Bild: Pixabay

Igel haben viele nützliche Fähigkeiten. Sie können sich zum Beispiel zu einer abschreckenden Stachelkugel einrollen, wenn sie Gefahr wittern. 

Etwas, das Igel aber leider nicht können: durch Wände gehen. Das wäre allerdings nützlich für sie – denn gerade in Städten gibt es allerlei Hindernisse, die Igel daran hindern, von einer Grünfläche zur nächsten zu laufen. Und das mindert die Igel-Lebensqualität deutlich.

In London kommt nun ein Mann den Igeln zur Hilfe: Michel Birkenwald, eigentlich Juwelier, setzt seine Schleif- und Bohrfähigkeiten dazu ein, Igeltunnel zu bauen. (Treehugger)

Sein Projekt "Barnes Hedgehogs", benannt nach dem Viertel, in dem Birkenwald wohnt, hat er vor vier Jahren ins Leben gerufen und selbst finanziert. Und das, was er dabei tut, ist denkbar einfach: Er bohrt Löcher in Wände und Zäune, durch die Igel hindurch laufen können. Die kleinen Durchgänge kennzeichnet er dann mit der Plakette "Hedgehog Highway" – also Igel-Autobahn – damit sie niemand aus Versehen wieder verschließt.

So sieht das dann aus:

Was erst mal etwas putzig klingt, hat dabei einen ernsten Hintergrund: Die Igel-Population in Großbritannien geht stetig zurück. Daniel Allen von der Keele Universität in Staffordshire zufolge gab es in den 1950ern noch 30 Millionen Igel, jetzt sind es unter einer Million. 

Ein Erklärung dafür ist, dass die zunehmende Bebauung den Igeln das Leben erschwert, da sie sich nicht mehr frei bewegen können. Den Briten geht der Igel-Rückgang besonders nahe – der Igel ist so etwas wie das inoffizielle Wappentier der Insel, wie eine Abstimmung der BBC im Jahr 2013 ergab. (BBC)

Hier siehst du Birkenwald bei der Arbeit:

Neben Michel Birkenwald gibt es deshalb auch andere, die sich für Igel einsetzen – die Igelschutzgruppe "Hedgehog Streets" beispielsweise, der sich über 47.000 freiwillige Helfer, die "Hedgehog Champions", angeschlossen haben. Die "Hedgehog Champions" versuchen auch, Zaunhersteller zu ermutigen, schon bei der Produktion Löcher in ihren Zäunen unterzubringen – um Michel Birkenwald und anderen ihre Arbeit etwas zu erleichtern. 

Zwar hätten die Hersteller teilweise Bedenken, dass auch andere Tiere durch die Zäune kommen. Generell seien die meisten Menschen aber sehr offen, wenn es darum geht, Igeln zu helfen, so Emily Wilson von "Hedgehog Streets": "Alle scheinen Igel zu lieben." (Atlas Obscura)

Bis Igellöcher Standard in handelsüblichen Zäunen werden, muss Michel Birkenwald aber wohl noch ein bisschen bohren. Ein Dienst, den zu leisten er gern bereit ist. Über sein Projekt sagt er: "Ich bin bloß ein durchschnittlicher Typ, der sich entschieden hat, einem unserer süßesten Säugetiere zu helfen."


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