Bild: U.S. Fish and Wildlife Service/dpa/Getty Images; Montage: bento
Wie das geht – und wer das behauptet.

Eine Giraffenart, eine besondere Meeresschildkröte und ein kleiner Marder: Diese drei und sieben weitere Arten sollen vom Aussterben bedroht sein – dank der Politik von US-Präsident Donald Trump.

Das schreibt die "Endangered Species Coalition", ein US-Netzwerk aus Umweltaktivistinnen, Firmen und Organisationen mit dem Ziel, Tiere zu schützen. Nach eigenen Angaben hat die Koalition mehr als 150.000 Unterstützerinnen und Unterstützer. Regelmäßig untersucht sie, wie Tierarten von aktuellen politischen Entscheidungen betroffen sind.

Durch neue Gesetze von Trump seien zehn Tierarten in den USA und auf aller Welt nun konkret in Gefahr.

Die zehn Arten listet das Netzwerk in ihrem Extinction Plan auf, inklusive Begründungen, wie ausgerechnet Gesetzgebungen aus dem Weißen Haus über das Schicksal von Meeresschildkröten und Giraffen bestimmen sollen. Das sind die zehn Arten:

1 Kalifornischer Kondor

(Bild: Wikipedia/GNU Free Documentation License)

Es gibt nur noch etwas weniger als 500 Tiere, sie leben in den USA und Mexiko. Laut der Tierschützer stirbt jedes zweite Tier an einer Bleivergiftung – unter anderem durch Blei in ihrer Beute.

Unter Ex-Präsident Barack Obama war Jagen mit Bleimunition daher verboten. Trump hat dieses Verbot aufgehoben.

2 Lederschildkröte &  Unechte Karettschildkröte

(Bild: Getty Images)

Weltweit schwimmen noch etwa 2000 Lederschildkröten durch die Ozeane, und nach Schätzungen zwischen 36.000 und 67.000 Karettschildkröten. Wie die Trump-Politik die Arten angeblich bedrohen soll, ist allerdings etwas weit hergeholt: Die Erderwärmung sorgt für einen Anstieg des Meeresspiegels und nimmt den Schildkröten damit Brütplätze am Strand. Trumps Leugnung des Klimawandels verhindere laut der Tierschützer, dass Schutzzonen entstünden.

3 Rotwolf

(Bild: United States Fish and Wildlife Service)

In den 1980er Jahren galt der Rotwolf als ausgestorben, später wurden wieder einige Expemplare entdeckt. Heute leben etwa 30 Rotwölfe in North Carolina und stehen unter Schutz. Dieser soll nach einem neuen Vorschlag der Trump-Regierung wegfallen: Sie dürfen dann wieder gejagt werden.

4 Schlammteufel

Die Amphibie lebt in Flüssen entlang der US-Ostküste und gilt als bedroht. Ihre Art soll um mehr als 70 Prozent geschrumpft sein. Die Trump-Regierung will die Bedrohungslage aufheben; laut der Umweltschützer aus wirtschaftlichen Überlegungen. Entlang der Flüsse soll nach Rohstoffen geschürft werden.

5 Giraffe

(Bild: dpa/Joe Castro)

In Afrika leben nur noch weniger als 100.000 Giraffen in freier Wildbahn. Was haben die USA damit zu tun? Die Trump-Regierung weigert sich, die Giraffen als bedrohte Tiere anzuerkennen – wirbt aber stattdessen für eine Ausweitung der Jagd-Regularien. So soll es Trophäenjägern erlaubt werden, erlegte Giraffen in die USA zu importieren.

6 Humboldt-Marder

(Bild: United States Fish and Wildlife Service)

Der Humboldt-Marder lebt an der kalifornischen Küste, es gibt noch etwa 400 Tiere. Die US-Regierung erkennt die Art als "bedroht" an, allerdings nicht als "gefährdet". Dieser kleine Unterschied erlaubt Firmen, Wälder weiterhin zu roden, in denen die letzten Marder leben.

7 Rostig-geflickte Hummel

(Bild: U.S. Fish and Wildlife Service)

Die rostig-geflickte Hummel, lateinisch Bombus affinis, gilt wie viele Bienen- und Hummel-Arten als gefährdet. Dabei ist sie für das Ökosystem und die Bestäubung der Pflanzen sehr wichtig. Ihr Lebensraum wird immer kleiner, Pestizide setzen ihr zu. 

