Danke Montreal!

Montreal will den Verpackungsmüll loswerden. Erst im Februar hatte die Stadt die Abschaffung von Plastiktüten im Jahr 2018 beschlossen – jetzt sollen auch Plastikflaschen verboten werden. Damit wäre Montreal die erste Stadt, die einen solchen Flaschenbann initiiert. Der Bürgermeister von Montreal, Denis Coderre, kündigte an, zunächst den Verkauf von Wasser in Plastikflaschen zu stoppen. (Global Post)

Warum er das will, formulierte Coderre in einer Mail:

"I raised the subject of plastic water bottles because it’s an environmental nuisance."

Mehr als 700 Millionen Einwegflaschen würden jährlich auf Quebecs Müllhalden landen, schreibt er. Stattdessen sollen die Menschen doch einfach wieder Leitungswasser trinken, das habe in Kanada schließlich eine ausgezeichnete Qualität. "We tend to forget that our water is of such good quality, that some companies even bottle it directly and then people find themselves paying for it."

Umweltorganisationen pflichteten Coderres Vorstoß bei. Die Industrie reagierte kritischer: Das Leitungswasser sei nicht immer frei von Verschmutzungen und vor allem Touristen wären doch aufgeschmissen, wenn sie kein abgefülltes Wasser kaufen könnten, sagte ein Sprecher der Quebec Bottled Water Association. Wenn sich schon was verbessern solle, dann doch lieber Möglichkeiten zum Recycling.

Hier kannst du in Deutschland schon verpackungsfrei einkaufen:

Ein richtiges Plastikflaschenverbot gibt es laut Global Post bislang in der kleinen australischen Gemeinde Bundanoon sowie Concord, einem Städtchen im US-Staat Massachusett. San Francisco will bis 2020 plastikflaschenfrei werden (Global Flare), Seattle und Chicago haben ebenfalls Aktionen gegen die Plastikflasche gestartet (Treehugger). In Hamburg setzt sich die Organisation Viva con Aqua für den Kampf gegen Plastikflaschen ein.

Montreal ist also nicht allein. Doch wenn die Stadt das geplante Verbot bis 2018 tatsächlich durchsetzt, wäre sie die erste Großstadt ohne Plastikflaschen.