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Biotüten sind nicht die Lösung.

In den mehr als 3000 Rewe-Supermärkte in Deutschland soll es künftig keine Plastiktüten mehr zu kaufen geben. Die dünnen, durchsichtigen Obsttüten gibt es aber weiterhin – obwohl diese meist kostenlosen Tüten besonders umweltschädlich sind, weil sie schnell einreißen und meist nur einmal verwendet werden.

Warum verzichtet Rewe auf einige Plastiktüten?

Die Europäische Union will den Verbrauch von umweltschädlichen Plastiktüten reduzieren. Eine Verordnung hält die Mitgliedstaaten dazu an, den Pro-Kopf-Verbrauch zu senken. Wie die Länder das machen, bleibt ihnen überlassen. Frankreich hat die Tüten zum Beispiel verboten, Irland erhebt eine Steuer von 15 Cent pro Tüte.

In Deutschland gibt es eine Vereinbarung zwischen dem Handelsverband und dem Umweltministerium zur freiwilligen Reduzierung. Allein bei Rewe kaufen jede Woche rund 27 Millionen Kunden ein. Wenn die letzte Plastiktüte im Juli verkauft ist, sollen rund 2,7 Millionen Tüten jede Woche eingespart werden. Das ergibt rund 140 Millionen Tüten im Jahr. (Rewe)

Warum verbietet Deutschland Plastiktüten nicht einfach?

Die EU-Verordnung will den Verbrauch bis zum Jahr 2020 auf 90 Tüten pro Einwohner und Jahr reduzieren, 2026 sollen es dann nur noch 40 Stück sein. Während der Durchschnitt in der EU noch bei 198 Tüten liegt, erfüllt Deutschland mit aktuell 71 Tüten pro Jahr und Kopf bereits jetzt die erste Obergrenze.

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Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern wird in Deutschland außerdem viel recycled – Hersteller müssen Verpackungen zurücknehmen. Plastiktüten landen deshalb seltener auf Müllkippen und gelangen nicht so häufig in die Natur.

Was ist so schlimm an Plastiktüten?
  • Nur ein Bruchteil der Plastiktüten wird aus wiederverwerteten Materialien hergestellt. Grundlage für die meisten Tüten ist immer noch Erdöl, das zum Kunststoff Polyethylen verarbeitet wird. Der Rohstoffeinsatz und die Produktion schlagen auf die Ökobilanz.
  • Landen Plastiktüten in der Natur – und nicht im Müll oder Recycling – brauchen sie mehr als 100 Jahre, bevor sie sich zersetzen. So gelangen Plastikteilchen von wenigen Millimetern Größe in der Nahrungskette und schädigen Ökosysteme.
Sind Papiertüten besser?

Eher nicht: Damit die Ökobilanz bei einer Papiertüte besser als bei einer Plastiktüte ausfällt, müsste sie drei bis sieben Mal verwendet werden. Weil sie aber leichter reißt und nicht wasserfest ist, landet sie oft schon nach dem ersten Gebrauch im Müll. Dafür ist die Produktion eigentlich zu aufwendig. (Deutschlandfunk)


Was ist mit Jutebeuteln?

Um einen Jutebeutel herzustellen, müssen Rohstoffe, Energie und Wasser aufgewendet werden – die Ökobilanz ist zunächst sogar schlechter als bei anderen Tüten. Aber weil ein Jute-Beutel dafür deutlich länger hält, gleicht sich das über die Zeit aus.

Was ist mit biologisch abbaubaren Tüten?

Es gibt Tüten aus Polyester und Maisstärke, die biologisch abbaubar sind – nach drei Monaten im Industrie-Kompost bei 60 Grad haben sich die Tüten weitgehend zersetzt. So die Theorie. Allerdings bleiben mittlerweile auch hier Plastikfetzen zurück. Der Grund: Die Anlagen werden stetig besser und der Kompost rottet so eher nur einen Monat statt der erforderlichen drei.

In der Natur verrotten die Biotüten gar nicht. Die Ökobilanz fällt durch Maisanbau und Kompostierung schlecht aus, sogar ein Verbrennen der Biotüte ist besser. Das Umweltbundesamt urteilt deshalb: Biotüten haben keinen ökologischen Vorteil. (Welt, Bayerischer Rundfunk)

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Ist Beatrix von Storch auf einen Postillon-Artikel reingefallen?
Sieht ganz danach aus.

Die AfD-Politikerin Beatrix von Storch ist offenbar auf einen Satire-Artikel des Postillon hereingefallen: Die Europäische Union wolle Fußball-Nationalmannschaften abschaffen und stattdessen ein einziges EU-Team bilden. Das hatte AfD-Politikerin Beatrix von Storch in einem Facebook-Posting behauptet.

Die entscheidende Stelle im Wortlaut:

Anders als Angela Merkel "wollen wir die Fußball-EM auch nicht abschaffen, sondern auch künftig gegen Italien und Spanien spielen, statt in einer gemeinsamen EU-Mannschaft."