Laut den Umweltschützern schützt die Trump-Regierung zwar ihren Lebensraum – aber nur dort, wo wirklich einige der Hummeln vorkommen. Die Hummel-Art sei im Vergleich zu früher um 90 Prozent eingegangen und bewohnt dadurch viel kleinere Gebiete als zuvor. Durch fehlenden Lebensraum kann sie sich auch nicht wieder ausbreiten.

8 Karibik-Manati

(Bild: U.S. Fish and Wildlife Service)

Die Seekuh kommt noch etwa 13.000 Mal in den Meeren vor, die Hälfte davon lebt in US-Gewässern. Viele Tiere verenden allerdings in Fischernetzen, an Plastikmüll oder werden von Booten gerammt. Die US-Regierung tut wenig für ihren Schutz. Schlimmer noch: Die Bedrohungslage der Tiere wurde gerade erst herabgestuft.

9 San-Bernardino-Kängururatte

Von den kleinen Nagern soll es nur noch drei Populationen geben, alle in Südkalifornien. Dort werden sie nicht besonders geschützt, Bergbauarbeiten und Dammbau haben ihren Lebensraum fast vernichtet. Die US-Regierung will neue Regeln einführen, die künftige Bauvorhaben noch beschleunigt – auf den Lebensraum muss dann keine Rücksicht mehr genommen werden.

10 Gelbschnabelkuckuck

Von der Kuckuck-Art existieren noch etwa 2000 Vögel, alle im Südwesten der USA. 2014 wurden sie auf die Liste bedrohter Tierarten gesetzt, nachdem ihr Lebensraum stark geschrumpft war. Nun hat die Trump-Regierung vor, den Vogel wieder von der Liste zu nehmen. Und das, obwohl sich die Art noch gar nicht wieder erholt hat.


Future

Plötzlich Geld weg? So ärgerst du dich weniger darüber
Fahrrad geklaut, Waschmaschine kaputt – wie du große Ausgaben verkraftest.

Es passiert überall: vor dem Club, der Haustür, dem Sportverein, der Uni. Fast 1000 Räder werden in Deutschland geklaut, jeden Tag. Täglich ärgern sich junge Menschen, weil ihr mehr oder weniger geliebtes Fahrrad weg ist – und weil sie sich ein neues kaufen müssen.

Diese zwei Ansätze aus der Wirtschaftstheorie können helfen, den Schmerz etwas zu lindern – und für den nächsten Diebstahl finanziell besser gewappnet zu sein:

1. Sunk cost: Was weg ist, ist weg

In der Wirtschaftstheorie geht es hier normalerweise um Millionensummen, wenn nicht gar Milliarden. Aber das Prinzip der "versunkenen Kosten" lässt sich auf jede noch so kleine Summe anwenden.

Der Gedanke: Geld, das schon ausgegeben wurde und sich nicht wieder beschaffen lässt, sollte bei zukünftigen Entscheidungen keine Rolle spielen. Wenn ein Telekomkonzern bereits für zehn Milliarden Euro ein Handynetz aufgebaut hat, das weder verkauft, noch anderweitig genutzt werden kann, ist die Ausgabe nicht mehr relevant, wenn es darum geht, eine weitere Milliarde zu investieren.

Wenn sich das nicht lohnt, wird es nicht gemacht. "Aber wir haben doch schon so viel in dieses Projekt investiert" – dieses Argument zählt nicht. Denn sonst sind elf Milliarden futsch und das ist noch schlimmer.

Psychologen sehen das übrigens genauso: Sie plädieren dafür, nicht an einer Beziehung oder einem Job festzuhalten, nur weil man schon "so viel rein investiert" hat. Stattdessen sollen nur die Zukunftsaussichten gelten.

Für das gestohlene Fahrrad oder die kaputte Waschmaschine bedeutet das: Nicht aufregen, denn was weg ist, ist weg. Und: Beim Kauf von Ersatzwaschmaschine oder -rad sollte es keine Rolle spielen, was das kaputte oder gestohlene Objekt gekostet hat oder so alles konnte.

Was brauchst du jetzt? Nur diese Frage zählt. Kauf so ein, als ob du das Produkt zum ersten Mal kaufen würdest. Vielleicht ist das ja auch die Chance, endlich ein Rad in der richtigen Farbe oder eine supersparsame Maschine zu bekommen.