Bild: Marie Hochhaus
Deshalb freuen wir uns auf 2019 mit der Schauspielerin und Bloggerin.

Marie Nasemann, 29, macht den Eindruck, als würde sie ohne Probleme einen randlos gefüllten Terminkalender bewältigen. Früher war sie bei "Germany's Next Topmodel", heute steht sie als Schauspielerin auf der Bühne und setzt sich als Model auf ihrem Blog "Fairknallt" für nachhaltige Mode ein. 

Ihre Looks und Ideen zeigen, wie viel Stil fair produzierte Mode haben kann und dass wir uns von einem spießig, verstaubten Image der Nachhaltigkeit verabschieden müssen. Hauptberuflich aber spielt Marie Theater in Karlsruhe. Seit diesem Jahr ist sie Mitglied im Ensemble des Jungen Staatstheaters.

Wir haben mit Marie Nasemann gesprochen und sie gefragt, auf was sie sich 2019 am meisten freut.

Was war dein größter Erfolg im vergangenen Jahr? 

Ich durfte insgesamt drei Preise für meine Arbeit rund um meinen Fair-Fashion-Blog "Fairknallt" entgegen nehmen. Dass meine Arbeit nicht nur von Umweltverbänden wie dem Verein B.A.U.M., sondern auch von der Zeitschrift "Iconist" und dem "Look Magazin Wien" ausgezeichnet wird, zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Und das ist die beste Motivation weiter zu arbeiten.

Welche Herausforderung gab es dabei – und wie hast du sie gemeistert?

Die größte Herausforderung war für mich, meine Arbeit am Blog, Drehs und andere Jobs mit meinem Engagement am Jungen Staatstheater zu kombinieren. Das ging von der Stressbelastung schon ziemlich ans Limit. Auch weil ich oft zwischen Berlin und Karlsruhe hin und her pendeln musste. 

Aber dank der Unterstützung der Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, und meines sehr verständnisvollen Partners konnte ich das alles schaffen. Außerdem habe ich mich professionell coachen lassen, um mehr Struktur in meine Arbeit zu bringen, leichter Entscheidungen zu treffen und auch um öfter mal nein zu Dingen sagen zu können. Die Arbeit mit der Coachin hilft mir also, klar meine Bedürfnisse an mein berufliches und privates Umfeld zu formulieren.

Was ist dein persönlicher Wunsch für 2019? 

Ich wünsche mir mehr Ruhe und Gelassenheit. Dabei möchte ich meine langfristigen Ziele durch das Abwickeln von täglichen Aufgaben und Jobs nicht aus den Augen verlieren. Insgesamt mehr Sein als Machen. 

Was brauchst du, um es umzusetzen?

Ein paar nervige, bürokratische Dinge, die ich vor mich hinschiebe müssen vom Tisch, um befreit ins neue Jahr zu starten. Dann möchte ich jeden Tag, zumindest eine halbe Stunde, etwas alleine für mich tun, das nichts mit meinem Beruf zu tun hat und mir einfach gut tut und Spaß macht. Kochen, Malen, Spazieren gehen, Singen, Lesen. Ganz egal. Die neuen Ideen kommen dann von ganz alleine.

19 für 2019

Sie helfen Menschen in Not, retten Bäume für das Klima, kämpfen für faire Löhne, engagieren sich gegen Rechts, streiten für Gerechtigkeit und sind ganz einfach Vorbilder: Wir stellen 19 junge Menschen vor, die uns 2018 inspiriert haben – und von denen wir 2019 noch viel hören werden. Hier geht es zur Übersicht


Gerechtigkeit

19 für 2019: Hannah Hübner heißt Geflüchtete willkommen
Deshalb freuen wir uns auf 2019 mit der Aktivistin.

Als Hannah Hübner, 30, die fragwürdigen Plakate des Innenministeriums sah, dachte sie: Jetzt ist Zeit, etwas zu unternehmen. Für 1000 Euro extra sollten Geflüchtete dazu bewegt werden, bis Ende des Jahres auszureisen. Titel der Kampagne: "Dein Land. Deine Zukunft. Jetzt." 

Die Eventmanagerin hielt dagegen und startete eine Petition. Sie forderte: Die Plakate müssen weg und Innenminister Horst Seehofer zurück nach Bayern. Mehr als 30.000 Menschen unterschrieben. (bento)

Zwar sind sowohl Plakate als auch Seehofer noch da – aber das Ministerium lud Hübner zu einem Termin. Dort sprach sie zusammen mit Migrationsverbänden vor und machte klar: Diese Kampagne war Mist.

Wir haben mit Hannah Hübner über ihr aufregendes Jahr gesprochen – und was sie sich für das kommende vorgenommen hat.