Drei Fragen, drei Antworten

Die sechs größten deutschen Städte investieren aus der Sicht von Greenpeace viel zu wenig Geld in einen sicheren Radverkehr. Städte wie Amsterdam und Kopenhagen investierten ein Vielfaches dessen, was die sechs größten deutschen Städte für den Radverkehr ausgaben.

Was hat Greenpeace in Zusammenhang mit dem Radverkehr in Deutschland untersucht?

Die Umweltschutzorganisation hat für die Untersuchung die öffentlichen Haushalte der sechs größten deutschen Städte Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt und Stuttgart unter die Lupe genommen. 

Demnach gibt Stuttgart 5 Euro pro Kopf und Jahr für den Radverkehr aus, Berlin 4,70 Euro und Frankfurt 4,30 Euro. Danach kommen Hamburg mit 2,90 Euro, Köln mit 2,80 Euro und München mit 2,30 Euro. Zum Vergleich: In Amsterdam sind es laut Greenpeace 11 Euro, in Kopenhagen sogar 35,60 Euro.

Wie sicher ist Radfahren in Deutschland?

Laut Statistischem Bundesamt kamen in Deutschland im vergangenen Jahr 382 Fahrradfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben. Während die Zahl der Verkehrstoten insgesamt zwischen 2010 und 2017 um 13 Prozent sank, blieb die Zahl der tödlich verunglückten Radfahrer nahezu konstant. Besonders schwere Folgen haben Unfälle mit Lastwagen. 

In Städten wie Amsterdam und Kopenhagen hingegen werde deutlich mehr Rad gefahren, gleichzeitig verunglückten Radfahrende etwa zehnmal seltener.

Was fordert Greenpeace?

"Die Bundesregierung muss Geld bereitstellen, damit Menschen mit dem Rad zukünftig sicher durch die Stadt kommen", sagte Greenpeace-Verkehrsexpertin Marion Thiemann. 

Bis zu 30 Prozent aller Autofahrten in Ballungsgebieten ließen sich auf das Fahrrad verlagern. Etwa die Hälfte der mit dem Auto zurückgelegten Wege sei kürzer als fünf Kilometer. Die Bedeutung des Rads im Verkehrsaufkommen steige kontinuierlich. 

Mit Pro-Kopf-Investitionen in der Größenordnung von 100 Euro könnten deutsche Städte ihren enormen Rückstand in der Radinfrastruktur aufholen, so Greenpeace.


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