Bild: dpa/Daniel Reinhardt

Es ist ein großer Erfolg für Tierschützer: In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hat der tschechische Senat ein im Juni beschlossenes Gesetz bestätigt. 

Ab 2019 wird die Haltung von Tieren auf Pelzfarmen verboten. 

Nur eine Weigerung des tschechischen Präsidenten, das Gesetz zu unterschreiben, könnte es nun noch aufhalten. Das gilt aber als unwahrscheinlich.

Das Ärgerliche: Bis es soweit ist, dürfen Tiere wie Füchse, Nerze und Marderhunde weiterhin wie zuvor in engen Käfigen gehalten und brutal getötet werden – Füchse zum Beispiel durch anale Elektroschocks. 

"Immer mehr Regierungen erkennen, dass die Pelztierzucht moralisch nicht zu rechtfertigen ist", sagt dazu Frank Schmidt, Fachreferent für Tiere in der Bekleidungsindustrie bei Peta Deutschland. Und:

"Die Pelzbranche ist in einem großen Teil Europas auf dem Rückzug."​

In Deutschland sind die Pelzzucht und -produktion nach wie vor erlaubt. 

Der Bundestag hat in diesem Jahr allerdings ein indirektes Verbot auf den Weg gebracht. Die Haltungsbedingungen müssen bald so stark verbessert werden, zum Beispiel durch größere Käfige, Kletteranlagen und Schwimmbecken, dass die Zucht zu unwirtschaftlich wird und die Farmen von alleine schließen sollen. 

Der Bundesrat, also die Vertretung der Landesregierungen, hatte ein generelles Verbot gefordert. Für fünf Jahre haben die Züchter in Deutschland aber noch Zeit, die Vorgaben umzusetzen.

Andere Länder wie Slowenien, Kroatien, Japan und Mazedonien haben ebenfalls Pelzverbote erlassen. Um die Pelzproduktion komplett einzustellen, sind nationale Verbote allerdings nicht genug: Solange es auf dem Markt eine Nachfrage nach Pelzprodukten gibt, wird diese durch andere Länder gestillt. 

Weltgrößter Produzent war lange Zeit China, auch Katzen und Hunde werden hier unter schrecklichsten Bedingungen gehalten.

Sie enden als Kragen oder Bommel an europäischen Jacken und Mützen. Doch Europa holt bei der Produktion auf: In Dänemark werden nach Schätzungen 17 Millionen Pelztiere gehalten, in Polen um die acht Millionen. 

Peta-Referent Frank Schmidt erklärt: "Jacken mit Echtpelz vom Marderhund werden in Läden oft schon für 40 bis 50 Euro angeboten. Bei dem Preis erwartet niemand echtes Fell. Für Verbraucher ist der Unterschied zum Kunstpelz oft nicht ersichtlich." 

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, verzichtet deshalb am besten ganz auf Mode mit Pelzapplikationen. 

Hier findest du einen Guide, wie man Kunstpelz von echtem Pelz unterscheiden kann.


Trip

Google Streetview nimmt dich jetzt ins Weltall mit

Mit Streetview kann man die ganze Welt vom Wohnzimmer aus bereisen. Und nun auch die Erdumlaufbahn. Denn Google hat Innenaufnahmen aus der Internationalen Raumstation ISS veröffentlicht. 

Nun können Nutzer in 360-Grad-Aufnahmen durch die ISS schweben – und die Erde als fernen blauen Planeten betrachten.

Der französische ESA-Astronaut Thomas Pesquet hat die Bilder gemacht, während er sechs Monate auf der Station war. Google-Techniker fügten die Fotos zu den jetzt verfügbaren Rundumansichten zusammen (Google).