Bild: Unsplash / Lukas Budimaier / Montage bento

Der Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will Fleisch künftig in zwei Kategorien unterteilen: in "Premium" und in "Normal". Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Die zwei "Tierwohl-Labels" – wie sie vom Minister genannt werden – sollen den Verbrauchern eine Orientierungshilfe sein, um bessere Kaufentscheidungen treffen zu können.

Viele Fragen sind dabei noch unbeantwortet und sollen wohl auf der Grünen Woche, die am 20. Januar in Berlin startet, geklärt werden. Ein großes Problem offenbart sich jedoch schnell: Sollte das, was in der Zweiklassen-Gesellschaft am Ende das Label "normal" bekommt, wirklich die Normalität sein?

Viele Menschen haben heute beim Kauf von Fleisch und Fleischprodukten ein mulmiges Gefühl, weil sie sich nicht sicher sind, ob die Tiere aus Massentierhaltung stammen, ob sie mit Antibiotika gefüttert oder qualvoll in einer Fabrik geschlachtet wurden. Zu Recht, wie Videos und Bilder von Tierschutzverbänden oder Presseberichte immer wieder zeigen. Oder diese 360-Grad-Aktion:

Der Alltag in deutschen Betrieben (von ausländischen brauchen wir gar nicht anfangen) beinhaltet keine glücklichen und lachenden Schweine. Sondern Mastsauen, die in engen Käfigen liegen, Ferkel mit abgeschnittenen Schwänzen und eitrigen Infektionen. Es ist also nicht normal.

Mit der neuen Kennzeichnung würden Tiere aus solchen Haltungsbedingungen aber am Ende genau dieses Label bekommen. Normal ist, was Menschen sich als "das Richtige" vorstellen, sagt der Duden.

Wirkt es auf Verbraucher künftig also tatsächlich abschreckend, wenn das Qualfleisch aus Mastbetrieben als "normal" ausgewiesen wird?

"So wie es sich die allgemeine Meinung als das Übliche, Richtige vorstellt"
Duden-Definition von "Normal"

Die Definitionen, welche Tierhaltung mit welchem Label versehen wird, will der Minister übrigens gemeinsam mit den Wurst- und Fleischproduzenten erarbeiten. Weil die natürlich am besten wissen, wie man Tiere "artgerecht" behandelt.

Dabei hatten geheime Videoaufnahmen erst im Oktober 2016 gezeigt, dass selbst CDU-Landwirtschaftsexperten und Bundestagsabgeordnete in ihren heimischen Schweinezuchten schreckliche Haltungsbedingungen in Kauf nehmen: "Viele Tiere haben blutig gebissene Schwanzstummel. Etliche husten, humpeln oder kommen kaum mehr hoch. In den Gängen liegen tote, verwesende Tiere, bei einem treten die Innereien aus." (SPIEGEL ONLINE)

Die Fleischindustrie zum Wächter über die Haltungs- und Schlachtbedingungen zu machen, ist bloßer Hohn.

Interessenkonflikte sind hier vorprogrammiert. Ohne unabhängige Aufsicht oder Überprüfung bewirkt der Vorschlag das Gegenteil von dem, was erreicht werden soll: Die Unternehmen können so selbst festlegen, was sie "vertretbar" finden und dem Verbraucher am Ende mit einem bunten Siegel weißmachen, dass das alles total normal sei.

Das sollte darf es aber nicht sein.

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Style

Jemand hat die kultigen Personen der Wes-Anderson-Filme als Lego-Figuren entworfen

Filme von Wes Anderson haben ihren ganz eigenen Zauber. Und die Charaktere darin ihre ganz eigene Schrulligkeit – von Steve Zissou (Bill Murray) in "Die Tiefseetaucher" über Scout Master Ward (Edward Norton) in "Moonrise Kingdom" bis zu M. Gustave (Ralph Fiennes) in "The Grand Budapest Hotel".

Einige der liebenswertesten Figuren hat sich der Designer Matt Chase jetzt zum Vorbild für eine Poster-Serie genommen. Als Lego-Männchen.