Bild: Imago/Westend61

Du fragst im Restaurant nach Leitungswasser und der Kellner schaut genervt? Du willst einfach nur deine Trinkflasche auffüllen, traust dich aber nicht zu fragen – und deswegen füllst du sie heimlich auf der Toilette auf?

Let's face it: Deutschland hat ein Wasser-Problem.

Das soll sich ändern. Ein neues Projekt aus Hamburg will es schaffen, dass wir überall in der Stadt gratis Wasser bekommen. Und die Idee könnte sich auf weitere Städte ausweiten.

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Dieser Sticker klebt in den Schaufenstern von Läden, die bei der Aktion mitmachen.(Bild: Refill Hamburg )

Die Initiative heißt "Refill Hamburg", gestartet hat sie die Webdesignerin und Bloggerin Stephanie Wiermann. Eine Karte auf der Webseite zeigt an, in welchen Läden, Cafés, Restaurants oder Museen man gratis Wasser bekommen kann. Vor Ort helfen Sticker im Fenster, die richtige Location zu finden.

Natürlich gibt es bereits einige Orte, an denen die Stadt gratis Trinkwasser zur Verfügung stellt, zum Beispiel die Brunnen am Hamburger Flughafen oder in der Innenstadt. Es gibt auch schon Webseiten, wo User die Trinkwasserbrunnen in Deutschland eintragen können (Trinkwasser unterwegs).

Doch bei dem neuen Projekt geht es um mehr: Menschen sollen überall, schnell und kostenlos Wasser bekommen können.

Die Karte ist noch in der Testphase und erst seit einem Tag online; dementsprechend ist sie noch relativ leer. Offiziell soll "Refill Hamburg" Anfang April starten.

Schon vor dem offiziellen Start haben sich einige Läden in die Karte eingetragen.(Bild: Screenshot / Refill Hamburg )
Aus Leipzig habe ich bereits eine Anfrage bekommen.
Stephanie Wiermann

Stephanie gehe es dabei noch nicht mal hauptsächlich um das Wasser: "Ich lebe selbst seit vier Jahren plastikfrei und bin eine Vertreterin der 'Zero Waste'-Community", sagt sie zu bento. Sie will also vor allem den Müll reduzieren, der durch die Flaschen entsteht. (Mehr zu "Zero Waste" bei bento)

