Bild: EU
Die wichtigsten Änderungen im Überblick

Um den gewaltigen Plastikmüll-Mengen in den Ozeanen Herr zu werden, hat die EU nun ein Verbot beschlossen: Plastikteller, Trinkhalme und andere Wegwerfprodukte aus Kunststoff sollen in Europa künftig verboten werden. 

Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten einigten sich am Mittwochmorgen in Brüssel auf eine entsprechende Regelung.  In Kraft treten werden die Änderungen voraussichtlich in etwa zwei Jahren.

Wie genau sieht das Plastik-Verbot der EU aus?

Bereits im Mai hatte die EU-Kommission ein Maßnahmenpaket vorgestellt (bento), Einmalgeschirr, Strohhalme, Wattestäbchen und andere Wegwerfartikel aus Plastik zu verbieten. 

Europaparlament und EU-Länder hatten die damaligen Pläne im Gesetzgebungsverfahren jetzt allerdings leicht verändert

Das steht in einer Pressemitteilung des Europäischen Rats:

Folgende Produkte werden unter anderem in der EU verboten: 

  • Plastikbesteck (Gabeln, Messer, Löffel und Essstäbchen) 
  • Plastikteller 
  • Strohhalme aus Plastik 
  • Lebensmittelbehälter aus Polystyrol (Polystrol ist ein geschäumtes Plastik, aus dem zum Beispiel einige Fast-Food-Boxen sind) 
  • Getränkebehälter aus Polystyrol 
  • Wattestäbchen aus Kunststoff

Außerdem sollen die Mitgliedstaaten Maßnahmen ergreifen, um eine "messbare quantitative Verringerung des Verbrauchs" mehrere Produkte zu erreichen.

Um diese geht es: 

  • generell Lebensmittelbehälter aus Plastik, wie beispielsweise Fast-Food-Boxen, die für Lebensmittel sind, die sofort verzehrt werden, ohne dass sie vorher gekocht oder aufgewärmt werden müssen 
  • generell Getränkebehälter aus Plastik 

Den Mitgliedstaaten wird zusätzlich das verbindliche Ziel vorgegeben, dass Einweg-Plastikflaschen bis 2025 zu 25 Prozent aus recyclebarem Plastik bestehen sollen, bis 2030 zu 30 Prozent.

Feuchttücher, d.h. vorbefeuchtete Körperpflege- und Haushaltswischtücher, müssen auf ihrer Verpackung eine Kennzeichnung tragen, die die Verbraucher über das enthaltene Mikroplastik und über die Umweltschäden informiert.

Für Zigarettenfilter, die Plastik enthalten, sollen besondere Regeln gelten: Denn kunststoffhaltige Tabakproduktfilter sind die zweitgrößten Einwegartikel aus Kunststoff in der EU, heißt es in der Pressemitteilung. Die Hersteller sollen daher an den Kosten für die Sammlung und Verwertung der betreffenden Produkte beteiligt werden, also zum Beispiel am Aufstellen von geeigneten Abfallbehältern an Orten mit besonders viel von deren Müll.

Inwieweit unterscheidet sich der Beschluss von den Ursprungsplänen?

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hatte ein europaweites Pfandsystem gefordert, wie es das in Deutschland schon gibt. Damit wollte sie unter anderem vermeiden, dass Deckel von Einwegflaschen in der Umwelt landen – wie es derzeit der Fall ist. Denn ein Großteil der Pfandflaschen werde mit Deckel zurückgegeben. 

Dafür fand sich jedoch keine EU-weite Mehrheit

Nach der neuen Regelung dürfen Deckel von Einwegflaschen aus Kunststoff fünf Jahre nach Inkrafttreten der Regelung nur noch in Umlauf gebracht werden, wenn sie mit der Flasche verbunden sind, damit sie nicht einzeln in der Umwelt landen. 

Wie geht es jetzt weiter?

Europaparlament und EU-Länder müssen die Einigung der Unterhändler noch offiziell bestätigen. Das gilt allerdings als Formalie. 

Die Strategie gegen Plastikmüll dürfte für fast Jeden im Alltag spürbare Veränderungen bringen. Verboten werden sollen ab Anfang 2021 aber nur Gegenstände, für die es bereits bessere Alternativen gibt. 

Bedeutsam ist das Paket vor allem für die Kunststoffbranche, die nach Behördenangaben 2015 einen Umsatz von 340 Milliarden Euro machte und 1,5 Millionen Menschen beschäftigte.

Die EU-Kommission verspricht sich von dem Plan große Umweltvorteile. Die Maßnahmen sollen den Ausstoß von Kohlendioxid um 3,4 Millionen Tonnen verringern. Bis 2030 könnten Umweltschäden im Wert von 22 Milliarden Euro vermieden werden, hieß es. Verbraucher könnten bis zu 6,5 Milliarden Euro sparen. 

Die Kommission begründete den Vorstoß vor allem mit dem Schutz der Ozeane. Mehr als 80 Prozent des Mülls in den Meeren seien Plastik. 

Mit Material von dpa.


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