Bild: Imago/ Ralph Peters

Andere Supermärkte haben es schon getan, jetzt zieht auch Aldi nach. Der Discounter schafft Plastiktüten ab. Und damit nicht genug. Auch Papiertüten sollen verschwinden. Denn auch die seien ökologisch bedenklich. (SPIEGEL ONLINE)

Aldi hat recht! Wenn du glaubst, mit einer Papiertüte machst du alles richtig, dann irrst du. Denn auch sie ist keine optimale Lösung.

1.

Bei der Herstellung wird viel Energie und Wasser verbraucht. Und zwar doppelt so viel wie bei Plastiktüten. Außerdem werden Luft und Wasser bei der Produktion belastet – mit Stickoxiden, Schwefeldioxiden und weiteren Chemikalien, mit denen die Zellstofffasern behandelt werden müssen. (Bayerischer Rundfunk)

Thomas Fischer ist Leiter des Bereiches Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe. Im Interview mit dem Deutschlandfunk erklärt er: 

"Zum einen ist es so, dass die Papiertüte, um dieselbe Reißfestigkeit zu haben, deutlich dickwandiger sein muss. Das heißt, sie ist dreimal schwerer in der Regel als eine normale Plastiktüte. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass mehr Material eingesetzt wird und natürlich auch mehr Energie verbraucht wird."
Für die Herstellung von einer Tonne Papier ist genauso viel Energie notwendig wie für die Herstellung einer Tonne Stahl.
Thomas Fischer

Die Chemikalien, die bei der Herstellung verwendet werden, gelangten übrigens nicht direkt in die Umwelt, erklärt Fischer. Allerdings müssten sie entsorgt werden, und das sei immer auch mit Umweltauswirkungen und Ressourcenverbrauch verbunden.

2.

Papiertüten haben nur eine geringe Haltbarkeit. Während man Plastiktüten theoretisch Hunderte Male verwenden kann, um wieder damit einkaufen zu gehen, nasse Sportklamotten oder Schuhe zu transportieren, ist die Papiertüte im Vergleich dazu schnell hinüber. Sie ist weder reißfest, noch weist sie Wasser ab. Lediglich als Sammlung für den Papiermüll dient sie noch häufiger. 

Es heißt, man müsste eine Papiertüte dreimal so oft verwenden wie eine aus Plastik, um den Nachteil auszugleichen, dass mehr Kohlendioxid bei der Produktion ausgestoßen wird. (Zeit Online)

3.

Wenn bei der Herstellung Altpapier verwendet wird, steigert das natürlich die Umweltbilanz. Einen Daumen nach oben gibt es immer für recycelte Materialien. 

Noch besser bleiben natürlich die guten, alten Baumwoll-Beutel. Aber auch hier gilt: Bei der Herstellung wird Kohlendioxid ausgestoßen. Erst bei häufigem Tragen – laut Deutscher Umwelthilfe ab 20 Mal – erreicht man eine umweltfreundliche Bilanz.


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Kieler Gymnasiasten beerdigen ihr altes Schul-Skelett "Herbert"
Rest in Pieces

Manche Leute schuften bis zum Umfallen und wollen einfach nicht in Rente gehen. Erst der Tod scheint sie von ihrem Job trennen zu können. Andere arbeiten sogar Jahrzehnte danach noch weiter. Einer von diesen Leuten ist "Herbert". 

Generationen von vorlauten Schulklassen haben mit ihm Biologie gelernt. Denn für viele Jahrzehnte war Herbert am Gymnasium in Kiel-Wellingdorf angestellt. Niemals schwänzte er den Unterricht, in einem halben Jahrhundert meldete er sich nie krank. Ein Knochenjob.

Aber Herbert konnte auch gar nicht weglaufen – er ist ein Skelett. Nun soll er endlich seine letzte Ruhe finden.