Bild: Soko Tierschutz

Immer wieder sehen wir grausame Bilder aus deutschen Schlachthöfen – heimlich aufgenommen von Tierschützern. Um Tierquälerei zu verhindern, prüft die niedersächsische Landesregieriung nun, künftig Überwachungskameras in Schlachthöfen vorzuschreiben. (Süddeutsche Zeitung)

Wo liegt das Problem?

Vor wenigen Tagen erst veröffentlichte die Tierschutzorganisation Animal Rights Watch (ARIWA) Aufnahmen aus einem Bio-Schlachthof in Brandenburg. Darin zu sehen: Rinder, die vor ihrer Tötung nicht fachgerecht betäubt werden, anschließend setzen die Mitarbeiter falsche Schnitte an. Die Tiere bluten nicht schnell genug aus, sie werden unnötig gequält. Weitere Bilder zeigen, wie die Rinder von Mitarbeitern geschlagen und getreten werden, sie setzen Elektroschocker gegen den Kopf der Tiere ein. Das alles ist in Deutschland verboten. (rbb)

Für die Tierschutzorganisationen sind die versteckten Aufnahmen ein wirksames Mittel gegen die Massentierhaltung – immer wieder kommen so Missstände an die Öffentlichkeit und der Druck auf die Fleischindustrie wird erhöht. In dem betroffenen Schlachthof in Brandenburg darf bis auf Weiteres nicht mehr geschlachtet werden. Erst wenn entsprechend geschultes Personal eingestellt wird und weitere Auflagen erfüllt sind, darf der Betrieb wieder aufgenommen werden.

Auch ein Schlachthof im niedersächsischen Bad Iburg musste kürzlich nach mutmaßlichen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz schließen. Hier waren ebenfalls heimlich aufgenommene Videos der Grund. Darin waren offenbar schwer kranke Rinder zu sehen, die mit Seilwinden von Anhängern gezogen wurden.


Was wird in Niedersachsen jetzt geprüft?

Meistens entstehen die Aufnahmen der Tierschützer illegal. Der Bundesgerichtshof urteilte aber, dass Fernsehsender die Bilder zeigen dürfen, auch wenn sie illegal aufgenommen wurden. Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) erwägt jetzt, die Aufnahmen dadurch legal zu machen, indem sie gesetzlich vorgeschrieben werden. 

"Die Ministerin lässt derzeit juristisch prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, verbindlich ein Kamerasystem in den Bereichen der Anlieferung, des Zutriebes, der Betäubung und der Schlachtung der Schlachthöfe anzuordnen", sagte eine Sprecherin der "Süddeutschen Zeitung". 

Eine "lückenlose Rund-um-die-Uhr-Überwachung aller tierschutzrelevanten Betriebsbereiche" bedeute das aber nicht. Es sei eher eine Ergänzung zu den Stichprobenkontrollen der Veterinärämter. Der Europäische Tierärzteverband ist dafür, Tierschützer sind skeptisch und fragen sich, wer sich das Material am Ende ansieht.

Die niedersächsische Datenschutzbeauftragte Barbara Thiel sagte, dass wohl das Bundesdatenschutzgesetz geändert weerden müsse, bevor man solch eine Videoüberwachung einführen könne. 

Übrigens: In Großbritannien müssen bereits seit Mai dieses Jahres alle Schlachthöfe per Video überwacht werden, anschließend können Tierärzte 90 Tage lang uneingeschränkt auf die Aufnahmen zugreifen. (NDR)

Vor einem halben Jahr gab es auch wegen dieses Falls großes Aufsehen: Tierschützer haben gruselige Videos in einem baden-württembergischen Schlachthof für McDonald's gedreht.


Tech

WhatsApp: 14-Jähriger nimmt sich nach Momo-Challenge das Leben

Seit Mitte des Jahres geht ein unheimlicher Kettenbrief bei WhatsApp rum: "Momo" ist ein angeblicher Geist, der droht, den Empfänger seiner Nachricht heimzusuchen – es sei denn, dieser leitet seine Nachricht an andere Kontakte weiter. So verbreitet die Nachricht ihren Schrecken immer weiter. In Frankreich hat nun ein 14-jähriger Junge sich das Leben genommen. Zuvor hatte er offenbar die Challenge gemacht. Ob das der Grund für den Suizid war, ist aber unklar.