Bild: Jan Petter/bento
Wir haben Streikende gefragt, was sie über den Greta-Hype denken

In der U-Bahn-Station am Hamburger Gänsemarkt, wo sich morgens sonst meist Anzugträger tummeln, geht es am Freitag bunt und laut zu. Zug für Zug kommen immer mehr Schülerinnen und Schüler an, drängeln sich auf den Rolltreppen, bekleben die letzten Schilder. Seit Wochen geht das so. Doch heute ist hier besonders viel los.

Der Grund dafür ist 1,53 Meter groß, weltberühmt und heißt Greta: Greta Thunberg, die 16-Jährige Initiatorin von "Fridays for Future" hat für diesen Freitag ihren Besuch beim Hamburger Klimastreik angekündigt. Für viele Teilnehmende ist sie ein Vorbild. Vor Ort ist dann von Greta nur wenig zu sehen, sie wird gut abgeschirmt und läuft ganz vorn. In den vergangenen Wochen war viel los.

(Bild: Jan Petter/bento)

Denn für den Schulstreik von Greta und Zehntausenden anderen gibt es nicht nur Applaus. Seit Wochen kritisieren konservative Politiker, dass für den Streik vielerorts der Unterricht geschwänzt wird (was die jungen Klimaschützer dazu sagen, steht hier). Immer wieder wurde in Artikeln und Kolumnen über Greta nahegelegt, sie sei wegen ihrer Asperger-Erkrankung "nicht gesund" (SPIEGEL). 

Doch was sagen eigentlich die jungen Klima-Aktivisten selbst über den Greta-Hype? Welche Rolle spielt die 16-Jährige für sie wirklich? Und was denken sie, wie es mit der Bewegung weitergehen soll? 

Wir haben fünf junge Menschen in Hamburg gefragt:

Jule, 20, Studentin, zum ersten Mal da

(Bild: Jan Petter/bento)

Ehrlich gesagt ist Greta schon der Grund, dass ich heute hier bin. Eigentlich sollte es das ja nicht sein, ich sollte aus eigenem Antrieb oder aus idealistischen Motiven hier sein, aber naja. 

Das ist einfach spannend.

Ich glaube, dass Greta auch für viele junge Leute motivierend ist, hier dabei zu sein. Gleichzeitig kann ich mir schon gut vorstellen, dass sich viele auch angegriffen oder bedroht fühlen durch ihren Weg. Ich weiß auch nicht, wie ihr das gefällt, dass sie jetzt so krass im Mittelpunkt steht.

Junge Leute sind ja noch keine Wähler und hier sind schon viele sehr jung. Deshalb bin ich mir nicht sicher, was die Streiks bewirken – auch wenn man sie natürlich trotzdem ernstnehmen sollte. Erst recht, wenn man als Politiker über unsere Zukunft bestimmt.

Fritz, 19, macht ab März einen Freiwilligendienst

(Bild: Jan Petter/bento)

Ich finde es cool, dass Greta heute hier dabei ist und uns international so unterstützt. Aber eigentlich ist es noch viel wichtiger, dass diese vielen Leute heute alle da sind. Dass so viele gekommen sind, um uns zu unterstützen. Denn am Ende ist Greta eben auch nur eine von uns. Und wir stehen hier alle zusammen.

Ich finde, dass es nicht so sehr um den Hype um Greta geht.

Viel wichtiger ist eben, dass "Fridays for Future" eine große Sache ist.

Und das liegt nicht unbedingt an Greta, sondern daran, dass wir es geschaft haben, mit so vielen Menschen hier Woche für Woche dabei zu sein.

Deutschland muss seine Klimaziele aus dem Pariser Klimaabkommen erreichen. Es wäre für mich ein riesiger Skandal, wenn das nicht klappt. Gerade ist Amerika ja völlig unzurechnungsfähig. Deshalb kommt es darauf an, dass wir selbst aktiv werden und schauen, was wir tun können.

Anni, 33, Angestellte und als Ordnerin dabei

(Bild: Jan Petter/bento)

Ich verfolge den Streik schon länger, war aber noch nie dabei. Es ist einfach krass, wie Greta die Schülerinnen und Schüler mobilisiert.

