Bild: dpa; Montage: bento
In Sachen Umweltschutz wird es in Zukunft ziemlich düster.

Klimaschutz geht alle an. Deshalb treffen sich derzeit die Länder der Welt zur 22. Uno-Klimakonferenz in Marokko (bento). Am Freitagabend endet die Konferenz – dann soll ein Abschlussvertrag vorliegen, der neue Klimaziele für alle festlegt. In Paris wurde im vergangenen Jahr bereits ein erster Rahmen gesteckt (bento).

Eine erste gute Meldung steht jetzt schon fest: Am Freitagmittag haben 43 Staaten bekannt gegeben, ihre Energieversorgung komplett auf erneuerbare Energien umzustellen. Das heißt, sie wollen künftig auf den umweltbelastenden Abbau von Kohle, Öl und Gas verzichten (SPIEGEL ONLINE).

Der Haken: Es sind vor allem Schwellenländer aus Afrika, der Südsee und Asien – die Länder, die vom Klimawandel am härtesten getroffen werden (hier die Mitgliederliste). Energieriesen wie die USA, China oder auch Deutschland sind nicht dabei.

Viele sorgen sich nun, wie sich die USA künftig verhalten werden. Denn der gewählte Präsident Donald Trump leugnet den Klimawandel, aus dem Pariser Abkommen will er wieder aussteigen. Der US-Klimabotschafter Jonathan Pershing gab sich in Marokko zerknirscht: Man wisse nicht, was Trumps Regierung bringe. Aber er hoffe, dass sich die USA "weiter an internationalen Bemühungen gegen den Klimawandel beteiligen". (BBC)

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Was waren die bisherigen Klimaziele der USA?

Barack Obama hat gegen den Klimawandel gekämpft. Erst im September hatten die USA nach mehr als zehn Monaten endlich das Pariser Abkommen unterzeichnet (Uno Paris Agreement). Dort wurde unter anderem beschlossen:

  1. Die Erderwärmung soll bis zum Ende des Jahrhunderts auf unter zwei Grad Celsius begrenzt werden.
  2. Der Ausstoß von Treibhausgasen soll im gleichen Zeitraum signifikant sinken.
  3. Zusätzlich sollen reiche Industrienationen andere Länder beim Erreichen der Klimaziele unterstützen.

Das Abkommen ist verbindlich, es drohen allerdings keine Strafen, wenn sich ein Land nicht an die Ziele hält. Obama selbst hat den USA zwei konkrete Ziele verordnet:

  1. den CO2-Ausstoß bis 2025 um 26 bis 28 Prozent unter das Niveau von 2005 zu reduzieren und
  2. den Ausbau von erneuerbaren Energien zu fördern (White House).
Wie steht nun der neue Präsident Donald Trump zum Klimawandel?

Donald Trump leugnet den Klimawandel, er kann keine wissenschaftlichen Beweise für eine Verschlechterung des globalen Klimas erkennen. Legendär ist sein Tweet aus dem US-Wahlkampf, dass der Klimawandel in Wahrheit eine Wirtschaftslüge der Chinesen sei:

Trump will keinen Umweltschutz zu Lasten der amerikanischen Wirtschaft – das bedeutet: Ölförderung und Massentierhaltung gehen vor erneuerbaren Energien und alternativer Landwirtschaft. Speziell die Unterzeichnung des Pariser Abkommens hält Trump für einen Fehler, er versprach, es wieder aufzukündigen. (Hier seine Rede auf YouTube)

Kann Trump bisherige Klimaziele der USA als Präsident wieder kippen?

Ja, kann er. Das Pariser Abkommen ist eine freiwillige Verpflichtung, kein fester Vertrag. Mehrere Indizien sprechen dafür, dass Trump ihn tatsächlich aufkündigen wird und in Sachen Umweltschutz eine neue Linie einschlägt:

  • Die wichtige Environmental Protection Agency (EPA) hält Trump für unnötig. Sie wurde in den Siebzigerjahren gegründet und hat unter anderem die beiden wichtigen Bundesgesetze gegen Luft- und Wasserverschmutzung initiiert.

    Trump will zwar die Gesetze erhalten, aber die Arbeit der EPA gegen den Klimawandel einstellen. Im Übergangsteam hat er den Lobbyisten Myron Ebell mit der Abwicklung der EPA betraut ("The Guardian"). Ebell leugnet den Klimawandel, finanziert wird er vom Ölriesen Exxon.
  • Anstatt auf erneuerbare Energien zu setzen, will Trump die Öl- und Gasvorkommen auf US-Boden wieder stärker abbauen, um so neue Arbeitsplätze zu schaffen. Das umstrittene Fracking würde dann wieder zunehmen.

    Zuständig wird vor allem das Energieministerium. Das könnte an Sarah Palin gehen, die bereits im vergangenen Herbst Interesse bekundet hat. Unter anderem mit diesem Satz: "Gott hat Öl, Gas und Mineralien auf die Erde fallen lassen, damit die Menschheit es nutzen kann."
  • Auch ein finanzieller Anreiz spielt für Trump eine Rolle: Der designierte US-Präsident und mehrere seiner Vertrauten haben in die "Dakota Pipeline" investiert, eine Erdöl-Pipeline quer durch die USA. Der Bau wurde mehrmals gerichtlich gestoppt – nun könnte ihn Trump durchsetzen und mitverdienen (Grist.org).
Quellen:
  • Offizielle Seite der 22. Klimakonferenz in Marrakesch (cop22.ma)
  • Watchblog zur deutschen Beteiligung am COP22 (Germanwatch)
  • Most people are wildly underestimating what Trump’s win will mean for the environment (Vox)
  • Der US-Ökoverein Sierra Club über die Klimaziele von Donald Trump (Sierra Club)
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Natürlich werden trotzdem nicht alle Aspekte alltäglichen Handelns abgebildet, die einen Einfluss auf den ökologischen Fußabdruck haben – es ist lediglich eine Auswahl. Die Antworten zum Quiz werden unterschiedlich stark gewichtet, je nachdem, welchen Einfluss sie auf den ökologischen Fußabdruck haben.


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