Spoiler: Gar nicht mal so gut

Am 30. November startet die Weltklimakonferenz in Paris. Was dort verhandelt wird, geht uns alle an; das wissen wir, zumindest unbewusst.

Nur: die katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels sind kaum greifbar. Zu abstrakt, als dass man sich vorstellen könnte, was wirklich auf dem Spiel steht.

Das amerikanische Forschungsinstitut „Climate Central“ zeigt genau das nun überdeutlich: Mit interaktiven Foto-Slidern lässt sich nachvollziehen, was passiert, wenn die Temperatur auf der Erde ansteigt.

In Paris wird verhandelt, wie stark die Uno-Mitgliedsstaaten ihre Treibhausgas-Emissionen reduzieren wollen. Davon hängt ab, wie stark sich die Erde erwärmen wird. Zwei Grad? Vier Grad? Oder sogar noch mehr? Das sind die Szenarien, aufzuhalten ist die Erwärmung realistischerweise nicht mehr – so viel steht fest.

Aber was bedeuten diese Zahlen? Die Bilder des "Climate Central" zeigen es. Auf ihnen ist zu sehen, wie Städte auf der ganzen Welt im Jahr 2100 aussehen werden – je nachdem, wie stark sich die Erde bis zum Jahr 2100 erwärmt:

  1. Um zwei Grad (Slider nach links ziehen). Hier würden sich die Auswirkungen an den meisten Orten noch in Grenzen halten, aber: dieses Ziel ist sehr ambitioniert, angesichts des heutigen CO2-Ausstoßes.
  2. Um vier Grad (Slider nach rechts ziehen). Zum Vergleich: Falls wir unsere Emissionen nicht reduzieren, gehen Wissenschaftler von einer Erwärmung um über 4,5 Grad aus.

Die Schätzungen beruhen auf einer Studie, die im Oktober im wissenschaftlichen Journal Proceedings of the National Academy of Sciences erschienen ist.

So sieht die Prognose für Hamburg aus

Wie realistisch ist das 2-Grad-Ziel?
  • Die UNO-Staaten haben sich das Ziel gesetzt, die globale Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Nur so können katastrophale Konsequenzen vermieden werden, das ist schon lange Konsens. Dieses Ziel zu erreichen, wird schwer.
  • Rechtzeitig vor der Klimakonferenz in Paris haben bereits 146 Staaten ihre Vorschläge für die Reduzierung ihres Ausstoßes von Treibhausgasen eingereicht. Fachleute der Uno haben sie analysiert und schätzen: Würden die Vorschläge tatsächlich umgesetzt, würde sich die Erde bis 2100 um rund 2,7 Grad erwärmen. Damit wäre das Ziel verfehlt.
  • Ohne einen geringeren Ausstoß von Treibhausgasen befürchten Wissenschaftler einen Anstieg der Temperaturen von durchschnittlich über 4,5 Grad. Die Folgen: Landschaften werden zu Steppen, der Meeresspiegel steigt; das Wasser stünde noch höher, als es das 4-Grad-Szenario in den Bildern zeigt.
Mehr erfahren
  • Auf dieser Weltkarte des Forschungsinstituts kannst du sehen, welche Teile deiner Stadt bei einer Erwärmung um 2 bzw. 4 Grad unter Wasser stünden.
  • In dieser Übersicht werden die wichtigsten Fragen zum Klimawandel beantwortet: