Bild: Aarón Blanco Tejedor/Unsplash

Beim Einkaufen darauf zu achten, welche Obst- und Gemüsesorten gerade Saison haben, hat viele Vorteile:

  • Meistens sind die Produkte dann auch regional. Der Weg zum Supermarkt ist also relativ kurz und der Geschmack deshalb besser.
  • Es wird weniger klimaschädliches CO2 erzeugt, weil weite Transportwege wegfallen.
  • Der Preis ist oft niedriger, weil während der Hauptsaison in kurzer Zeit große Mengen der jeweiligen Sorte auf den Markt kommen.
  • Man unterstützt die regionale Landwirtschaft, ernährt sich abwechslungsreicher und lernt unbekanntere Gemüsesorten –  wie zum Beispiel Pastinaken oder Schwarzwurzeln – besser kennen.
  • Man entwickelt ein besseres Gefühl für den Jahreskreislauf und genießt bestimmte Sorten achtsamer (Bundeszentrum für Ernährung).

Klingt gut – jetzt muss man nur noch wissen, welche Sorten denn wann in Deutschland geerntet werden können und ob sie durch richtige Lagerung das ganze Jahr über erhältlich sind.

Im Quiz kannst du herausfinden, wann Gemüse und Obst in Deutschland Saison hat. Oder beweisen, dass du schon längst fit für den saisonalen Wocheneinkauf bist.

Haupt- und Nebensaison

Während der Hauptsaison werden große Mengen der jeweiligen Obst- oder Gemüsesorte geerntet. In der Nebensaison, kann man zwar auch Gemüse aus Deutschland kaufen – das ist aber meistens viel teurer, weil weniger davon vorhanden ist. Deutsche Erdbeeren gibt es in kleinen Mengen zum Beispiel sogar im Herbst und Winter. Dann ist der technische und energetische Aufwand aber enorm hoch und lohnt sich für die meisten Betriebe nicht. (Zeit)


Gerechtigkeit

Wir haben einen Politiklehrer gefragt, was er von den AfD-Meldeplattformen hält
Kritik? Ja, aber bitte persönlich!

In mehreren Bundesländern gibt es jetzt eine Meldeplattform, wo Schülerinnen und Schüler melden sollen, wenn ihre Lehrerinnen oder Lehrer die AfD kritisieren. 

Im Grunde handelt es sich bei der Plattform um ein Kontaktformular, über das Schülerinnen Lehrer melden sollen. Sollte ein "begründeter Anfangsverdacht" bestehen, dass tatsächlich ein Verstoß vorliege, werde man die Nachricht an die Schulbehörde weiterleiten, schreibt die AfD. (bento)

Von Seiten der Lehrerinnen und Lehrer gab es Kritik an den Meldeplattformen: Ilka Hoffmann von der Deutschen Lehrergewerkschaft GEW sagte, die Portale seien ein Aufruf zur Denunziation, wo man sich anonym eintragen und Lehrkräfte ungeprüft beschuldigen könne (tagesschau.de).

Ein junger Politiklehrer hat sich bei bento gemeldet. Er empfindet die Meldeplattform der AfD als Bedrohung. 

Warum? Was macht das mit ihm, seinem Unterrricht, und vor allem: der Beziehung zu seinen Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern? Das hat er für uns aufgeschrieben. 

Max Power*, 28 Jahre alt, aus Nordrhein-Westfalen

Sieben Jahre. Solange dauerte meine Ausbildung zum Lehrer. Im letzten Monat endete mein Referendariat, ich habe nun eine Festanstellung. Man könnte meinen, dass sei ein Grund zur Freude. Doch es ist kompliziert. Ich bin Politiklehrer.

Mitte des Jahres las ich, die AfD wolle ein Online-Meldeportal für Lehrerinnen und Lehrer einführen. Schüler sollen dort diejenigen melden, die sich in der Schule gegen die Alternative für Deutschland aussprechen. Damals schien es absurd, rechtlich nicht umsetzbar.

Dann sprach Alexander Gauland davon, dass das Dritte Reich ein "Vogelschiss in der deutschen Geschichte" sei. Ich sprach im Politikunterricht meines Oberstufenkurses sowohl über Gaulands Aussage als auch die angedachte Meldeplattform. Ich erklärte den Schülern, wie es um mich als Politiklehrer steht, sprach mit ihnen über den Beutelsbacher Konsens und die freiheitliche demokratische Grundordnung. Was das konkret bedeutet, dazu später mehr.

Mein Fazit, das ich auch den Oberstufenschülerinnen und -schülern damals mitteilte: Wer mich melden möchte, wenn ich mich gegen Gauland ausspreche, solle dies gerne tun.