So schlimm steht es um das größte Unterwasser-Paradies der Erde.

Das Great Barrier Reef verliert seine Farbe: Das größte Riff der Erde ist von einer schweren Korallenbleiche bedroht. Nur vier aus 520 Riffen in dem Areal seien nicht befallen, sagt der Meeresforscher Terry Hughes. Und bei den befallenen Riffen sehe es schlimm aus: Mehr als 95 Prozent fallen in die beiden obersten Bedrohungskategorien. Im Jahr 2002 waren nur 18 Prozent der Riffe in diese Kategorien gefallen.

Hughes leitet das Zentrum für Korallenriff-Studien am Australian Research Council (ARC). Am Dienstag hat das ARC eine Studie über die schweren Schäden am Great Barrier Reef veröffentlicht, dafür haben Wissenschaftler Luftbilder von 520 Riffen im Nordosten von Australien ausgewertet. (Link zur Studie, englisch)

Was ist das Great Barrier Reef?

Die untersuchten Riffe sind Teil eines riesigen Verbundes, der sich über die gesamte Ostküste Australiens erstreckt. Insgesamt ist das Great Barrier Reef 345.000 Quadratkilometer groß – und zählt als größte lebende Struktur des Planeten (Great Barrier Reef Marine Park Act 1975). Man kann also von einem großen Riff oder von Tausenden kleinen reden.

Fotostrecke: Wie das Great Barrier Reef heute aussieht
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Das Great Barrier Reef ist als Weltnaturerbe eingestuft. Es bietet mehreren hundert Korallenarten und rund 1500 Fischarten Lebensraum.

Hier kannst du es via Google Street Sea View erkunden.

“We’re seeing very severe bleaching in the northern part of the reef,” sagt Hughes über die nun untersuchten Luftaufnahmen. “And I think that just highlights how precarious the situation has become, whereby severe El Niño events, which happen every few years, are enough to trigger a bleaching event. And it wasn’t always like that.”

El Niño ist eine unregelmäßig auftretende Meeresströmung, die die Meere und auch die Luft erwärmt. Forscher sind sich uneinig, ob der Klimawandel Einfluss auf El Niño nimmt – und so die Meere immer wärmer macht.

Was genau ist Korallenbleiche?

Die Korallenbleiche hängt eng mit der Erwärmung zusammen: Je wärmer das Wasser, desto mehr stehen Korallen unter Stress. Als erstes stoßen sie dann Algen ab, die in ihnen leben. Bleibt das Stresslevel, können die Korallen sterben.

Die Algen-Organismen sind für die Färbung der Korallen zuständig. Werden sie abgestoßen, erbleichen die Korallen – das erste Zeichen, dass der Tod droht. (Nature.com)