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Sechs Details der Untersuchung

Plastik braucht hunderte Jahre, bis es zersetzt ist. Wir wissen das, aber ändern bislang zu wenig, um Kunststoffmüll wirksam zu vermeiden. Jedes Jahr landen Millionen Tonnen Verpackungen, Folien und Kleinstteilchen im Müll – und damit auch in Flüssen und Ozeanen.

In den Weltmeeren wird der Plastikmüll von Tieren, Fischen und Vögeln aufgenommen, nicht wenige von ihnen sterben daran auf tragische Weise. Nun haben Forscherinnen und Forscher untersucht, wie weit verbreitet der Plastikmüll wirklich ist – indem sie die Mägen verschiedener Meeresschildkröten untersuchten.

Das traurige Ergebnis: Von 102 Schildkröten hatte jede einzelne Schildkröten Plastikteile verschluckt. 

Die Wissenschaftlerinnen haben ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Global Change Biology" veröffentlicht, die Analyse trägt übersetzt den simplen Titel "Verschlucktes Microplastik ist bei Meeresschildkröten allgegenwärtig". Was sich dahinter verbirgt, ist allerdings ernst.

Die Details:

  1. Untersucht wurden insgesamt 102 Schildkröten, dabei waren Exemplare aller großen weltweit bekannten Arten.
  2. Die Tiere kamen aus dem Atlantik, dem Pazifik und dem Mittelmeer.
  3. Alle Tiere hatten Plastik-Kleinstteilchen im Magen – egal, woher sie kamen. 
  4. Das Forscherteam fand mehr als 800 Plastikstückchen, obwohl jeweils nur ein kleiner Teil des Darms untersucht wurde. Die Wissenschaftler vermuten, dass im ganzen Körper "20 Mal mehr Plastik" zu finden sein dürfte.
  5. Der Großteil des Kunststoffs bestand aus Synthetik-Fasern, wie sie in Polyester vorkommen. Höchstwahrscheinlich stammt es von unserer Kleidung und fand seinen Weg über die Waschmaschine ins Abwasser. 
  6. Auch gefunden wurde Microplastik, wie es in Pflegeprodukten zum Einsatz kommt, sowie Plastikfragmente von Bechern, Besteck und anderem Plastikmüll.

Die Untersuchung zeigt, dass wir es vermutlich geschafft haben, dass jede einzelne Schildkröte auf diesem Planeten mit unserem Müll im Magen herumschwimmt.

  • Ist alles verloren?

Noch nicht. Mittlerweile haben viele US-Städte und auch Länder wie Großbritannien und Neuseeland Gesetze auf den Weg gebracht, um Plastimüll zu vermeiden – auch Dänemark und Österreich legten jüngst mit Verboten nach (bento). 

Dänemark will dünne Einweg-Plastiktüten verbieten, Österreich zusätzlich auch Plastikpartikel in Kosmetikprodukten und Reinigungsmitteln. Und auch in Deutschland denkt man mittlerweile über mehr Müllvermeidung nach (bento).

Damit das viele Plastik in den Weltmeeren allerdings wirksam reduziert werden kann, sollte vermutlich auch jede Einzelne und jeder Einzelne seinen eigenen Konsum überdenken:


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