Kein Abfall? Was du aus deinen gebrauchten Dingen machen kannst:
In ihrem Buch "Wie wir es schaffen, ohne Müll zu leben: Zero Waste als Lifestyle" geben Hannah Sartin und Carlo Krauss praktische DIY-Tipps. Wir zeigen eine Auswahl.
Dafür brauchst du: 2 Stoffreste, aus denen sich zweimal 26 cm × 26 cm schneiden lassen. (Du kannst Größe, Farbe und Form auch frei wählen.) Außerdem: 1 Kordel, Band oder Schnur, ca. 70 cm lang.
So geht's: Für die Nähte mit einer Nahtzugabe von 0,7 cm arbeiten. Damit die Kanten nicht ausfransen, einmal ringsum mit Zick-Zack-Stich einfassen.
Dann die erste Naht (seitlich und unten) schließen. Danach wird der Tunnelzug entlang der Längskante oben genäht.
Hierfür kann man verschiedene Methoden anwenden, die einfachste ist, die Längskante einmal umzusteppen, 1,2 cm umschlagen und schmalkantig niedersteppen.
Jetzt wird die letzte Längsnaht geschlossen. Man näht nur bis zur Unterkante des Tunnelzugs und verriegelt anschließend die Naht. Mit einer Sicherheitsnadel die Kordel einfädeln. Fertig.
So geht's: Essigessenz mit Wasser verdünnt in eine Sprühflasche geben.
Wer den Essiggeruch als unangenehm empfindet, kann ein paar Tropfen eines ätherischen Öls dazugeben.
Diese Mischung verwenden die beiden als Allround-Putzmittel für den gesamten Haushalt. Da Essig antibakteriell wirkt, eignet er sich auch für die Reinigung von Küche und Bad.
Dafür brauchst du: 1 EL Kokosöl, 1 EL Bienenwachs (je höher der Anteil an Bienenwachs, desto fes- ter der Balsam), 1 EL Lanolin (kann auch durch Sheabutter ersetzt werden), 1 TL Honig
So geht's: Die Zutaten in einer Schale über dem Wasserbad langsam erhitzen, bis sie geschmolzen sind und man sie gut verrühren kann.
Flüssigkeit in die vorbereiteten Tiegel geben (diese sollten vor dem Befüllen ausgekocht oder mit Alkohol desinfiziert werden).
Mit einer Glaspipette den Farbextrakt in die noch flüssige Mischung geben und so lange rühren, bis sich die Farbe gleichmäßig verteilt.
Für die rote Farbe rote Bete in Wasser kochen. Wenn die Bete gar ist, das eingefärbte Wasser in ein Fläschchen geben und abkühlen lassen, dann mit etwas Alkohol (z.B. Wodka) mischen – für die Haltbarkeit.
Auch schön: Zimt oder Kakao ergeben einen schönen Braunton, Hibiskus einen violetten Hauch.
Und nicht vergessen: Die Bete essen! Mit etwas Essig und Öl und ein bisschen frischer Petersilie zum Beispiel.
Dafür brauchst du: 1 altes Handtuch, 1 Stück Stoff (am besten Biberbettwäsche oder Moltontuch), 1 Glas – Größe des Glases entscheidet Padgröße
So geht's: Handtuch und Moltontuch/Biberbettwäsche, mit Stecknadel aneinanderheften. Mit Schneiderkreide oder Bleistift die Konturen des Glases umfahren.
Die einzelnen Pads fixiert man, indem man sie mit Stecknadeln innerhalb des Kreises zusammenheftet.
Pads ausschneiden. Möglichst nah an der Kante aufeinandersteppen, abschließend mit Zick-Zack-Stich einfassen. Wer eine Overlockmaschine hat, kann den Rand damit einfassen.
Dafür brauchst du: 1 alte Plastiktüte, 1 Stoffrest, 1 Reißverschluss, passend zur Größe des Wetbags
Auch hier ist die Größe variabel. Reißverschlüsse sowie sonstiges Nähzubehör findet man auf den meisten Flohmärkten.
So geht's: Der Stoff wird zweimal auf 21 × 14 cm zugeschnitten, die Tüte ebenfalls. Am leichtesten geht es, den Stoff auf die Tüte zu legen und entlang der Konturen zu schneiden. Nicht feststecken, da man die Tüte beschädigen würde.
Mit einem Zickzackstich die Stoff- und Plastiklagen verbinden. Reißverschluss einnähen. Alle offenen Nähte schließen – und fertig ist der Wetbag.
Die Transportpalette (aus dem Super- oder Baumarkt) vertikal auf der langen Seite aufstellen.
Vorher die drei Bretter auf der Oberseite der Platte lösen und diese an der Unterseite verschrauben – so entstehen drei lange "Beete".
Als Füße verwendeten die beiden Restholz, dazu zwei Bretter möglichst gleicher Länge unten auf die lange Seite der Palette schrauben und mit einem Winkel oder einem Querbrett stabilisieren.
Zum Schluss die Beete mit Mulltüchern auslegen (geht auch: Jutesäcke oder Filz) und mit Erde befüllen. Die Tücher verhindern, dass die Erde beim Gießen aus dem Beet rieselt.
Palettenbeete eignet sich besonders gut zum Anbau von Gartenkräutern, da der Boden etwas erhöht ist, wird er leichter erwärmt, was die meisten Kräuter lieben!
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Ein Bericht über die englische Stadt Bristol inspirierte sie: Dort läuft die Aktion "Refill Bristol" bereits seit 2015. Damals war die Stadt europäische Umwelthauptstadt und startete viele Projekte wie dieses (Bristol Green Capital Partnership).

Sobald die Hamburg-Version läuft, will Stephanie das Logo und die Webseitengestaltung als Open Source für andere Städte zur Verfügung stellen.

Gibt es die Refill-Punkte also bald in ganz Deutschland? Es könnte sein: "Aus Leipzig habe ich bereits eine Anfrage bekommen", sagt Stephanie.

Im Quiz: Wie grün lebst du wirklich?

Als Grundlage für unser Quiz haben wir Informationen vom WWF (Living Planet Report, PDF), Green Peace ("Der ökologische Fußabdruck Deutschlands", PDF), Brot für die Welt, Footprint Deutschland und SPIEGEL ONLINEON verwendet.


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