Du stehst im Club, einen Drink in der Hand, die Freunde an deiner Seite – alles super. Doch dann macht sich plötzlich ein unangenehmer Typ offensiv an dich heran. Von ihm wegrücken und genervt gucken bringt nichts, der Mensch ist hartnäckig und seine flinken Hände sind schneller an deiner Hüfte, als du "Aufschrei" sagen kannst.

Diese Situation hat jede Frau schon mal erlebt. 

Wie schön wäre es da, wenn es eine Methode gäbe, die den unerwünschten Bagger-Versuchen sofort ein Ende bereitet.

Eine neue Studie zeigt: Diese Methode gibt es. Und zwar bei Libellen.

Die Weibchen der Libellenart Torf-Mosaikjungfer haben offenbar herausgefunden, dass sie aggressive Männchen am leichtesten loswerden, wenn sie zu extremen Mitteln greifen:

Sie stellen sich tot.

Das zumindest zeigt eine neue Studie der Universität Zürich. Rassim Khelifa, dem Autor der Studie, war dieses Verhalten zum ersten Mal 2015 in den Schweizer Alpen aufgefallen. Beim Sammeln von Libellen-Larven beobachtete er einen spektakulären Sturzflug: Eine weibliche Libelle floh vor einem Männchen und stürzte sich plötzlich auf den Boden, wo sie regungslos auf dem Rücken liegen blieb. 

Khelifa sagte dem Wissenschaftsmagazin "New Scientist":

"Das Männchen schwebte einige Sekunden über dem Weibchen und flog dann weg. Ich dachte zuerst, das Weibchen sei bewusstlos oder tot, und war überrascht, als sie plötzlich genau so schnell davonflog, wie sie gekommen war."

Khelifa fragte sich, ob das Ganze eventuell ein Trick sei, um dem Männchen zu entkommen. Er beobachtete die Libellen weiter und innerhalb der nächsten 72 Stunden sah er, wie 27 von 31 Weibchen genau die selbe Masche abzogen. 

21 von ihnen schafften es damit, ihren Verfolger loszuwerden. 
Weibchen reagieren nur so, wenn sie sexuell enorm unter Druck gesetzt werden.
Wissenschaftler Adolfo Cordero-Rivera
Warum machen die Libellen das?

Anders als bei anderen Libellenarten bleibt das Männchen nach der Befruchtung nicht beim Weibchen, um es zu beschützen. Dabei hätte es den Schutz dringend nötig. Denn: Selbst ein einziger sexueller Kontakt nach der Befruchtung kann die Fortpflanzungsorgane des Weibchens zerstören. Die schwangere Torf-Mosaikjungfer versteckt sich also meistens in dichtem Gebüsch, um anderen Männchen zu entgehen. Dies könnte die drastische Reaktion erklären, wenn ihnen dies mal nicht gelingt.

Der "New Scientist" zitiert dazu den Wissenschaftler Adolfo Cordero-Rivera, der an der University Vigo in Spanien forscht. Er ist der Meinung: "Weibchen reagieren nur so, wenn sie sexuell enorm unter Druck gesetzt werden." Also beispielsweise in Gegenden, wo besonders viele Libellen leben.

Machen das noch andere Tiere?

Es gibt viele Tierarten, die den eigenen Tod vorspielen. Doch normalerweise tun sie dies nur, um nicht gefressen zu werden. So auch bei Libellen - normalerweise. "Es ist wahrscheinlich, dass die Weibchen diese Strategie auch bei Nötigung durch Männchen anwenden", sagt Khelifa.

Auf der Flucht vor einem Verehrer wenden nur sehr wenige Tierarten diese Taktik an. Genau genommen nur eine Spinnenart, zwei Fliegenarten und eine Heuschreckenart. (New Scientist)

Ob du dich nun allerdings beim nächsten Club-Besuch auf den Boden fallen lässt, musst du selber wissen. 

Gerechtigkeit

Die AfD will einen Satiriker verklagen, der ihre Chefin "Nazi-Schlampe" genannt hat

Die AfD wehrt sich gerne gegen "Denkverbote" und "politische Korrektheit". Doch nachdem sich die NDR-Satiresendung "extra 3" Spitzenkandidatin Alice Weidel vorgeknöpft hat, ist die Parteispitze sauer – und will klagen.

Beim AfD-Parteitag in Köln rief Weidel den Hardlinern ihrer Partei zu: "Die politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte." 

Ein gefundenes Fressen für Satiriker Christian Ehring. "Jawoll", sagte der Moderator in der jüngsten Ausgabe von "extra 3", "lasst uns alle unkorrekt sein. Da hat die Nazi-Schlampe doch recht."