Bild: Too Good To Go

18 Millionen Tonnen Gewicht, das sind 300 Millionen prallgefüllte Biomülltonnen oder knapp 600.000 volle Schiffscontainer – so viel also, dass man es sich gar nicht richtig vorstellen kann. 18 Millionen Tonnen, so viele Lebensmittel werden laut WWF jedes Jahr allein in Deutschland weggeworfen. Weltweit sind es laut der Welthungerhilfe sogar 1,3 Milliarden Tonnen.

Brot, Fleisch, Äpfel und Tomaten: Vor allem in der Gastronomie und im Handel landen viele Lebensmittel im Müll, obwohl man einen Großteil davon eigentlich noch essen kann. Wir werfen so große Mengen weg, dass selbst Tafeln oder andere soziale Einrichtungen nicht alles davon verwenden können – es ist einfach zu viel.

Hinzukommt, dass all diese Lebensmittel irgendwann einmal hergestellt und transportiert wurden. Das braucht jede Menge Ressourcen – genauso, wie die Lebensmittel hinterher wieder zu entsorgen.

Schluss mit der Verschwendung!

Das dachten sich einige Initiativen und Startups – und entwickelten Apps, um gegen die Wegwerf-Kultur zu kämpfen. Weltweit gibt es inzwischen zahlreiche davon, etwa in Kanada oder Dänemark. Auch in Deutschland tauchen immer mehr solcher Apps auf, wir stellen euch vier davon vor.

(Bild: Foodsharing)
Foodsharing (für Android)

Lebensmittel teilen statt wegwerfen, so lautet der Slogan von Foodsharing. Die Idee: Wer Lebensmittel übrig hat, kann sie über die App oder die Internetseite von Foodsharing in virtuellen Essenskörben anbieten. Und wer auf der Suche nach Milch, Zucker oder Äpfeln ist, kann die echten Essenskörbe abholen. 

Eine andere Möglichkeit ist, das Essen in öffentliche Verteilstellen zu bringen, in die "Fair-Teiler". Das sind zum Beispiel Kühlschränke oder Regale, die in Bäckereien oder Kiosken stehen, weil die Besitzer beim Foodsharing mitmachen wollen.

Das Ganze ist für alle Beteiligten umsonst. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter von Foodsharing wollen kein Geld damit verdienen. Vielmehr wollen sie dazu beitragen, dass wir Lebensmitteln wieder mehr wertschätzen.     

Foodsharing gibt es seit Dezember 2012, mittlerweile nutzen rund 200.000 Leute die Plattform. Außerdem gibt es 3500 Kooperationspartner wie Supermärkte oder Bäckereien.

Too Good To Go (für iOS und Android)

Teller statt Tonne, sagt Too Good To Go. Die Idee: Bäckereien, Cafés, Hotels oder Restaurants bieten übrig gebliebenes Essen für wenig Geld an. Hungrige können sich über die App informieren, welche Angebote es in ihrer Nähe gibt. Haben sie etwas Passendes gefunden, bezahlen sie es über die App und holen es kurz vor Ladenschluss ab.

Too Good To Go denkt sogar noch ein bisschen weiter und stellt biologisch abbaubare Verpackungen her. Von jedem Verkauf bekommt das Startup einen Euro. 

Too Good To Go hat sich 2015 in Dänemark gegründet, seit Anfang 2016 gibt es die App auch in Deutschland; momentan machen hier 300 Betriebe mit.

In Dänemark hat das Startup im vergangenen Jahr mehr als ein Prozent der Lebensmittel in der Gastronomie gerettet. Das klingt nach nicht so viel, es sind aber immerhin einige Tonnen. Das deutsche Team will das jetzt auch bei uns erreichen.

"Ich habe diese zusammenhängenden Kartoffelscheiben am Spieß im Tineretului Park in Bukarest, Rumänien gegessen. Wer liebt nicht Kartoffelchips?"
"Das Tempura habe ich auf dem 'Camden Market' in London gegessen. Ich habe verschiedene probiert, das hier, mit einer Mischung aus Gemüse und Fleisch, war das leckerste."
"Das Bild habe ich auf dem 'Beer and Burger Fest' in Ljubljana aufgenommen. Man findet dort die Burger der besten Restaurants und Pop-Up Restaurants Sloweniens."
"Es ist eine Art sehr süßer Apfelsaft in einer ungewöhnlichen Farbe. Als ich gesehen habe, wie Dampf aus dem Becher steigt, musste ich ihn probieren." – Wangfujing, Peking, China
Seepferdchen am Spieß findet man vor allem in China öfters mal an Straßenbuden, als kleinen Snack auf die Hand. Wir würden allerdings nicht empfehlen, sie zu essen: Seit 2004 stehen sie unter Artenschutz.
"Die 'Churreria Manuel San Román' ist ein kleiner alter Laden in der gotischen Altstadt Barcelonas. Man muss lange anstehen, aber dafür sind die Churros heiß und frisch, wenn man sie auf die Hand bekommt."
"Das Bild habe ich in Erfurt aufgenommen. Die mit Puderzucker bestäubten Waffeln schmecken besonders gut zu einer Tasse Kaffee."
"Tapioka Perlen sind ein typisches Dessert in Thailand. Ich habe sie nicht probiert, aber ich nehme an, dass sie süß schmecken mit einem leichten Kokos-Aroma."
"Nachdem man sich durch die knusprig frittierte Kruste gearbeitet hat, trifft man die cremige Krabbenfüllung. 'Crack-Bällchen' nennt man dieses Gericht von 'Hanks' auch, wegen ihres großen Suchtpotentials." – Southbank Centre Food Market, London
"Der 'Ice Scramble' besteht aus Crushed Eis, Zucker und Bananenextrakt. Er wird mit etwas Milchpulver bestäubt, Schokoladensirup übergossen und als Topping gibt es Mini-Marshmallows und Waffelröllchen." – Paoay, Philippinen
"Dieses sogenannte 'Super Food' habe ich auf dem 'Camden Market' in London gegessen. Es besteht aus Chia Samen, Salat, Avocado, Granatapfel und etwas Brot."
"Shio Taky schmeckt nach Sommer. Der salzige Barbecue-Geschmack passt perfekt zu dem Klang der Straßen und den traditionellen Szenen auf dem 'Awa Odori' Sommer-Festival in Koenji, Tokio."
"Ich habe dieses Bild bei 'Ellie’s Bistro' in Bratislava in der Slowakei gemacht. Es ist ein Omlette-Sandwich mit Bacon, das salzig schmeckt und sehr knusprig ist."
"Austern sind normalerweise kein Street Food. Auf dem Street Food Market 'Bite Club' in Berlin gab es sie trotzdem, ganz klassisch mit Zitrone."
"Der Geschmack ist sehr schwer zu beschreiben; es ist eine herzhafte Rindfleisch-Gemüse-Suppe. Ich habe sie auf dem Straßenfest 'Kapitulska street’s courtyards' in Bratislava gefunden."
"Dieses Bild zeigt ganz traditionelles Street Food aus Bangkok in Thailand. Aus frischem Gemüse zubereitet konnte es nur wunderbar schmecken – so war es dann auch."
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MealSaver (für iOS und Android)

Make a deal, save a meal – das hat sich MealSaver auf die Fahne geschrieben. Das Berliner Startup hat einen ähnlichen Ansatz wie Too Good To Go.

Auch MealSaver bringt Gastronomie und Verbraucher zusammen, um Lebensmittel zu retten. Was am Ende des Tages übrig ist, wird von Gastro-Betrieben über die App angeboten. Nutzer können sich anschauen, was es gibt und wie viel es kostet, das Essen dann über die App bezahlen und schließlich in einem bestimmten Zeitraum abholen. Auch bei MealSaver gibt es biologisch abbaubare Boxen für das Essen.

MealSaver hat mittlerweile rund 27.000 Nutzer in Berlin, Hamburg und Köln. Gut 300 Betriebe machen mit.

(Bild: MealSaver)
FoodLoop

Lebensmittel für die Welt retten und damit Geld verdienen – seit 2014 gibt es das Kölner Unternehmen FoodLoop. Bei dem steht nicht die Gastronomie, sondern der Handel im Fokus: Supermärkte sollen nachhaltiger wirtschaften und weniger Lebensmittel wegwerfen. 

Die Idee: Über eine App können Supermärkte ankündigen, welche Lebensmittel gerade günstiger sind, weil ihr Haltbarkeitsdatum bald abläuft. Verbraucher können so ganz gezielt günstig einkaufen und Geld sparen. Das Ganze funktioniert über spezielle Barcodes auf dem Essen, in denen das Haltbarkeitsdatum gespeichert ist.

Bis 2020 soll es die App weltweit geben, momentan wird sie allerdings noch entwickelt.

Kochst du wie die Mehrheit, und kaufst du auch wie sie ein? Vergleiche dich mit unserem Quiz! 

Gerechtigkeit

"Erdogan würde sich nie zum Diktator aufschwingen"
Hier begründen sechs Türken, warum sie Erdogan unterstützen.

Erdogan darf die Türkei in ein Präsidialsystem umwandeln: Bei dem Referendum am Sonntag stimmte eine Mehrheit der Bürger für eine entsprechende Verfassungsänderung (bento). In der Türkei selbst war das Ergebnis knapp; etwa 51 Prozent stimmten dort für das Präsidialsystem. In Deutschland hingegen fiel das Ergebnis sehr viel deutlicher aus (bento):

Nach vorläufigen Ergebnissen stimmten 63,2 Prozent der in Deutschland lebenden türkischen Staatsbürger für die Verfassungsänderung.

In Deutschland lebende Türken durften bereits vorab ihre Stimmzettel in den Konsulaten abgeben. Viele gelten als Unterstützer Erdogans – und damit als Unterstützer eines politischen Systems, das nur wenig mit Gewaltenteilung zu tun hat. 

bento hat sechs von ihnen gefragt, warum sie Erdogan unterstützen.