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Gute Nachricht für die Umwelt

Im Kampf gegen den Müll geht die indische Film- und Finanz-Metropole Mumbai entschieden vor: Die Verwendung von Einweg-Gegenständen wie Plastikbesteck, -bechern oder -tüten ist dort seit Montag unter Strafe gestellt. 20 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner müssen nun radikal ihr Leben umstellen. 

Was ist passiert? 

Die Umweltverschmutzung gehört im 1,3 Milliarden-Land Indien zu den größten Gefahren für Leib und Leben. Millionen Menschen leiden unter Smog, verdreckten Flüssen und der Zerstörung der Natur. Tausende sterben jährlich daran. (bento)

Aber nicht nur Indien spürt die Auswirkungen des dort produzierten Mülls: Etwa 95 Prozent des Plastiks, das aktuell die Weltmeere verdreckt, stammen aus nur zehn Flüssendrei davon liegen in Indien. Trauriger Spitzenreiter in der Ozeanverschmutzung bleibt allerdings China. (Scientific American

Was droht den Plastiksündern in Mumbai nun? 

  • Geldstrafen von mindestens 5.000 Rupien (63 Euro) bis maximal 25.000 Rupien (315 Euro)
  • Bis zu drei Monate Gefängnis

Wie hart wird das Verbot durchgesetzt? 

Sonderermittler der Stadtverwaltung haben Medienberichten zufolge schon am Montag Unternehmen wie Starbucks und McDonalds, die sich teilweise noch nicht an das Verbot gehalten haben, mit Bußgeldern belegt. Auch Bürger und Kleinunternehmen sollen bereits verwarnt worden sein. (Guardian

Stoffbeutel mit der Aufschrift "I am not plastic" sind dort jetzt der Verkaufsschlager. 

Kritik aus der Bevölkerung gibt es allerdings: Die Maßnahme sei zwar Monate zuvor angekündigt worden, Aufklärung habe aber nicht wirklich stattgefunden. Nun sei beispielsweise unklar, ob Plastiksäcke noch zur Entsorgung von Müll genutzt werden dürften. Alternativen zu Plastikprodukten sind bei vielen Menschen in der Stadt schlicht nicht bekannt. (Times of India)

Trotzdem verbrauchen Inderinnen und Inder pro Kopf nur etwa halb so viel Plastik wie der weltweite Durchschnitt, nämlich etwa 11 Kilo im Jahr. In den USA liegt der Verbrauch beim Zehnfachen. 


Gerechtigkeit

Die Kurden haben es wieder ins türkische Parlament geschafft – warum das wichtig ist
Wie es nun weitergeht.

Recep Tayyip Erdogan wird Alleinherrscher in der Türkei. Am Sonntag hat der türkische Präsident einen knappen Wahlsieg eingefahren (bento). Und ein neues Staatssystem eingeführt: Erdogan regiert nun für fünf Jahre, mit nahezu uneingeschränkter Macht. Die Opposition hat am Montag ihre Niederlage eingeräumt.

Neben dem Präsidialamt wurde aber auch ein neues Parlament gewählt – und dort hat eine kleine kurdische Partei gegen alle Widerstände den Einzug geschafft.