Ein Samstag vor Pfingsten, in einem Supermarkt in Wien. Eine Kundin will einkaufen – und bleibt verwundert vor der Obsttheke stehen. Von unten bis oben sind die Regale mit frischem Obst aufgefüllt. Leuchtend rote Erdbeeren, frische Ananas, alles schön eingepackt in Plastik.

Es sieht aus, als ob der Supermarkt gerade erst öffnet. Tatsächlich ist es zehn Minuten vor Ladenschluss – mit den beiden Pfingstfeiertagen wird der Supermarkt erst am Dienstag wieder öffnen. 

Es ist klar: Fast alles, was hier im Regal liegt, wird weggeschmissen.

Das fragte die Kundin, Nina Brenner, auch einen Verkäufer. Das Foto der Obsttheke und was der Verkäufer antwortet, postet sie auf der Facebook-Seite der Supermarkt-Kette:

WIEN - Supermarkt im 1. Wiener Bezirk an einem Pfingstsamstag 10 Minuten vor Kassenschluss. (Ja - in Wien machen die...

Posted by Nina Brenner on Samstag, 3. Juni 2017


Demnach wird das Obst tatsächlich weggeworfen. Es ermäßigt anzubieten, bringe laut dem Verkäufer nichts – es passe nicht zu den Kunden im 1. Bezirk. Der 1. Bezirk ist ein reiches Viertel in der Wiener Innenstadt (Die Presse). Die Logik des Supermarktes: Wohlhabendes Kunden kann man nicht mit Dumping-Preisen konfrontieren, ihnen muss man immer volle Theken bieten.

Nina schreibt, ihr habe es die Sprache verschlagen: 

"Mir ist bekannt, dass leider viel zu viel weggeworfen wird, aber in diesem Ausmaß hab' ich es noch nie erlebt."

Ihre Einschätzung teilen viele: Knapp 6000 Likes hat der Post in den vergangenen fünf Tagen gesammelt, 1000 Mal wurde er geteilt. In mehr als 380 Kommentaren diskutieren Nutzer die Lebensmittelverschwendung.

Auch Merkur, die Supermarkt-Kette, hat sich in einer Stellungnahme entschuldigt – gibt aber den Kunden eine Mitschuld.

Den Vorfall nehme man ernst, heißt es in der Antwort. Aber Lebensmittelhändler seien nun mal in einem "Spannungsfeld": Auf der einen Seite müssen Supermärkte knapp kalkulieren, auf der anderen wollen Kunden aber auch eine große Auswahl. 

Merkur arbeite mit der Wiener Tafel und anderen wohltätigen Einrichtungen zusammen, denen die Kette so viel wie möglich übrig gebliebenes Essen weitergebe:


Das Problem betrifft also beide Seiten. Allein in Deutschland landen laut der Umweltorganisation WWF jährlich 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. 

  • Das liegt an der Planung in Supermärkten, die immer volle Regale präsentieren wollen.
  • Und es liebt am Kunden, der nur das "schönste" Obst will – und vieles zuhause wegwirft, obwohl es noch haltbar ist

Wie du besser mit deinen Lebensmitteln planen kannst, erfährst du hier:


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Schutz vor Vergewaltigung: Dieser Strohhalm erkennt Drogen in deinem Drink

Schülerinnen aus den USA haben etwas Geniales erfunden – einen Strohhalm, der vor Vergewaltigungen schützen soll. Die Funktionsweise ist einfach: Wenn du beim Ausgehen befürchtest, dass dir jemand etwas ins Getränk gekippt hat, kannst du mit dem "Smart Straw" einen zuverlässigen Schnelltest machen. 

Die drei 17- bis 18-Jährigen haben ihre Erfindung zum Patent angemeldet und arbeiten derzeit mit einem Designer an einem Prototyp des wiederverwendbaren Strohhalms. Welche Drogen er im Drink aufspüren kann, erfahrt ihr im obigen Video.