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Die Imbisse sollen blechen

Im schwäbischen Tübingen sollen Cafés, Geschäfte und Imbissbuden künftig eine Steuer zahlen, wenn sie "Einwegverpackungen von Speisen und Getränken für den sofortigen Verzehr abgeben". Also: Wer Pizza in Pappkartons, Kaffee in Wegwerfbechern, Nudelboxen oder Eis in Plastikbechern verkauft, soll zahlen. 

Am Donnerstag fasste der Tübinger Gemeinderat einen entsprechenden Grundsatzbeschluss, in den kommenden Monaten soll ein konkreter Satzungsvorschlag ausgearbeitet werden. (SPIEGEL ONLINE)

Nach eigenen Angaben ist Tübingen die erste deutsche Kommune, die einen solchen Beschluss fasst. 

Der Oberbürgermeister Boris Palmer sagte laut einer Pressemitteilung der Stadt

„In Tübingen packen wir das Übel an der Wurzel. Indem wir die Produktion von Müll teurer machen, beseitigen wir finanzielle Fehlanreize. Einwegverpackungen dürfen nicht billiger sein als Mehrweg-Pfandsysteme“
Boris Palmer, Oberbürgermeister Tübingen

Ein Grund für das Vorhaben sind auch die hohen Kosten für Müllbeseitigung im öffentlichen Raum, die nach Angaben der Stadt von 2016 auf 2017 um 50.000 Euro gestiegen seien. 

Gleichzeitig will die Stadtverwaltung Alternativen zu den Einwegverpackungen unterstützen.

Zum Beispiel den wiederverwendbaren Kaffeebecher "KeepCup" und das Mehrwegbecher-Pfandsystem "ReCup", das inzwischen in Cafés in ganz Deutschland zum Einsatz kommt. 2019 will Tübingen außerdem Mehrweg-Eisbecher einführen. 

Und was ist mit der Pizza?

Es gab schon verschiedene Ideen und Prototypen für wiederverwendbare Pizzakartons. In Seattle entwickelte ein Stammkunde eine spülmaschinenfeste Pizzabox für seine Lieblingspizzeria. Die "Pi Pan" aus Edelstahl versuchte sich 2011 als Crowdfunding-Projekt. 

Durchsetzen konnte sich bisher aber kein Modell. 

Auch in vielen anderen Bereichen muss die Industrie sich Alternativen zum Wegwerfplastik überlegen. 

Am Mittwoch hatte die EU beschlossen, dass Plastikteller, Trinkhalme und andere Wegwerfartikel aus Plastik künftig verboten sind. 

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Gerechtigkeit

Trump erklärt den IS für besiegt – diese jungen Syrer sehen das anders

Die USA wollen nicht länger in Syrien kämpfen – und ziehen ihre Truppen ab. Das hat US-Präsident Donald Trump in der Nacht zum Donnerstag bekannt gegeben. Auf Twitter erklärte Trump auch, warum es nicht länger nötig sei, sich im syrischen Bürgerkrieg zu beteiligen: Der "Islamische Staat" sei jetzt besiegt.

Die Dschihadmiliz eroberte nach Beginn des Syrienkrieges 2011 große Teile des Landes und errichtete ein Terrorregime. Viele Syrerinnen und Syrer mussten unter dem IS leiden. Ab Herbst 2014 flogen die USA Luftangriffe gegen die Islamisten. 

Nun soll mit den Luftschlägen Schluss sein, auch ziehen die USA 2000 Soldatinnen und Soldaten im Land ab. (SPIEGEL ONLINE)

Trump sagt: