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Zwei Erkenntnisse einer neuen Studie

Der Mensch macht den Klimawandel. Darüber sind sich die allermeisten Forscher einig. Durch unseren Konsum und die rasante Industrie gelangen mehr und mehr Schadstoffe in die Atmosphäre. Sie heizt sich auf, Wetterphänomene und Erderwärmung sind die Folge.

Nun versuchen Politik und Industrie langsam gegen fossile Brennstoffe vorzugehen – weg von Kohle und Öl, hin zu erneuerbaren Energien. 

Tatsächlich gibt es für den Klimawandel aber ein noch viel größeres Problem: Massentierhaltung.

Forscher haben nun erstmals untersucht, wie rasant die Fleisch- und Milchindustrie zur Erderwärmung beiträgt. Das Ergebnis: 

Die fünf weltgrößten Fleisch- und Molkereikonzerne sind für mehr Treibhausgas-Emissionen verantwortlich als die großen Ölkonzerne.

Der Betrieb, der für dein Steak verantwortlich ist, schadet der Umwelt damit mehr als Shell oder BP. Oder etwas plakativer: Stell dir einfach vor, an Tankstellen kann man Schweineblut statt Benzin zapfen.

Der Bericht zeigt, welche zentrale Rolle diese Unternehmen bei der Verursachung des Klimawandels haben.
Shefali Sharma

Das sagt Shefali Sharma, Leiterin des Institute for Agriculture and Trade Policy (IATP), das die Studie mit der Umweltorganisation Grain erarbeitet hat.

Die beiden Kernaussagen des IATP-Papiers:

1

Wächst die Branche so weiter, werde der gesamte Viehbestand bis 2050 etwa 80 Prozent des Treibhausgasbudgets der Erde verbrauchen.

Die Studie definiert diese Betriebe als die größten Klimasünder:

  1. JBS, der größte Fleischkonzern der Welt, aus Brasilien
  2. Tyson Foods, ein Fleischkonzern aus den USA
  3. Cargill, ein Fleischkonzern aus den USA
  4. Dairy Farmers, ein Milchproduzent aus den USA
  5. Fonterra, ein Milchproduzent aus Neuseeland

Deutschlands größter Molkerei-Konzern DMK steht auf Platz 21, der Fleischkonzern Tönnies belegt Rang 24.

2

Um den weltweiten Temperaturanstieg wenigstens auf zwei Grad Celsius einzudämmen, müsste jeder bis 2030 jährlich nur noch 22 Kilo Fleisch essen. 

Das wäre viel Engagement: Statistisch gesehen verzehrt momentan jede Deutsche und jeder Deutsche etwa 60 Kilo im Jahr (Statista). In den USA ist der Pro-Kopf-Verbrauch sogar doppelt so hoch.

Und das Klima ist damit noch nicht ausreichend geschützt: Bis 2050 müsste der Fleischkonsum dann sogar auf 16 Kilo pro Person sinken. 

Wie kann die Massentierhaltung überhaupt für so viele CO2-Emissionen verantwortlich sein?

Zum einen die Kühe: Sie furzen bei ihrer Verdauung Methan aus. Das ist ein schädliches Gas, das neben Kohlendioxid die Atmosphäre am meisten belastet.

Zum anderen die Produktion: Durch Haltung, Schlachtung und Transport verbrauchen die Konzerne Energie und stoßen Treibhausgase aus. 

Viele Konzerne verheimlichen diese Emissionen. Die meisten der 35 größten Fleisch- und Molkereiunternehmen berichten entweder gar nicht über ihre Treibhausgas-Emissionen oder klammern die Emissionen in der Lieferkette aus, sagen die Forscher. 

Nur vier Konzerne haben den Angaben zufolge vollständige, nachvollziehbare Emissionsdaten vorgelegt: Nestlé (Schweiz), Danone (Frankreich), Friesland/Campina (Niederlande) und NH Foods (Japan).


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