Bild: dpa/Patrick Pleul
Rettet die Meere!

Die Europäische Union geht gegen den Müll in den Meeren vor. Zahlreiche Produkte aus Plastik sollen künftig verboten werden, für Plastikflaschen soll es eine neue Recycling-Quote geben. Das hat die EU-Kommission am Montag verkündet.

  • Laut der Kommission besteht knapp die Hälfte (43 Prozent) des an europäischen Stränden gefundenen Mülls aus Einwegprodukten
  • Einen weiteren großen Anteil (27 Prozent) macht Zubehör aus der Fischerei aus, also Netze oder Leinen.

Ein Maßnahmenpaket der EU-Kommission soll diesen Plastikmüll nun endlich besser eindämmen.

Das soll alles verboten werden:

  • Wattestäbchen
  • Plastikgeschirr und -besteck
  • Strohhalme
  • Halterungen für Luftballons
  • Stäbchen zum Umrühren von Getränken

Außerdem sollen die Mitgliedstaaten die Auflage bekommen, bis 2025 Einweg-Plastikflaschen zu 90 Prozent zu recyceln. Und für weitere umweltschädliche Produkte wie Plastiktüten, Zigarettenfilter, Feuchttücher und Bonbonpapier soll es Auflagen und Kampagnen geben, um den Gebrauch zu reduzieren.

Das sind die Details zu den Plastik-Verboten der EU:

Grundsätzlich gilt: Die EU-Kommission will solche Produkte verbieten, die einfach und kostengünstig aus anderen Materialien hergestellt werden können. Für alle anderen – etwa Behälter für Getränke und Essen zum Mitnehmen – sollen Reduktionsziele gelten.

Warum ist das wichtig?

Jeden Tag landen Tonnen an Verpackungen und Folien in der Natur – weil wir es achtlos wegwerfen. Da Plastik nur sehr langsam zersetzt wird, bleibt der Müll Jahrzehnte in der Umwelt. Vor allem in den Meeren sammeln sich so Plastikteilchen an, die zur Bedrohung für Tiere und Umwelt werden. Forscher haben festgestellt, dass unter anderem Wale und Haie von den Kleinstteilchen bedroht sind (bento). 

Bislang sollen etwa 150 Millionen Tonnen Plastik in den Weltmeeren schwimmen. Laut einer Studie der Ellen-MacArthur-Stiftung kommen jedes Jahr acht Millionen Tonnen hinzu. Das entspricht einer Lkw-Ladung – pro Minute. (bento)

Unnötigen Plastikmüll zu verbieten, schützt also die Weltmeere. Der Schritt der EU war demnach längst überfällig.

Wie geht es weiter?

Die EU-Richtlinie muss nun vom EU-Parlament und vom Europäischen Rat angenommen werden. Die Chancen stehen gut, dass das klappt. Dann müssen sich die EU-Länder an die neuen Verordnungen halten. Sprich: Auch Deutschland muss dann ein Verbot von Strohhalmen, Wattestäbchen & Co. umsetzen.


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