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Für den Einsatz gegen Atomwaffen

Als 1954 auf der Insel Nam im Bikini Atoll die stärkste Atombombe explodierte, die von den USA je zu Testzwecken gezündet wurde, war Tony de Brum noch ein Fischerjunge. Damals war er mit seinem Vater beim Fischen, 200 Meilen entfernt, und sah die riesige Explosion.

Heute ist de Brum Außenminister der Marshallinseln und kämpft für eine Welt ohne Atomwaffen.

Dafür haben er und die Bewohner der Marshallinseln jetzt den Right Livelihood Award bekommen, auch bekannt als alternativer Nobelpreis. Die Preisträger werden ausgezeichnet "für die Gestaltung einer besseren Welt". Im vergangenen Jahr ging der Right Livelihood Award zum Beispiel an Edward Snowden.

Tony de Brum (links) und der Sondergesandte der USA für den Klimawandel, Todd Stern, im Jahr 2013

De Brum erinnert sich an den Tag der Bombenexplosion: "Es war am Morgen, ich war auf Fischfang draußen mit meinem Großvater. Er warf die Netze aus, und plötzlich war da ein lautloser heller Blitz – und dann eine Kraft, die Schockwelle. Alles verfärbte sich rot – das Meer, die Fische und das Netz meines Großvaters."

Zwischen 1946 und 1958 haben die USA 67 Atom- und Wasserstoff-Bomben zu Testzwecken in der Nähe der Marshallinseln gezündet. Der Außenminister der Marshallinseln verklagt Atommächte, weil diese den Atomwaffensperrvertrag ignorieren und nicht wie versprochen abrüsten. Erst zog er vor den Internationalen Gerichtshof, dann vor ein Gericht in Kalifornien, um es mit der US-Regierung aufzunehmen.

Und nun?

Die Marshallinseln liegen zwischen Australien und den USA mitten im Pazifik. Noch heute leiden die Bewohner der Marshallinseln unter den Folgen der Atomtests: Die Insel Runit ist bis heute Sperrzone und wird noch Tausende Jahre unbewohnbar bleiben.