Bild: Forest Dump

Wenn Jäger ein Tier erlegen, lassen sie sich gerne mit ihrer Beute fotografieren. In Camouflage-Kleidung knien sie daneben und lächeln triumphierend in die Kamera, während Blut vor ihnen auf den Boden tropft.

Genau so posiert auch der Künstler Forest Dump auf seinen Jagd-Fotos. Seine Beute ist allerdings kein Reh, sondern ein Haufen Müll.

Auf einem Foto kniet der 24-jährige Portugiese, der seinen echten Namen nicht nennen will, mit einem Gewehr in der Hand neben einem schwarzen Müllsack und leeren Pappkartons. Ein anderes Bild zeigt ihn von Kopf bis Fuß in Tarnkleidung, neben einem Korb voll leerer Plastikflaschen.

Seine Fotostrecke heißt "Guess what are we going to hunt when we extinct all animals" - "Rate mal, was wir jagen werden, wenn wir alle Tiere ausgelöscht haben". 

#nofilter

Werbeplakate, Fitness-Accounts, die Instagram-Storys von Khloé Kardashian: Ist hier eigentlich noch irgendwas echt? Unsere Fotoserie #nofilter zeigt Menschen, ohne großes Marketing und mit realistischen Problemen. Hier gibt es Bilder und Illustrationen, die wichtige Fragen stellen.

Der Künstler möchte damit auf die extremen Müllmengen weltweit aufmerksam machen. Und verdeutlichen: Verantwortlich dafür ist der Mensch. 

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Inspiriert wurde der Fotograf von einer Beobachtung in seiner Heimat Lissabon.

Vom Strand aus sah er einen Wal, der von den Wellen immer wieder gegen einen Felsen geschleudert wurde. Er war offenbar zu schwach, um gegen die Wucht der Wellen anzukämpfen.

Dump fand später heraus, dass der Wal kiloweise Plastik im Magen hatte und dadurch völlig geschwächt war. 

In dem Moment sagte ich mir: Du musst was machen. Die Leute müssen erkennen, was hier passiert.

Der Künstler suchte im Internet nach stereotypischen Jagd-Fotos und sammelte sie. Dann begann er, nach einer geeigneten Location für seine eigenen Jagd-Fotos zu suchen.

Seine Beute hatte er immer dabei: Müll, den er in der Natur fand.

"Menschen sind egozentrisch und stellen sich über andere Lebewesen auf unserem Planeten", sagt Dump zu bento. Besonders bei der Jagd könne man diese Eigenschaft beobachten. Hier fühle sich der Mensch dem Tier und der Natur besonders überlegen. 

"Mit meinen Fotos möchte ich daran erinnern, dass wir Menschen der Natur nicht so überlegen sind, wie wir denken", sagt er.

Er vergleicht die Umweltverschmutzung mit der rücksichtslosen Jagd auf Wildtiere: "Wir töten sie und machen uns keine Gedanken über die Folgen einer solchen Jagd. Bis wir irgendwann merken, dass wir alle Tiere ausgerottet haben."

Ähnlich entwickle es sich mit den Tonnen von Plastik, die die Menschen immer weiter achtlos in der Umwelt zurücklassen. Dann bliebe eben irgendwann nur noch der Müll zurück. Mit dem töte die Menscheit ihren Planeten, sagt Dump. 

Der Künstler lehnt Jagd auf Tiere nicht generell ab.

"Solange gejagt wird, um die Welt im Gleichgewicht zu halten und Menschen nicht sinnlos und ohne Regeln auf Tiere schießen, habe ich nichts dagegen", sagt er. 

Aber viele betreiben eben sinnlos Jagd auf Tiere. Sie vergessen, dass das Folgen für die Umwelt und unseren Planeten hat – ebenso, die Natur immer weiter zuzumüllen.

Und um daran etwas zu verändern, müsse die Menscheit weniger egozentrisch und sich ihrem Einfluss auf die Natur bewusst werden, sagt Dump. 

Vielleicht helfen meine Fotos dabei, diese Botschaft zu verbreiten.

Mehr Fotos von Forest Dump gibt es auf seinem Instagram-Account.


Today

Syrer sitzt offenbar zwei Monate unschuldig in Haft – und stirbt nach einem Brand in seiner Zelle
Offenbar verwechselte ihn die Polizei, hier sind die wichtigsten Antworten.


Was ist passiert?

Ein Syrer ist in der niederrheinischen Stadt Kleve wohl zu Unrecht inhaftiert worden und nun nach einem Brand in seiner Gefängniszelle gestorben. Das teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in niederrheinischen Kleve am Montag der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.

  • Der Mann soll mehr als zwei Monate unschuldig im Gefängnis gesessen haben, bis in der Zelle Mitte September ein Feuer ausbrach. 
  • Die Staatsanwaltschaft Kleve hat Ermittlungen gegen mehrere Polizisten wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung eingeleitet.

Wieso saß der Mann unschuldig in Haft?

Am vergangenen Freitag war bekannt geworden, dass der 26-Jährige möglicherweise Opfer einer Namensverwechslung geworden war: Ein in Hamburg per Haftbefehl gesuchter Mann soll die Personalien des Syrers als Alias-Namen verwendet haben.

Als bei einem Polizeieinsatz in Geldern am Niederrhein die Personalien des Syrers überprüft wurden, wurde er wegen des Hamburger Haftbefehls festgenommen. 

Es müsse geklärt werden, wie es zu der Identitätsverwechslung kommen konnte, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag der Nachrichtenagentur AFP. (Tagesspiegel)

Warum nicht schneller geklärt wurde, dass es sich bei dem in Hamburg gesuchten Mann um eine andere Person handelte, sei noch unklar. Es gebe keine Hinweise dafür, dass der tatsächlich Gesuchte bewusst falsche Personalien hinterlegt habe, sagte der Sprecher. (Tagesspiegel)

Was ist über den Tod bekannt?

Was zu dem Brand führte, war zunächst unklar. Wir haben bei der Staatsanwaltschaft angefragt und warten auf eine Rückmeldung.  

Mit Material von dpa