen, dann wegwerfen".

Wo wird in den USA gegen Plastiktüten gekämpft?

Diese Grafiken zeigen, wo in den USA Verbote gegen Plastiktüten gelten und wo es Regulierungsverbote gibt. Außerdem ist zu sehen, wo auf der Welt Plastiktüten verboten sind oder versteuert sind.

Am weitesten gehen Kalifornien und Hawaii. Dort sind Einwegtüten aus Plastik komplett aus den Läden verbannt worden. In vier weiteren Bundesstaaten gibt es außerdem spezielle Recyclingprogramme und in Washington, D.C. wird eine Steuer von fünf Cent auf jede Plastiktüte erhoben. (NCSL

Das Gute: Schon jetzt lassen sich positive Auswirkungen dort ausmachen, wo Plastiktüten in den USA verboten sind. Im kalifornischen San Jose sei die Zahl der Plastiktüten, die in Flüssen und Bächen landen, laut der Stadt um 76 Prozent gesunken. Auch im Abwasser ging die Zahl der Tüten um knapp 60 Prozent zurück.


Gerechtigkeit

Laura wurde im Job sexuell belästigt – und deshalb gekündigt

Wer die Macht hat, bestimmt die Regeln. Das geht Laura nicht mehr aus dem Kopf. Ihr Vorgesetzter sagte diesen Satz während einer Konferenz. 

Sie ist 26, er Mitte 50. Er hat eine leitende Position, sie ist Angestellte. Sie arbeiten im selben Unternehmen.

Monatelang belästigte er sie. Fasste sie an. Beschimpfte sie. Bis Laura es nicht mehr aushielt. So erzählt sie es.