Bild: Henry & Co.
Drei Fragen, drei Antworten

Am ersten Januar soll das neue Verpackungsgesetz in Kraft treten. Gestern ist bereits ein neues Recycling-Register aus dem Gesetz online gegangen: LUCID

Was ist das Verpackungsregister LUCID?

Das ist ein Register, in das sich in Zukunft unter verpackungsregister.org alle Unternehmen verpflichtend eintragen müssen, wenn sie Plastik herstellen und an Endverbraucher in Umlauf bringen. 

Hier wird dann auch veröffentlicht, wie viel Plastik hergestellt oder vertrieben wird. 

Für ihr in Umlauf gebrachtes Plastik müssen die Unternehmen dann Lizensgebühren an eines der Dualen Systeme zahlen, wie den Grünen Punkt, die das Recycling in Deutschland organisieren.

Warum wurde dieses Verpackungsregister eingeführt?

Deutschland ist europäischer Rekordhalter bei der Produktion von Verpackungsmüll. Damit soll laut Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) Schluss sein.

Das aktuelle System funktioniert nur mäßig. Auch wenn das Kunststoffrecycling seit In-Kraft-Treten der Verpackungsverordnung 1991 von drei auf über 50 Prozent gestiegen ist, ist noch Luft nach oben. 

Zwar verpflichtet schon die alte Verpackungsverordnung Unternehmen dazu, sich um das Recycling ihrer Produkte zu kümmern. Doch organisiert wird das Ganze über Duale Systeme wie dem Grünen Punkt, der seit seiner Gründung 1990 eine Monopolstellung inne hat und sich zum Beispiel um den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne kümmert. 

In diese Systeme zahlt nicht jedes Unternehmen ein. Da es auf freiwilliger Beteiligung baut, haben sich viele Unternehmen davor gedrückt, sich an den Recyclingkosten zu beteiligen. Laut tagesschau.de haben sich bei Wertstoffverpackungen ein Drittel der Unternehmen, bei Papier sogar die Hälfte gedrückt.

Bis 2022 soll das neue verpflichtende System mit LUCID die Recycling-Quote von 26 auf 63 Prozent erhöhen.

Wie effektiv ist LUCID?

Die Meinungen gehen auseinander. Immerhin werden Unternehmen damit verpflichtet, sich zu beteiligen. Wer sich ab nächstem Jahr drücken will, muss im Extremfall eine Strafe von bis zu 200 000 Euro zahlen oder kann sogar ein Vertriebsverbot bekommen. 

Da das Register öffentlich ist, ist es auch viel transparenter als das alte System. Die Entsorgungsmenge wird zwar nicht veröffentlicht, aber zumindest die Herstellungsmenge ist für alle Unternehmen verpflichtend. 

Kritikern geht das aber nicht weit genug. So fordert Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen, einen Umstieg auf biologisch abbaubare Verpackungen. (tagesschau.de)


Gerechtigkeit

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