Bild: César Hernández/ CSIC

In Spanien hat eine Biologin eine Zufallsentdeckung gemacht, die bei der Bekämpfung von Plastikmüll erheblich weiterhelfen könnte.

Was ist passiert?

Federica Bertocchini forscht eigentlich an der Universidad de Cantabria an Hühnerembryos und ist nebenbei Hobby-Bienenzüchterin. Als sie ihren Bienenstock im nordspanischen Santander sauber machte, entdeckte sie eine Raupe (SPIEGEL ONLINE). 

(Bild: César Hernández/ CSIC)

Weil Imker von den Pollenresten fressenden Raupen so genervt sind, warf Federica das Tierchen einfach in eine Plastiktüte. Dann passierte folgendes: Nach einer Weile war der Beutel voller Löcher und die Larve draußen.

Dann gingen die Nachforschungen los:

Tatsächlich handelte es sich nicht um einen Einzelfall. Die Raupen der Großen Wachsmotte (Galleria mellonella) können Plastiktüten zersetzen. Sie fressen den wohl am häufigsten verwendeten und biologisch kaum abbaubaren Kunststoff Polyethylen (PE). 

Wegen der hohen Zersetzungsgeschwindigkeit habe der Fund "Potenzial für bedeutende biotechnologische Anwendungen", schreiben die Forscher im Fachmagazin "Current Biology".

Das Ergebnis:
  • Rund 100 Wachsmotten-Larven können in zwölf Stunden etwa 92 Milligramm einer normalen Einkaufstüte fressen. 
  • Nach 40 Minuten waren Löcher zu sehen (Untersuchung/Eurekalert). 
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Wie geht's jetzt weiter?

Federica und ihr Team vermuten, dass für die Zersetzung ein Molekül oder ein Enzym verantwortlich ist. Dieses Enzym könne man dann in großem Umfang produzieren und es nutzen, um Plastikmüll abzubauen.

Gibt es noch Alternativen?

Auch andere Organismen wie Pilze oder Bakterien sind in der Lage, Kunststoffe abzubauen. In Japan wurde im vergangenen Jahr ein Bakterium namens Ideonella sakaiensis 201-F6 entdeckt, das PET-Flaschen verdauen kann. Doch die Raupe wäre deutlich schneller bei der Zersetzung. 

Was ist bei Plastikmüll das Problem?

Plastik ist biologisch eigentlich kaum abbaubar. Die Zersetzung kann mehrere Jahrhunderte dauern. Vor allem im Meer stellt Plastikmüll eine große Gefahr dar. Fische und Vögel verenden oft qualvoll an den unverdaulichen Stoffen im Magen. 


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