Auf der Verpackung steht: "Auf mögliche Rückstände von Geschossteilen achten"

Der Discounter Netto hat in der Nikolaus-Woche ein ganz besonders Angebot, ein besonders fragwürdiges. Wer will, bekommt diese Woche 300 Gramm Zebrastreak für 6,99 Euro. So steht es im aktuellen Prospekt, mit dem der Discounter für seine Waren wirbt. 

Ansonsten wird noch Entrecote vom Jungbullen (100 Gramm für 1,59 Euro) und ein ganzer Hummer für 9,90 Euro angeboten. 

Zebrafleisch bei Netto? Vielen Kundinnen und Kunden gefällt das gar nicht.

Auf Twitter beschweren sich Nutzer über das Angebot, exotisches Fleisch für die Feiertage anzubieten halten sie für daneben:

Andere halten dagegen, dass Zebra zu essen auch nichts anderes sei, als Rind oder Schwein zu essen:

Die eigentliche Frage ist aber: 

Unter welchen Bedingungen wurden die Zebras gehalten oder gejagt, dass ihr Fleisch den Weg bis zu einem deutschen Discouter findet?

Gegenüber bento teilte Netto mit, dass das Fleisch aus Südafrika importiert wurde. Es handele sich um "Aktionsware" auf Vorrat. Weitere Details zur Menge oder zum Import wollte der Discounter nicht bekannt geben.

Als Händler ist allerdings die Firma "Damien de Jong" angegeben, die sich auf exotische Wildtiere spezialisiert hat. Neben Zebrafleisch verkauft der Händler unter anderem Krokodil, Kamel, Schlange und Känguru. 

Unklar bleibt, ob die Tiere aus einem Zuchtbetrieb stammen oder gejagt wurden. Auf der Verpackung des Produkts jedoch der Hinweis: "Auf mögliche Rückstände von Geschossteilen achten". Das klingt, als ob die Zebras gejagt wurden. Allerdings stehen solche oder ähnliche Warnhinweise auf Bleirückstände oft standardgemäß auf Wildfleisch.

In Südafrika selbst steht Zebra ganz normal auf der Speisekarte – wie bei uns Hirsch oder Hase.

Roland Gramling von der Tierschutzorganistion WWF sagte gegenüber der "Rheinischen Post", der Konsum von Zebrafleisch ist nicht grundsätzlich verwerflich. Schlimmer sei, dass das Fleisch extra eingeführt wird: "Es gibt ein ausreichendes Wild-Angebot in Europa, da muss das nicht per Flugzeug aus Afrika transportiert werden."

Aber sind Zebras nicht eigentlich eine bedrohte Tierart?

Es gibt insgesamt drei Zebra-Arten, zwei davon sind bedroht. 

  1. Das Bergzebra ist laut der Roten Liste "gefährdet". Unklar ist, wie viele Tiere noch in freier Wildbahn leben.
  2. Das Grevyzebra ist sogar "stark gefährdet" – es gibt laut der Liste nur noch knapp 2000 Tiere.
  3. Allein das Steppenzebra gilt bislang laut der Liste nur als "potentiell gefährdet". Es gibt noch etwa 150.000 bis 250.000 erwachsene Tiere in freier Wildbahn.

Um welche Zebra-Art es sich bei dem Netto-Steak handelt, ist unklar. Der Discounter konnte gegenüber bento keine Angaben machen, auf der Verpackungen finden sich ebenfalls keine Hinweise. 

Da das Fleisch aus Südafrika kommt, handelt es sich dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit aber um Fleisch des nicht gefährdeten Steppenzebras. Das Grevyzebra kommt in Südafrika nicht vor, das Bergzebra nur in sehr kleiner Population.

Netto ist nicht der einzige Discounter, der fragwürdige Fleischangebote im Angebot hat.

Sowohl Aldi Nord als auch Lidl hatten in der Vergangenheit bereits Kängurufleisch im Angebot, auch Straußenfleisch taucht immer wieder in Sonderangeboten bei verschiedenen Discountern auf. 

Tierschützer warnen vor den Exotik-Angeboten: Nicht immer ist klar, zu welchen Bedingungen die Tiere gehalten wurden oder wie sie gejagt wurden. (tierschutzbuero.de)


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