Einfach mal einen riesigen Orang-Utan losschicken.

Palmöl ist einer der schädlichsten Stoffe unserer Zeit – aufgrund seines Anbaus. In fast jedem Fertigprodukt, von der Tütensuppe bis zum Schokoriegel, ist das Öl enthalten. Es steckt auch in Putz- und Waschmitteln, Kosmetik und Kerzen, Farben und Lacken. 

Um Ölpalmen anzubauen, werden ganze Wälder gerodet, vor allem in Indonesien. Das nimmt Wildtieren den Lebensraum, vor allem dem Orang-Utan.

Die britische Supermarktkette "Iceland" will Palmöl den Kampf ansagen – und wollte dieses Jahr mit einem kritischen Weihnachtswerbespot darauf aufmerksam machen.

"Clearcast", die britische Behörde, die Werbespots für die Ausstrahlung im Fernsehen oder Video on Demand genehmigen muss, teilte jedoch mit, sie sei "besorgt", dass der Werbespot gegen ein Gesetz verstößt, das politische Werbung regelt. 

Der Spot wird also nicht ausgestrahlt. Er ist den Sendern zu politisch.

Nun reagiert "Iceland" auf das Verbot – und lässt einen riesigen Orang-Utan-Roboter auf die britischen Straßen los. 

Die Supermarktkette hat sich eine lebensgroße Orang-Utan-Puppe organisiert, die ferngesteuert werden kann. Hinter dem Roboteraffe steckt ein Special-Effect-Team aus Hollywood. (The Guardian)

Am Mittwoch spazierte die Puppe durch London, in den kommenden Tagen soll sie auch in Manchester, Birmingham und anderen britischen Städten auftauchen. Sie sei "auf der Suche nach einem neuen Zuhause", sagt "Iceland". Die Kette nutzt also die Aufmerksamkeit durch den Videobann, um seine Orang-Utan-Geschichte weiterzuschreiben – und natürlich auch weiter kräftig Werbung zu machen.

So sieht die Orang-Utan-Puppe in Aktion aus:

Dem Spot selbst hat das Verbot übrigens nicht geschadet. Im Gegenteil. 

Im Netz ging der Clip viral, Prominente teilten den kurzen Zeichentrickfilm. Der Tweet, in dem "Iceland" selbst dazu aufruft, das Video zu verbreiten, wurde schon über 91.000 Mal geteilt. Der Facebook-Post sogar schon mehr als 652.000 Mal. 

In dem Clip stürmt ein kleiner Orang-Utan das Zimmer eines kleinen Mädchens. Das Affenbaby erzählt dann, dass der Mensch seine Heimat zerstört, um an Palmöl für Essen und Shampoo zu kommen. Und dass ihm seine Mutter schon genommen wurde und er Angst hat, selbst auch zu verschwinden. "Darum dachte ich, ich bleibe bei dir", sagt der Affe schließlich traurig zum Mädchen.

Was sagst du zum Thema?

Dieses Video eines Orang-Utans, der gegen einen Bagger kämpft, treibt dir Tränen in die Augen:



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