Bild: Unsplash/Priscilla Du Preez

Strohhalme, Wattestäbchen, Plastikgeschirr sollen weg – die Europäische Union hat erst vor wenigen ein Verbot für zahlreiche Plastikprodukte angekündigt. Der Grund: Plastikabfälle sind schwer abbaubar und bedrohen vor allem die Weltmeere und ihre Bewohner. (bento)

Der Kampf gegen Plastik ist aber nicht nur EU-Sache. Er fängt beim Umdenken der Verbraucher an. 

Etwa wenn sie zum Stoffbeutel statt zur Plastiktüte greifen oder auf Plastikflaschen verzichten. Einen Beitrag für die Umwelt möchte nun auch die Freiburger Eisdiele "gelatogioia" leisten. Mit diesem Schild: 

(Bild: Jannete Pohl)

Das Schild gehört zur Filiale im Freiburger Stadtteil Stühlinger. Und die Idee dahinter kommt von der Mitarbeiterin Jannete Pohl. Zu viele Kunden hätten in den vergangenen Jahren Plastikbecher gewünscht – und diese nicht richtig entsorgt. "Das Problem haben wir seit Jahren. Besonders im Hochsommer ist der ganze Stühlinger Kirchplatz zugemüllt mit unseren Bechern", sagt Jannete im Gespräch mit bento.

Zunächst hätte das Team weitere Mülleimer vor den Laden gestellt, extra bemalt, damit jeder die Mülltrennung beachtet. Das habe ganz gut funktioniert – aber war Jannete dann doch nicht genug. Sie wollte noch mehr bewegen. Unnötigen Plastikmüll vermeiden. Kurz darauf stellte sie das Schild auf. 

Entsprechend gibt es in der Freiburger Eisdiele mittlerweile keine Plastikbecher mehr.

Stattdessen können Kunden nun zwischen Papierbechern oder eben der Waffel wählen. "Und die Leute greifen bei uns tatsächlich fast nur noch zur Waffel", sagt Jannete. 

Mitarbeiterin Jannete Pohl (Bild: gelatogioia)

Aber ist das Prinzip "lieber Waffel statt Becher" wirklich eine gute Lösung

Viele mögen den Geschmack der Waffel nicht oder wollen ihr Eis lieber löffeln und ziehen deshalb den Becher vor. Mit dem Verzicht auf den Becher entsteht zwar weniger Plastik- oder Pappmüll, aber gleichzeitig werden auch die Waffeln – und damit Essen – weggeschmissen. Die optimale Lösung ist die Aktion des Eiscafés also nicht. 

Jannete kennt die Kritik. Ist aber von ihrer Idee überzeugt:

So eine weggeschmissene Waffel ist immer noch besser als Müll aus Plastik oder Pappe.
Eisverkäuferin Jannete Pohl

Die Eisdiele will mit mit dem Aufruf zur Waffel mit gutem Beispiel vorangehen – und auch andere Eisdielen zur Nachahmung ermutigen. Denn den Kampf gegen Plastik nimmt die Eisverkäuferin ziemlich ernst:

Wenn jeder ein kleines bisschen mithilft, dann schaffen wir es auch, dass unsere Kinder und Enkelkinder nicht auf einer Müll-Erde leben müssen.

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Wir zeigen die schlimmsten Rückrufaktionen – und verraten, wann Panik angebracht ist

Durchfallkeime in Tiefkühlware oder lose Teile am Kinderspielzeug – regelmäßig stehen in der Zeitung oder im Supermarkt Aufrufe von Unternehmen, fehlerhafte Produkte zurückzugeben. Zuletzt zum Beispiel für Kräuter und Eier.

Manchmal klingen die Rückrufe harmlos – manchmal haben sie Gruselpotential.

Wir haben Rückrufaktionen der vergangenen Monate gesammelt und bei der Verbraucherzentrale gefragt, wie man solche Aktionen einschätzen sollte und ab wann man Geld rausschlagen kann.