Das Imperial Theater ist eine kultige Instanz auf dem Hamburger Kiez. In den Räumlichkeiten eines ehemaligen Pornokinos werden hier seit 2003 vor allem Krimis gezeigt – von Edgar Wallace bis Agatha Christie. Doch obwohl Mord und Totschlag hier jeden Tag nachgestellt werden, haben die Betreiber des Theaters ein großes Herz. Vor allem für Tiere.

In diesem Facebook-Post zeigen sie kurz und knapp, was sie von Pelzen halten:

Der November wird auch als "Erntemonat" für die Pelzindustrie bezeichnet. Wir finden, dass die Verwendung von Echtpelz als Modeaccessoire unzeitgemäß und doof ist.

Posted by Imperial Theater on Friday, November 4, 2016
Wir finden, dass die Verwendung von Echtpelz als Modeaccessoire unzeitgemäß und doof ist.


Das Hamburger Theater ist nicht der erste Laden, der sich zur pelzfreien Zone erklärt. Anfang des Jahres machte ein Züricher Club von sich reden, der Gäste in Echtpelzmantel oder mit Pelzkragen an der Tür abwies. Der Hiltl Club gilt als erster pelzfreier Club in Europa. Das Security-Team der Disko wurde von Tierschützern geschult und überprüft die Garderobe der Gäste genau.

Auch der Promi-Laden Mahiki in London ist pelzfrei, bereits seit 2014. Ein Schild am Eingang weist dezent darauf hin.

Wie stehst du zu Pelzen?

Pelzherstellung

Der vom Social-Media-Team angesprochene "Erntemonat" hat gerade begonnen. In der Pelzherstellung bezeichnet man das Töten und Häuten der Tiere als "Ernte". In Deutschland gibt es aktuell noch zehn Pelzfarmen, in denen vor allem Nerze leben. Dazu kommen private Kaninchen- und Chinchillazüchter, die ebenfalls der Pelzindustrie zuarbeiten.

Ein Großteil der verwendeten Pelze kommt allerdings aus dem Ausland, zum Beispiel auch Hunde- und Katzenpelze aus China werden in deutschen Modehäusern oft gefunden. Die Tierschutzorganisation Animals United erklärt, wie die dafür notwendige "Ernte" funktioniert:

"Übliche Tötungsmethoden auf Empfehlung des Europarates sind: Vergasung durch Kohlenmonoxid, Elektroschock, Genickbruch oder Giftinjektion. Bei der Elektroschockmethode wird den Tieren jeweils ein Stromstab, geladen mit 240 Volt, in den Anus und in das Maul eingeführt, sodass die Tiere innerlich verbrennen und das Fell unbeschädigt bleibt. Keine dieser genannten Tötungsarten gewährleistet, dass die Tiere schmerzfrei sterben." (Animals United)

Eine Milliarde Euro Jahresumsatz machen Pelzhändler in Deutschland nach Angaben des Deutschen Pelzinstituts. Importe aus China und Exporte nach China sind da allerdings nicht mit eingeschlossen. Ebensowenig der Schwarzmarkt. PriceWaterhouseCooper Italien geht deshalb von einem Marktvolumen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro aus. (Süddeutsche Zeitung)

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