Bild: Christoph Sator/dpa
Schon kommendes Jahr ist auf allen Veranstaltungen im Stadtgebiet Einwegplastik verbannt.

Die Meere müssen vor dem menschlichen Plastikmüll geschützt werden. Das hat mittlerweile auch die EU erkannt. Bis 2021 sollen Einwegprodukte aus Plastik, wie Strohhalme, Becher oder Besteck verboten werden. Rostock möchte das Verbot allerdings schon schneller durchsetzen: Bereits kommendes Jahr soll dort kein unnötiges Plastik mehr erlaubt sein. 

Was wird in Rostock konkret verboten? 

Das Verbot richtet sich an alle Veranstaltungen und Feste, die im Stadtgebiet stattfinden. Umweltsenator Holger Mathäus erklärt gegenüber der "Ostsee Zeitung": 

Ab 2019 wollen wir bei Veranstaltungen in Rostock kein Plastik-Geschirr mehr haben.
Holger Mathäus

Konkret verboten werden also Teller, Strohhalme, Besteck und Becher aus Plastik. 

Wie wird das Verbot durchgesetzt?

Ein Plastikverbot im Stadtgebiet durchzusetzen, ist rechtlich gesehen nicht schwer: Als "Hausherr" kann die Stadt Rostock den Veranstaltern ganz einfach Auflagen erteilen. 

Natürlich muss niemand sein eigenes Besteck zu Veranstaltungen in Rostock mitnehmen: Derzeit sei ein sogenannter "Rostock-Becher" in Planung – das ist ein Pfandbecher, der überall in der Hansestadt akzeptiert wird. ("Ostsee Zeitung")

Warum will Rostock jetzt schon Plastik verbieten?

Laut dem Präsidenten der Industrie- und Handelskammer, Claus Ruhe Madsen, trägt Rostock eine besondere Verantwortung, da die Stadt direkt am Meer liegt.

Am Strand in Warnemünde gilt das Verbot von Einweg-Geschirr bereits seit einem Jahr, auch Stralsund möchte ein solches Verbot einführen. Europaweit wird der Beschluss erst 2021 durchgesetzt. 


Grün

Dieses schwedische Restaurant kocht mit Essen aus dem Müll
"Ich hoffe, dass ich in fünf bis sieben Jahren zu machen kann."

Im Restaurant "Spill" in Malmö wechselt die Karte täglich, ein festes Menü gibt es nicht. Denn welches Gericht auf den Teller kommt, hängt davon ab, was anderswo weggeworfen wurde

Mitinhaber und Gründer Erik Andersson arbeitete als Sternekoch in einem Szene-Restaurant und konnte es irgendwann einfach nicht mehr sehen: Kiloweise wanderte leckeres, frisches Essen in den Müll. In der EU sind es jährlich rund 88 Millionen Tonnen Lebensmittel, die verschwendet werden. Etwa 17% davon landen in den Müllcontainern des Einzelhandels und von Restaurants. (Europäisches Parlament

Erik reiht sich mit seiner Idee in Malmö in einen Trend ein. Schwedens drittgrößte Stadt hat sich zum Ziel gesetzt bis 2020 eine klimaneutrale Stadt zu werden – beispielsweise durch energieeffiziente Gebäude, ein gut ausgebautes Fahrradwegesystem und Unverpackt-Läden. (European Greens) Was im "Spill" – was auf Schwedisch "Müll" heißt – auf den Teller kommt und wie die Restaurantbesucher die Idee finden, siehst du oben im Video