Für mich persönlich ist ihr Besuch nicht wirklich wichtig.

Aber ich glaube, für viele ist sie ein Vorbild. Sie lebt vor, worum es hier geht. Ich finde es cool, wie konsequent sie ist. Sie hat eine natürliche Ernsthaftigkeit, die man ihr abnimmt.

Als ich noch zur Schule gegangen bin, gab es noch keine Streiks, die man über das Internet organisieren konnte. Aber ich war in der Welt unterwegs und habe gesehen, wie die Müllberge in vielen Ländern aussehen. Deshalb finde ich es unterstützenswert, was hier passiert. Als ehrenamtliche Ordnerin kann ich ein bisschen mithelfen, dass alles rundläuft.

Ich denke, wir müssen alle mehr tun, wenn wir den Klimawandel stoppen wollen. Weniger um die Welt jetten, mehr Müll trennen, gemeinsam als Gesellschaft etwas schaffen. Ich will sehen, dass Politikerinnen und Politiker sich wirklich einsetzen. Deshalb bin ich hier.

Luca, 17, Schüler, seit Dezember dabei

(Bild: Jan Petter/bento)

Es bedeutet mir sehr viel, dass Greta hier ist. Sie hat ja die ganze "Fridays for Future"-Bewegung gestartet und vielen Leuten die Augen geöffnet. Außerdem hat sie ihnen gezeigt, dass sie etwas bewirken können und gehört werden. Das hat sehr viele dazu gebracht, sich gegen den Klimawandel zu engagieren. Deshalb freue ich mich sehr, dass sie heute als Gast bei uns ist.

Ich finde, der Hype um sie ist total positiv.

Es hat uns geholfen, weil ihr Streik in allen Medien präsent war. Jetzt muss es jetzt genau so weitergehen wie in den letzten Wochen. Wir werden weiterstreiken, bis etwas getan wird. amer

Lara, 19, Abiturientin, macht im Orgateam mit

(Bild: Jan Petter/bento)

Ich glaube, Greta ist für viele Leute der Grund, dass sie heute hier sind. 

Sie ist der Starter und der Antrieb der Bewegung.

Viele sagen, dass es ja einen Hype um sie gibt. Aber ich glaube, dass es eigentlich eher Bewunderung ist. Dafür, dass sie das angestoßen hat, obwohl sie aus einem Land wie Schweden kommt, das in Sachen Klimaschutz eigentlich ja als sehr fortschrittlich gilt. Das war mutig.

Und das sollten auch die Politiker bei uns kapieren: Dass wir nicht hier sind, um die Schule zu schwänzen. Wir sind hier um zu streiken und zu demonstrieren. Nicht nur für unsere Zukunft, sondern auch für ihre.


Haha

Dieser Mann wurde von Tinder gesperrt, weil er mehr als 60 Profile erstellt hat
Hat es wenigstens funktioniert?

Ein Swipe nach rechts, zwei Swipes nach links, immer und immer wieder. Tindern wird schnell langweilig. Vor allem, wenn sich mit nach dem Matche kein richtiges Gespräch entwickelt – oder wenn es einfach ganz ausbleibt.

Wenn sich gar keine Matches ergeben, hängt das oft mit dem Profil zusammen. Denn bei dem Überangebot an Bekanntschaften, ist es schwer herauszustechen. Ein unvorteilhaftes Foto und ein langweiliges Profil? Das lädt schon zum Swipe nach links ein.

Ein Nutzer hat sich etwas anderes überlegt, um auf Tinder erfolgreich zu sein. 

Jake Arredondo hat mehr als über 60 Profile erstellt – und die sind ziemlich lustig. Ungefähr die Hälfte der Profile teilt der 28-Jährige auf seinem Instagram-Account mit mittlerweile 22.200 Followern. bento hat mit Jake gesprochen.

Das Konzept: 

Jake kopiert sein Gesicht auf Fotos mit Prominenten wie Kendall und Kylie Jenner und Taylor Swift  oder stellt berühmte Filmszenen nach. In die Profilbeschreibung kommt ein – oft sehr flacher – Spruch: