Bild: Screenshot/Instagram

Was verbindet Paris Hilton mit zehntausenden deutschen Abiturienten? Die Antwort ist recht simpel: Sie war schon in Australien. 

Wie Millionen Menschen vor ihr, nutzte die Hotelerbin ihren Trip auf die Südhalbkugel, um ein paar neue Urlaubsfotos mit exotischen Tieren zu knipsen. Doch wer danach sucht, stößt auf Instagram derzeit auf einige Schwierigkeiten. Denn seit wenigen Wochen warnt das soziale Netzwerk vor Fotos, die Selfies mit bedrohten Tierarten zeigen. 

(Bild: Screenshot/Instagram)

Die Warnung wird immer dann angezeigt, wenn Nutzer nach Schlagwörtern wie #KoalaSelfie, #TigerSelfie oder #SlothSelfie suchen. 

Hinter den Hinweisen verbirgt sich ein zunehmendes Problem: Immer mehr Menschen nutzen Instagram, um spektakuläre Reiseziele und unbekannte Orte zu entdecken. Die Folgen davon sind bereits in zahlreichen Nationalparks zu spüren, in die jetzt nicht mehr einige tausend Besucher im Jahr, sondern pro Tag kommen und dabei oft Naturdenkmäler zerstören. (The Outline)

Auch für die Tierwelt hat der Exotik-Boom weitreichende Folgen. 

Die ersten Reiseanbieter haben bereits Selfie-Safaris im Angebot, bei denen es weniger um das Erleben als um das Produzieren von außergewöhnlichen Urlaubsmomenten geht. 

Für viele Teilnehmer gehören dazu auch Bilder mit Tieren, die in freier Wildbahn nur noch selten anzutreffen und bedroht sind. Nicht selten werden sie dafür extra abgerichtet und vorbereitet. 

Wie eine National-Geographic-Recherche ergab, werden viele der Tiere dafür extra in freier Wildbahn gefangen. 

Oft fristen Nasenbären, Koalas oder Papageien ein trostloses Dasein in engen Käfigen, nur unterbrochen von kurzen Ausflügen auf die Schultern westlicher Erlebnistouristen. Viele der Tiere leiden unter der ungesunden Dauerfütterung und dem Stress, den die ständige Nähe zu Menschen in der Gefangenschaft auslöst.

Die Tierschutz-Organisation World Animal Protection schätzt, dass die Zahl der Instagram-Selfies mit wildlebenden Tieren allein in den vergangenen drei Jahren um 292 Prozent anstieg. 

Die Plattform wirkt dabei, so sagen Kritiker, nicht nur als Schaufenster für bisherige Bilder, sondern regt auch immer neue Nutzer dazu an, sich mit Tieren in Szene zu setzen. Durch die belohnende Wirkung von Likes und Kommentaren fühlen sich immer mehr Menschen herausgefordert, besondere Momente am Fließband zu produzieren.

Bereits im Oktober hatte die Organisation deshalb eigene Verhaltenstipps veröffentlicht:

Inzwischen hat Instagram auf die Kritik reagiert und neben den bislang einzigartigen Warn-Hinweisen auch eine eigene Hilfsseite für den Umgang mit Natur und Tieren eingerichtet. Darin steht: 

"Pass beispielsweise gut auf, wenn du Geld für die Gelegenheit bezahlst, Fotos mit exotischen Tieren aufzunehmen, da solche Fotos und Videos unter Umständen ein Risiko für gefährdete Tierarten darstellen."

Denn, um Selfie-Koalas und anderen Tieren wirklich helfen zu können, ist nicht nur ein Kulturwandel im Internet notwendig: Hinter jedem Bild mit bedrohten Arten steht immer noch ein Mensch, der bereit ist, für diesen Moment am anderen Ende der Welt echtes Geld auszugeben.

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