Seine Ausreden in drei Schritten – und ihre Reaktion

Der Mensch macht den Klimawandel. Darüber sind sich die allermeisten Forscher einig. Und das bedroht unsere Umwelt, unser Klima, unsere Zukunft. 

Allein in der Antarktis verschwanden in den vergangenen Jahren im Schnitt 219 Milliarden Tonnen Eis jährlich – fast dreimal so viel wie noch in den Neunzigern. Diese Erkenntnisse hat ein internationales Forscherteam der University of Leeds im Fachmagazin "Nature" vorgestellt.

Nun wollte eine 18-Jährige bei einer Wahlkampfveranstaltungen Lösungen von einem Politiker hören – seine Antwort offenbarte sein Unvermögen.

Scott Wagner bewirbt sich als Gouverneur des US-Bundesstaats PennsylvaniaRose Strauss hat ihn bei einer Fragerunde bloßgestellt. Sie ist eine Aktivistin der US-Gruppe "Sunrise Movement", die sich für den Klimaschutz einsetzt.

Sie fragt Wagner:

"Sie sagen, dass der Klimawandel ein Resultat der Körperwärme der Menschen sei und weigern sich, in Sachen Klimaschutz wirklich etwas zu tun. Hat das was mit den 200.000 Dollar zu tun, die sie von der Ölindustrie erhalten haben?"

Das ist die Szene:

Der Politiker reagiert auf die Frage nicht – sondern präsentiert diese 3 Ausweich-Manöver:

1

Er beleidigt die junge Frau

Wagner dankt ihr dafür, dass sie da ist – aber dann nennt er sie direkt "ein bisschen jung und naiv". Das Publikum reagiert mit Gelächter. Später erzählt Rose gegenüber der Seite "PennLive", das er keiner anderen Fragestellerin oder keinem anderen Fragesteller so abwertend begegnet sei.

Es war eindeutig, dass er mich als Frau und als junger Mensch abwerten wollte.

2

Er lenkt mit einem dummen Witz ab

Anstatt dann auf die Frage einzugehen, fragt Wagner ins Publikum:

"Sind wir hier, um einen Gouverneur zu wählen oder einen Wissenschaftler? Okay? Ich bin hier, um Gouverneur zu werden."

Erneut gibt es Gelächter. Dabei versuchte sich Wagner in der Vergangenheit tatsächlich als Wissenschaftler – oder eher Quacksalber. 2017 erklärte er, der Klimawandel entstehe, weil die Erde jedes Jahr näher an die Sonne wandere, durch die "Rotation". (NPR) Forscher gehen allerdings vom Gegenteil aus: die Erde entferne sich jedes Jahr um 15 Zentimeter. (Welt der Physik)

Außerdem kreist die Erde ellipsenförmig um die Sonne. Dabei ist die Erdachse geneigt, wodurch eine Halbkugel je nach Neigung zur Sonne hin mehr oder weniger Sonnenlicht abbekommt. Das hat aber nichts mit Klimawandel zu tun, es nennt sich schlicht: Jahreszeiten

3

Er leitet auf ein komplett anderes Thema über

Kurz meint Wagner, dass Klimawandel schon wichtig sei, "wir hören da alle von". Dann lenkt er aber doch ab:

Ich schätze – und verstehe – deine Frage. Aber ich habe auch eine für dich, Rose

Dann redet er länglich über Infrastruktur und beschädigte Abwässerkanäle. Mit seinen Verknüpfungen in die Ölindustrie oder Antworten auf den Klimawandel hat es nichts zu tun.

Das kurze Video hat seit Mittwoch mittlerweile knapp 40.000 Aufrufe. 

Viele kritisieren Wagner für seine Haltung. Dessen Sprecher ruderte gegenüber "PennLive" mittlerweile zurück. 

Er habe nicht gemeint, dass die Fragestellerin naiv sei, sondern dass es naiv sei zu sagen, er glaube nicht an den Klimawandel. Tatsächlich sei er im Umweltschutz aktiv. Der Sprecher meint: Wagner betreibt eine Müllverarbeitungsfirma.

Auch Rose Strauss äußerte sich mittlerweile – und ignorierte Wagners Beleidigungen. Sie hatte zu seinem angeblichen Engagement nur eine Antwort:

Es ist wahnsinnig wichtig, dass unsere Politiker verantwortlich gemacht werden. Klimafragen können nur gelöst werden, wenn die Verantwortlichen nicht länger Politiker finanzieren.

* Zu einem besseren Verständnis wurden folgende Sätze im Nachhinein ergänzt: Forscher gehen allerdings vom Gegenteil aus: die Erde entferne sich jedes Jahr um 15 Zentimeter. (Welt der Physik)

Außerdem rotiert die Erde ellipsenförmig, also mit Neigung,  um die Sonne - eine Halbkugel bekommt also je nach Lage mehr Sonnenlicht ab als die andere. 


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