Bild: dpa/Jens Kalaene

An der Fischtheke stehe ich oft mit einem großem Fragezeichen. Ich bin jedes Mal unsicher: Aquakultur? Nordsee? Mittelmeer? Oder lieber gar nichts kaufen? Bedrohte Fischarten möchte ich nicht in meinem Einkaufskorb wissen, genauso wenig möchte ich zur Überfischung der Meere beitragen.


In diesem Video, die Abschlussarbeit eines Studenten der Kunsthochschule Halle (Sprecher: Hilmar Eichhorn), wird anhand von Animationen beschrieben, warum es problematisch ist, Fisch zu konsumieren. Das Meer ist die größte Nahrungsquelle der Welt – doch in den vergangenen 60 Jahren ist die Population in den Meeren um 75 bis 90 Prozent (je nach Quelle) gesunken.

Wo ist das Problem?

Das große Problem hierbei ist die industrielle Fischerei. In manche Fangnetze passen 500 Tonnen Fisch. Darunter eine ganze Menge Beifang. Beifang sind Meerestiere und Fische, die aus Versehen mitgefischt werden und anschließend – meist tot oder verletzt – zurück ins Meer geworfen werden.

(Bild: dpa/Dave Beck, Jennifer Jacquet)

Dass auch Aquakulturen, also die kontrollierte Züchtung von Fischen, nicht unbedingt helfen, erklärt Catherine Zuccho vom WWF: "Aquakulturen erfahren seit Jahrzehnten ein rasantes Wachstum, da die steigende Nachfrage nach Fisch nicht mehr aus den Meeren gedeckt werden kann. Doch mit den Zuchten wachsen auch Umweltprobleme, wie beispielsweise die Verschmutzung der Gewässer mit Chemikalien und Antibiotika, die Zerstörung von Lebensräumen durch die Errichtung von Zuchtbecken oder dem hohen Einsatz von Fischöl und -mehl als Futter, welcher wiederum zur Überfischung beiträgt.“

Was also tun?

Einen Anhaltspunkt darüber, welcher Fisch derzeit unter angemessenen Umständen gefischt wird, bietet der Fischratgeber vom WWF.

(Bild: WWF)

Hier können Fischarten gesucht werden, um zu sehen, ob der Fisch unter akzeptablen Umständen gefangen wurde. Das funktioniert in einem Ampel-System. Grün markierte Fische können bedenkenlos gekauft werden, gelbe unter Einschränkung und von den roten sollte Abstand gehalten werden.

Catherine Zuccho erklärt: "Für die Bewertung in unserem Fischratgeber prüfen wir den Zustand der Fischbestände, die Umweltauswirkung des Fanggeräts und ob die Fischerei verantwortungsvoll durchgeführt wird. Es sollte pro Jahr nur so viel Fisch gefangen werden, wie im nächsten Jahr wieder nachwachsen kann.

(Bild: WWF)

Ist ein Bestand überfischt, schneidet die jeweilige Fischerei im WWF Fischratgeber schlecht ab. Und auch die Art und Weise, wie gefischt wird, berücksichtigt der Ratgeber – schlechte Noten gibt es für Fanggeschirr wie Grundschleppnetze, denn sie können den Lebensraum am Meeresgrund schädigen. Positiv würde zum Beispiel bewertet, wenn Meereslebensräume erhalten werden, etwa durch Schutzzonen, sagt Zuccho.

Es gibt keine Faustregel

Ist der Fischratgeber mal nicht zur Hand, sind außerdem die Siegel ASC und MSC gute Orientierungshilfen – sie kennzeichnen nachhaltig gefangenen Fisch. Eine echte Faustregel gibt es nicht. Aber immerhin: Karpfen und Hering seien immer eine gute Wahl, sagt Catherine Zuccho. In Maßen genossen sind diese Arten für den Speiseplan vertretbar, wobei die CO2-Emission natürlich höher ist als bei heimischem Gemüse.

Fazit

Wer die Umwelt schonen will, sollte Fisch weitgehend von der Speisekarte streichen.

Hinweis: Zunächst stand in dem Text, das eingebettete Video sei von dem Schauspieler Hilmar Eichhorn. Tatsächlich hat er in dem Video nur die Sprecherrolle übernommen. Wir haben das korrigiert.