Bild: dpa/WWF-Indonesia
Auf Facebook drohen Menschen mit Boykott.

Krombacher kooperiert seit einem halben Jahr mit dem Konzern Nestlé und vertreibt die Eistee-Marke "Nestea". Das hat der Getränkehersteller auf Nachfrage von bento bestätigt. Zuvor hatten nur Branchendienste darüber berichtet, die Meldung blieb aber weitgehend unbeachtet. Nun kursiert ein Boykott-Aufruf bei Facebook, mehr als 60.000 Nutzer haben ihn bereits geteilt.

Warum ist die Kooperation mit Nestlé brisant?

Krombacher wirbt damit, sich für den Erhalt des Regenwaldes einzusetzen, schon seit Jahren. Am bekanntesten dürften die Spots sein, die auf das Regenwaldprojekt von Krombacher hinweisen.

Nestlé hingegen steht schon lange in der Kritik, weil das Unternehmen Palmöl für einige Produkte verwendet. Für den Abbau von Palmöl wird häufig Regenwald gerodet. Das bemängeln Umweltschützer, die Umweltorganisation Greenpeace führt deswegen seit Jahren eine Kampagne gegen das Unternehmen.

Wie kooperieren die Unternehmen genau?

Seit Januar 2018 vertreibt Krombacher nach eigenen Angaben über eine Unterfirma namens "N-Tea" die Eistee-Marke "Nestea", eines der Kernprodukte von Nestlé. Das im Eistee enthaltene Wasser kommt nach Angaben von Krombacher aus der Nähe von Würzburg und nicht von Nestlé.

Gibt es Kritik an der Kooperation?

Ja. Seit einigen Tagen kursiert bei Facebook ein Post, der auf die Partnerschaft der beiden Konzerne hinweist. Im Hintergrund ist das Bild eines ausgetrockneten Flussbettes zu sehen. Im Vordergrund steht:

Ab heute boykottiere ich Krombacher.

Der Beitrag auf der Facebook-Seite „Politik und Zeitgeschehen“ wurde inzwischen mehr als 60.000 Mal geteilt. Auch in den Kommentaren unter dem Post sammelt sich die Kritik. Ein Nutzer schreibt: "Werben für die Rettung des Regenwaldes und dann sowas". (Facebook)

Was sagt Krombacher dazu?

Krombacher versichert, dass der in "Nestea" enthaltene Tee aus nachhaltigem Anbau stamme und den Maßstäben der Rainforest Alliance entspreche. Das Produkt werde von Refresco, "einem anerkannten Abfüller" hergestellt. Es entspreche den Nachhaltigkeitsmaßstäben Krombachers.

"Wir werden dies in Zukunft noch transparenter kommunizieren, um sicher zu stellen, dass es auch zukünftig nicht zu Missverständnissen kommt."

Zur Problematik der generellen Zusammenarbeit mit Nestlé wollte sich Krombacher im Gespräch mit bento nicht äußern.

Warum ist Nestlés Ruf so schlecht?

  • Nestlé ist der weltweit größte Hersteller von Lebensmitteln.
  • Nach eigenen Angaben gehören mehr als 2000 Marken zu dem Konzern.
  • Darunter sind beispielsweise Marken wie Maggi, Kitkat, Nespresso und die Eistee-Marke "Nestea".

Doch mindestens genauso groß wie der Konzern selbst ist auch sein schlechter Ruf.

Das Unternehmen ist in eine lange Serie von Skandalen verwickelt. Besonders wichtig: "Nestlé Waters". Der Unternehmenszweig ist in 34 Ländern mit 95 Produktionsstandorten aktiv. Darunter sind auch einige afrikanische Länder, in denen das Wasser besonders knapp ist.

Während die Menschen in diesen Ländern unter Dürren leiden, macht das Unternehmen Milliardenumsätze. Dazu kauft es von staatlichen Behörden das Recht, Grundwasser fördern zu dürfen. Das wird später gereinigt und als Trinkwasser in Plastikflaschen verkauft. (orange)

Besonders brisant für Krombacher:

  • In vielen Nestlé-Produkten ist Palmöl enthalten.
  • Der Rohstoff wird vor allem bei der Verarbeitung von Schokolade, Kosmetikartikeln und Babylotion genutzt.
  • All diese Produkte hat Nestlé massenweise in seinem Sortiment.

Gewonnen wird der Stoff aus der sogenannten Ölpalme. Um diesen abzubauen, werden häufig große Flächen von Regenwäldern abgeholzt. Zwar hatte sich Nestlé zum Ziel gesetzt, künftig auf Palmöl von Zulieferern zu verzichten, die beim Abbau Regenwald vernichten. (Nestlé)

Laut Greenpeace gelingt das bis heute nicht völlig. Den Recherchen der Umweltorganisation zufolge soll Nestlé auch noch im Jahr 2018 Palmöl genutzt haben, für das ein Zulieferer große Flächen von Regenwald zerstört haben soll. (Greenpeace)


Today

Alexander Gauland ist nicht der erste Politiker, dem beim Baden seine Kleidung abhanden kam
John Adams Reaktion ist überraschend.

Dem AfD-Parteivorsitzendem Alexander Gauland wurden jüngst während eines Badeausflugs die Klamotten entwendet. Daraufhin wurde die Polizei gerufen, die Alexander Gauland nach Hause eskortierte. (bento)

Rund 190 Jahre zuvor, als die Schriftstellerin Anne Royall eines Tages den damaligen US-Präsidenten John Adams beim morgendlichen Nacktbaden im Potomac River überraschte, schaltete sie ziemlich schnell: Sie sammelte dessen Kleidung zusammen und konfiszierte diese kurzerhand, indem sie sich auf den Kleiderstapel setzte. So bekam die Journalistin ein Interview mit einem Präsidenten der USA – als erste Frau überhaupt! 

Wie Adams auf diesen Vorfall reagierte, siehst du im Video.