Bild: Privat
Deshalb freuen wir uns auf 2019 mit den Gründern von Recup.

Florian Pachaly und Fabian Eckert haben eine Mission: Seit 2016 haben sie dem Coffee-to-go aus dem Einwegbecher den Kampf angesagt. Die beiden haben ein neues Pfandsystem für Kaffeebecher entwickelt (bento). Recup heißt es und ist in immer mehr deutschen Städten verfügbar, um den Einwegkaffeebecher verschwinden zu lassen und so jeden Tag ein bisschen etwas für den Umweltschutz zu tun.

Wir haben mit Florian Pachaly und Fabian Eckert darüber gesprochen, wie sie ihr Unternehmen noch erfolgreicher machen wollen. 

Was war euer größter Erfolg in diesem Jahr?

Wir konnten unsere Partnerzahl in diesem Jahr vervierfachen. Anfang des Jahres waren es insgesamt 500, mittlerweile ist Recup bei knapp 2000 Cafés und Bars in ganz Deutschland verfügbar. 

Was war die größte Herausforderung für euch?

Wenn ein Unternehmen so schnell wächst, ist es schwierig, die Strukturen schnell an die neue Größe anzupassen. Wir mussten uns immer wieder hinterfragen, ob in der Zusammenarbeit alles noch zusammenpasst und uns breiter aufstellen. Deswegen haben wir uns auch Leute geholt, die ganz neue Ideen eingebracht haben. Zum Beispiel in puncto Kundenbetreuung. Oder jemand, der auf unsere Ausgaben geachtet hat. Das war neu für uns.

Vor einem Jahr waren wir ein Team von neun Leuten für 500 Partner. Wir haben unser Team über das Jahr mehr als verdoppelt. Jetzt sind wir 23 Leute für etwa 2000 Partner. Wir mussten unsere Strukturen also umstellen, um Arbeitsabläufe zu erleichtern. Das war sehr herausfordernd, hat aber auch Spaß gemacht. Im Nachhinein hat das aber alles sehr gut geklappt. 

Was ist eure Vision für 2019?

Wir wollen unser Netz weiter verdichten –  in ganz Deutschland. Ziel ist es, von der Handhabung so nah an den Einwegbecher zu kommen, wie es geht. Recup soll überall in Deutschland am Start sein. Die Vision ist also, den Einwegbecher komplett verschwinden zu lassen.

Was braucht ihr, um diese Vision umzusetzen?

Wir wissen, dass Leute lange brauchen, um ihre Gewohnheiten zu ändern. Deswegen ist unser Ziel die Leute bei den Gewohnheiten zu packen. Es soll normal werden, aus Pfandbechern zu trinken. Das geht aber nur, wenn sie auch überall verfügbar sind. Unser System soll einfach sein und Spaß machen. Wenn Recup überall verfügbar ist, dann merkt man, wie einfach es ist, etwas Gutes zu tun.

19 für 2019

Sie helfen Menschen in Not, retten Bäume für das Klima, kämpfen für faire Löhne, engagieren sich gegen Rechts, streiten für Gerechtigkeit und sind ganz einfach Vorbilder: Wir stellen 19 junge Menschen vor, die uns 2018 inspiriert haben – und von denen wir 2019 noch viel hören werden. Hier geht es zur Übersicht


Gerechtigkeit

19 für 2019: Dank Orry Mittenmayer haben Lieferdienst-Mitarbeiter eine Stimme
Deshalb freuen wir uns auf das 2019 mit dem Mann, der bei Deliveroo einen Betriebsrat gründete.

Pizza, Sushi, das geile Steak vom Restaurant im Nachbarviertel: Dank Lieferdiensten wie Foodora oder Lieferando gibt es inzwischen jedes Essen zu jeder Zeit. Mit ihrem grenzenlosen Angebot und ihrer ständigen Verfügbarkeit stehen solche Unternehmen in gewisser Weise für eine Generation, die theoretisch alles haben kann und will. Doch sie stehen auch für ein anderes Merkmal unserer Zeit: schlechte Arbeitsbedingungen, befristete Verträge, niedrige Löhne. 

Die Leute, die sich für unsere Poke-Bowl auf dem Fahrrad einen abstrampeln, verdienen oft sehr wenig und können ihre Zukunft kaum planen, weil sie sich von einem Kurzzeitvertrag zum nächsten hangeln. Das wollen die Fahrerinnen und Fahrer nicht mehr hinnehmen. Einer ihrer Vorkämpfer: der 26-jährige Orry Mittenmayer aus Marburg.

Mittenmayer startete gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen im Sommer 2017 bei Deliveroo den Aufstand. Es sollte endlich einen Betriebsrat geben, der sich für die Rechte der Fahrerinnen und Fahrer einsetzt. Ihr Slogan: Liefern am Limit. Denn so wie bisher konnte es ihrer Meinung nach nicht weitergehen. Doch das Unternehmen wehrte sich. Die Gründung des Betriebsrats war zäh und schwierig. Im Februar 2018 war es trotz aller Hürden vollbracht – doch schon wenige Monate später musste sich der Betriebsrat wieder auflösen, denn Deliveroo hatte die befristeten Verträge aller Beteiligten nach und nach auslaufen lassen. 

Als letzter musste Orry gehen.