Wer grillen kann, kann auch aufräumen!

An den Wahlzetteln, den Kommentarspalten und den Feuilletons kann man es ablesen: Wir sind eine gespaltene Nation. Die einen essen am liebsten Fleischkäse, die anderen nur noch Sojaschnitzel. Gibt es überhaupt noch Punkte, an denen die Deutschen zusammenfinden?

Die gibt es. Und sie liegen direkt vor unserer Haustür: auf den Grillwiesen der Nation.

Denn dieser Tage, wo die Temperaturen bundesweit über 20 Grad geklettert sind, eint ein Gefühl die Republik: 

Menschen, die ihren Müll überall herumliegen lassen, sind das Allerletzte.

Das Problem liegt dabei auf der Hand. Die Sonne scheint, man möchte das heimische Wohnzimmer gegen eine Grillwiese austauschen. Und damit man es dort ebenso nett hat, muss auch das wichtigste Zubehör mit: Bierflaschen, Kekspackungen, Kippen. Nur: Wohin mit dem Zeug, wenn die Flaschen leergetrunken, die Kekse weggekrümelt und die Kippen weggeraucht sind? Mülleimer sind oft überladen oder viel zu weit weg.

Die richtige Lösung wäre in diesem Fall: Müll zusammensammeln, so weit tragen, dass man ihn entsorgen kann. 

Was aber tatsächlich passiert: Die Leute lassen ihren Müll einfach liegen. Und nach einem sonnigen Sonntag sieht der Stadtpark aus wie eine Müllhalde.

Viele Parkbesucher haben von diesem Verhalten gehörig die Schnauze voll – und machen ihrem Unmut in den sozialen Netzwerken Luft. Wer sich dort umschaut, sieht, welche Dimensionen das Problem angenommen hat.

Von Hamburg...

...bis nach Mannheim,

von Leipzig...

...bis nach Köln...

...und selbst am Meer:

Überall gedeihen die Müllkolonien. Und den Instagram-Nutzerinnen und Nutzern geht das gehörig gegen den Strich. 

"Warum in anderen Ländern Grillen verboten ist", kommentieren sie ihre Bilder: "Kann man seinen Kram nicht einfach mitnehmen?" Und ganz einfach: "Was soll das?"

Hallo? Umwelt, anyone?

Noch mehr Müll:

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Die Frage, die bleibt: Wenn alle die zugemüllten Parks so schrecklich finden: Wieso sehen sie dann trotzdem jeden Samstagabend so mies aus?

Vermutlich, weil es einige gibt, denen ihre Umwelt im angeschwipsten Kopf dann doch egal ist. Und auch, weil die Vermüllung ein sich selbst verstärkender Prozess ist – wenn es auf der Wiese ohnehin schon aussieht wie bei Hempels unterm Sofa, dann fällt es auch dem Einzelnen nicht mehr so schwer, sein Kaugummipapier dort liegen zu lassen.

Vielleicht helfen die Bilder in den sozialen Netzwerken, Leute daran zu erinnern, dass Kleinvieh auch Mist macht. Und dass, wenn in dieser Hinsicht alle ein bisschen mithelfen, das Land zumindest ein kleines bisschen schöner werden kann. 

Wenn wir uns schon einmal bei einer Sache so einig sind.


Gerechtigkeit

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