Bild: Oliver Berg/dpa
Wir haben jemanden gefragt, der es wissen muss.

Der neue Bericht des Uno-Klimarates hat offengelegt, dass in den nächsten zehn Jahren gravierende Änderungen in der Weltklimapolitik stattfinden müssen (bento), um die Erderwärmung so gering wie möglich zu halten. Doch der Klima- und Umweltschutz kommt in vielen Nationen noch immer zu kurz. Auch in Deutschland wurden im vergangenen Jahr erhebliche Fehler in der Klimapolitik gemacht.

1 Der Dieselskandal und seine Folgen

VW, BMW, Daimler und etliche andere Autohersteller haben mit gefälschten Angaben zu ihren Dieselmotoren betrogen. Soweit so schlimm. Doch statt die Autobauer zu bestrafen, hat die Bundesregierung in der vergangenen Woche eine Einigung mit den Autoherstellern erzielt.

Da es in insgesamt 14 deutschen Städten bald ein Fahrverbot für die alten Dieselmodelle gibt, sollen sie möglichst schnell aus den "belasteten" Städten verschwinden. Statt die alten Modell umzurüsten gibt es jetzt die "Diesel-Umtauschprämie".

Diese Prämie liegt zwischen 4.000 und 10.000 Euro und kann von den betroffenen Fahrern beim Kauf eines neuen Autos genutzt werden. "Hier kann ein Benzin-Hybrid sparsamer sein als ein Diesel, obwohl er mehr CO2 ausstößt", sagt Martin Pehnt vom Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg zu bento. Denn es geht bei der Diskussion nicht um die CO2-Werte eines Diesel, sondern um die Stickoxide.

Er kritisiert die Haltung der Regierung in der Dieselkrise:

  • "Hardware-Nachrüstungen zur relevanten Minderung der Stickoxide wären unmittelbar wirksam und ein guter Weg gewesen", so  Pehnt. Der Energie-Experte hätte es für selbstverständlich erachtet, dass es Nachrüstungen auf Kosten der Automobilhersteller gibt. 
  • Mit der beschlossenen Umtauschprämie habe sich für die Hersteller aber der "goldene Weg eröffnet" noch einmal am Skandal zu profitieren, so Pehnt.

Aber was wäre die Lösung im Dieselskandal? Wer kein neues Auto kaufen will, müsse laut Pehnt zumindest eine kostenlose Nachrüstung erhalten, "ökologisch und aus Gerechtigkeitsgründen." Trotzdem sieht er auch eine Chance im Betrug von Audi, VW und Co: 

"Ich hoffe, dass aus dem Skandal ein Innovationsschub für neue Mobilitätskonzepte in Städten und für Elektrofahrzeuge entsteht."
Martin Pehnt vom Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg

2 Der Braunkohleausstieg

Mitte September begann die Räumung des Hambacher Forsts in der Nähe von Aachen. Hundertschaften der Polizei holten Aktivisten aus Baumhäusern, die gegen die Rodung des Waldes demonstrierten. Der Energieversorger RWE will den restlichen Wald abholzen, um in dem Gebiet Braunkohle zu fördern. 

Dabei soll die Stromversorgung durch Kohle innerhalb der nächsten 11 Jahre um 70 Prozent gesenkt werden. Auch Pehnt hat kein Verständnis für das Vorgehen: 

  • "Bezogen auf die Energiegewinnung ist die Braunkohle die klimaschädlichste Art der Stromerzeugung. Hier werden mehr als 150 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr produziert. Zudem betont er, dass bereits heute mehr Energie durch Sonne, Wind, Wasser und Biomasse erzeugt werde. 

Somit wäre ein Kohleausstieg bis 2030 laut Pehnt zwar "ehrgeizig, aber machbar."

Ein schneller Ausstieg ist entscheidend für die Erreichung der deutschen Klimaziele
Martin Pehnt, Institut für Energie- und Umweltforschung

Doch statt sich um Alternativen zu kümmern, räumte die Polizei den Wald, damit RWE ihn roden kann. Diese Pläne wurden in der vergangenen Woche nur durch ein Gerichtsurteil vorerst verhindert (bento). 

Aber der Forscher sieht auch noch weitere Baustellen: 

  • "Auch jenseits der Kohlekraft muss der Klimaschutz vorangehen. Im Energiemarkt beispielsweise passiert ebenfalls viel zu wenig. Wir brauchen eine sozial ausgestaltete CO2-Abgabe und ein Gebäudeenergiegesetz, dass konsequent auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz setzt", erklärt Pehnt.

Doch hier habe die Bundesregierung besonders in den vergangenen Monaten wenig getan, erklärt er. 


Gerechtigkeit

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