In einer Woche beginnt die Weltklimakonferenz in Paris. Dort entscheiden die Vertreter der Staaten, ob es ein neues Klimaschutzabkommen geben wird. Kurz vor der Konferenz will YouTube zusammen mit bekannten YouTubern auf die Erderwärmung aufmerksam machen.

Sogar sein Logo hat YouTube für die Kampagne geändert. Es zeigt einen weißen Eisbären auf blauem Grund. Wer auf das Logo klickt, gelangt zum offiziellen YouTube-Account, über den das Video hochgeladen wurde.

Wer ist dabei?

Die Kampagne hat beste Voraussetzungen, etliche Millionen Menschen zu erreichen. Die Protagonisten des Videos sind allesamt YouTube-Stars, bis auf Deeva Jessica hat jeder einzelne von ihnen mehr als eine Million Follower. Dabei sind:

Was wollen die YouTube-Stars?

Die kurze Version: Sie wollen das erhalten, was sie lieben: New York, Schokolade, Korallenriffe – das alles sehen die YouTuber durch die globale Erwärmung gefährdet.

Die lange Version: 190 Staaten kommen ab dem 30. November in Paris zusammen und werden über ein neues Abkommen zum Klimaschutz verhandeln. Noch ist aber völlig offen, wie ambitioniert die Ziele sein werden, die darin festgeschrieben werden sollen.

Unklar ist auch, wie verbindlich die beschlossenen Maßnahmen sein werden. Um den Repräsentanten der Staaten Druck zu machen, rufen die YouTuber die Zuschauer auf, eine Petition auf Aavaaz mit dem Titel "The Mega Climate Petition for a 100% Clean World" zu unterschreiben. Das Ziel: Die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen.

Neben dieser ehrbaren Absicht ist das Video natürlich auch eine gigantische Werbekampagne für die YouTuber und YouTube.

Wie realistisch ist das Zwei-Grad-Ziel?

Die Uno-Mitgliedstaaten haben sich das Ziel gesetzt, die globale Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Nur so können katastrophale Konsequenzen vermieden werden, das ist schon lange wissenschaftlicher Konsens. Dieses Ziel zu erreichen, wird schwer.

Rechtzeitig vor der Klimakonferenz in Paris haben bereits 146 Staaten ihre Vorschläge für die Reduzierung ihres Ausstoßes von Treibhausgasen eingereicht.

Fachleute der Uno haben sie analysiert und schätzen: Würden die Vorschläge tatsächlich umgesetzt, würde sich die Erde bis 2100 um rund 2,7 Grad erwärmen. Damit wäre das Ziel verfehlt. Um eine Erwärmung um nur 2 Grad zu erreichen, braucht es also tatsächlich noch reichlich Druck auf die Regierungen der einzelnen Länder.

Ohne einen geringeren Ausstoß von Treibhausgasen befürchten Wissenschaftler einen Anstieg der Temperaturen von durchschnittlich über 4,5 Grad. Die Folgen: Landschaften werden zu Steppen, der Anstieg des Meeresspiegels wäre noch größer als bei einer Erwärmung um 2 Grad.

Mehr erfahren
  • Dieses Video zeigt, wie sich eine Erderwärmung um zwei bzw. vier Grad auf den Anstieg des Meeresspiegels in Hamburg auswirkt:
  • Auf dieser Weltkarte eines amerikanischen Forschungsinstituts kannst du sehen, welche Teile deiner Stadt bei einer Erwärmung um 2 bzw. 4 Grad unter Wasser stünden.
  • Mehr über den Sinn und Unsinn von Klicks als Protestform liest du hier.