Bild: Madeleine Hofmann
"Ist das Hanf?"

Schonmal versucht, eine Zimmerpflanze in einem Umzugskarton zu transportieren? Meistens passiert dann mindestens eines der folgenden Dinge: Blätter, Stängel und Blüten knicken ab, die Erde verteilt sich im gesamten Karton, oder die Pflanze landet vorsorglich in der Mülltonne.

Damit man Pflanzen künftig leichter halten und vor allem leichter mitnehmen kann, hat die Japanerin Akiko Takahashi den "Mobile Garden" entworfen, einen tragbaren Mini-Blumentopf aus recycelbarem Kunststoff. Ihr Vorbild: die in ihrer Heimat beliebten Hängegärten.

Wir haben den "Mobile Garden" getestet.
(Bild: Madeleine Hofmann)

Der Mobile Garden wird mit Pflanzengranulat gefüllt und mit einem Efeugewächs bepflanzt. Ein Gummiband sorgt dafür, dass man den Topf samt Pflanze überallhin mitnehmen kann. "Wir möchten damit erreichen, dass man Pflanzen nicht unbedingt immer nur zu Hause haben muss", erklärt Mitgründer Christian Atz, "ich kann die Pflanze ohne Probleme zu Freunden oder Nachbarn bringen, wenn ich verreise – oder einfach mitnehmen." Der Anspruch: Die Welt soll mit Mobile Garden etwas grüner werden.

Funktioniert das auch?

Es ist tatsächlich relativ unkompliziert, mit der Pflanze spazieren zu gehen – zumindest am Anfang. Die Reaktionen meiner Mitmenschen: Im Café fragt mich der Kellner, was das denn sein soll, was ich da mit mir rumtrage; eine Schülergruppe in der Nähe des Görlitzer Parks will wissen, ob das Hanf sei, was da aus dem Topf ragt.

(Bild: Magdalena Kjessel)

Es ist kein Hanf. Selbst wenn es erlaubt wäre – bisher eignet sich der Mobile Garden vor allem für Efeugewächse. Die könnten laut Christian Atz nämlich auch mal problemlos einen Ortswechsel vertragen. Die Frage nach anderen Gewächsen kommt aber immer wieder: Nach dem Auftritt von Akiko und Christian in der Vox-Startup-Show "Die Höhle der Löwen" wollte Freizeitspaß-Guru Jochen Schweizer in den mobilen Töpfen gerne Bäume pflanzen.

Der Deal kam zwar letztendlich nicht zustande, geholfen hat der Auftritt in der Show den Startup-Gründern trotzdem: "Bis zur Ausstrahlung der Show hatten wir insgesamt 1000 Produkte verkauft", erzählt Christian Atz, "Danach waren es innerhalb weniger Wochen mehr als 5000." Die meisten Mobile-Garden- Bestellungen kommen aus den Berliner Stadtteilen Kreuzberg, Neukölln und Friedrichshain. Aber auch eine andere Hipster-Hochburg steht ganz vorne auf der Liste: Leipzig.

(Bild: Madeleine Hofmann)

Ich weite meinen Selbstversuch in spießigere Stadtteile Berlins aus. Doch der Fußweg zur U-Bahn macht dem kleinen Pflänzchen zu schaffen: Es löst sich aus dem Granulat-Bett. Vielleicht sind Pflanzen einfach nicht fürs Reisen gemacht.

Auch Akiko und Christian beobachten: Die meisten Kunden bestellen Mobile Garden nicht, weil sie sich unterwegs nicht von einer Pflanze trennen wollen, sondern weil sie ein schickes Design-Produkt haben oder verschenken möchten. Das Gründer-Duo sieht es positiv: "Wenn auf diese Weise mehr Grünpflanzen Einzug in Wohnungen und Büros halten, sind wir unserem Ziel einen Schritt näher."