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Drei Momente, die ihn eigentlich erleuchten sollten.

Der wahrscheinlich verlässlichste Beweis dafür, dass der Klimawandel real ist: Donald Trump. Kaum einer zweifelt die Erderwärmung derart ausdauernd an wie der seit seinem Amtsantritt mittlerweile mehr als 6400 Mal des Lügens überführte US-Präsident. Nichts macht die Sorge um das Klima daher ernster.

Trump glaubt nicht an die globale Erderwärmung – und er glaubt erst recht nicht, dass Menschen daran schuld seien sollen. Mit launigen Tweets torpediert er immer wieder die Meinung Tausender Klimaforscher.

Was hat Donald Trump dieses Mal getan? – Den Unterschied zwischen Klima und Wetter nicht so ganz verstanden.

In den USA steht Thanksgiving bevor. Und die Wetterberichte warnen vor ungewöhnlich kalten Feiertagen. Trump nahm das zum Anlass, die Erderwärmung mal wieder infrage zu stellen. Von seiner Wochenendresidenz Mar-A-Lago in Florida aus twitterte er:

Also: "Brutale und ausdauernd kalte Winde könnten ALLE REKORDE brechen – was ist bloß aus der globalen Erwärmung geworden?"

Er könnte es eigentlich besser wissen. 

  • Erst vor einem Jahr haben ihm Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im offiziellen US-Klimabericht widersprochen. Der Bericht wurde von Hunderten Wissenschaftlern aus 13 US-Bundesbehörden gemeinsam verfasst. Sie sehen den vom Menschen verursachten Klimawandel als klare Sache an:
  • Erst vor wenigen Tagen hatten ihm zudem Dutzende Finninnen und Finnen auf Twitter erklärt, dass wohl der Klimawandel an den verheerenden Waldbränden in Kalifornien mehr Schuld habe als die Fähigkeit, im Wald Laub zu fegen. Trump hatte genau das den Kaliforniern empfohlen.
  • Und schon vor einem Jahr hatte Trump im Winter einen ähnlichen Vergleich mit kaltem Wetter gebracht – und anscheinend nicht verstanden, dass Klima und Wetter zwei unterschiedliche Dinge sind. 

Das Klima beschreibt den langfristigen Zustand der Atmosphäre, das Wetter hingegen einen sehr kurzfristigen. Es kann also grundsätzlich wärmer werden – auch wenn es kurzfristig kalt ist.

Die New York Times hat versucht, den Unterschied für Trump mit einem Vergleich verständlich zu machen: Ein Milliardär, der sein Porte­mon­naie vergessen habe, sei nicht arm, schrieb die Zeitung. Und ein Mensch, der unerwartet ein paar Hundert Dollar gewinne, sei auch nicht automatisch reich.

Eigentlich ganz einfach.


Gerechtigkeit

Eine Kirche hält seit 28 Tagen nonstop Gottesdienst – schützt Flüchtlingsfamilie so vor Abschiebung
Das steckt hinter der irren Aktion.

Vor neun Jahren ist Familie Tamrazyan aus Armenien geflohen. Sasun und Anoushe, gemeinsam mit ihren drei Kindern. In den Niederlanden fanden sie eine neue Heimat.

Nun sollten sie abgeschoben werden – doch eine Kirche verhindern das mit einem Gottesdienst-Marathon.

Sasun Tamrazyan war in Armenien politisch aktiv und sagt, dafür habe er Todesdrohungen erhalten. Immer wieder geht die Polizei in Armenien mit Gewalt gegen Oppositionelle vor. 

Ein Gericht sprach der Familie Asyl zu, die niederländische Regierung erkannte es jedoch wieder ab. Jahrelang stritt die Familie um Anerkennung. Im Oktober diesen Jahres hätten sie nun abgeschoben werden sollen – also flüchtete Sasun mit seiner Familie in eine Kirche.

Seit dem 26. Oktober leben sie nun in der Bethel-Kirche in Den Haag. Und die Polizei kommt nicht an sie ran. (Trouw auf Niederländisch, Quartz auf Englisch)

Warum? Weil es niederländischen Polizistinnen und Polizisten untersagt ist, einen laufenden Gottesdienst zu stören. 

Und genau das macht die Bethel-Kirche seit Ende Oktober: Sie hält ihren Gottesdienst am Laufen. Seither lebt die Familie geschützt im Gotteshaus, ihr Fall bleibt in der Schwebe.

Mehr als 300 Pastoren hätten Hilfe angeboten (Bethel-Kirche). 24 Stunden am Tag wird der Dienst abgehalten, mittlerweile kommen Menschen aus dem ganzen Land, um zu helfen. Jemand hat zudem eine Petition eingerichtet, um die niederländische Regierung von einer Abkehr zu überzeugen. Mehr als 240.000 Unterschriften gibt es bereits.

In den Niederlanden wird das Asylrecht seit Jahren stark diskutiert. 

Rechtspopulistische Strömungen, allen voran Geert Wilders "Partei für die Freiheit", haben Zulauf. Sie fordern eine strengere Politik gegenüber Geflüchteten. (bpb)

Zumindest das Engagement in der Bethel-Kirche zeigt: Nicht jeder in den Niederlanden ist mit dieser Politik einverstanden.