Bild: dpa / Caroline Seidel
3 Fragen, 3 Antworten zum Urteil des Europäischen Gerichtshofs

Die Tomaten im Gemüsefach werden zu schnell matschig? Forscher versuchen mit Gentechnik unter anderem dagegen vorzugehen. Doch die Veränderung des Erbguts bei Pflanzen ist umstritten, vor allem die neuen Methoden.

Am Mittwoch hat der Europäische Gerichtshof entschieden: Neuere Gentechnikverfahren fallen unter die geltenden EU-Regeln. Damit gelten für Lebensmittel, die mit der sogenannten gezielten Mutagenese verändert wurden, spezielle Kennzeichnungspflichten im Supermarkt. 

1

Wie kam es zu der Entscheidung? 

Im konkreten Fall wollte ein französisches Gericht vom EuGH wissen, wie die europäischen Regeln zur Gentechnik auf bestimmte neue Verfahren anzuwenden sind. In der entsprechenden EU-Richtlinie aus dem Jahr 2001 sind gentechnisch veränderte Organismen (GVOs) definiert als Organismen, deren genetisches Material so verändert worden ist, wie es auf natürliche Weise nicht möglich ist. 

Allerdings sind ältere Mutagenese-Verfahren, die als sicher gelten, von den strengen GVO-Regeln ausgenommen. Dabei werden Änderungen im Erbgut erreicht, ohne dass fremde DNA eingefügt wird. 

2

Welches Problem gibt es mit der neuen Gentechnik?

Französische Verbände hatten in ihrer Klage argumentiert, dass mit dem technischen Fortschritt neue Mutagenese-Verfahren entwickelt wurden, mit denen gezielte Veränderungen in Genen möglich seien. Die könnten sich schädlich auf die Gesundheit des Menschen auswirken. Sie müssten daher speziell überprüft und gekennzeichnet werden. 

  • Dazu gehört unter anderem das Verfahren Crispr: Hier wird die Pflanzen-DNA sehr akkurat genetisch verändert. Die so genannte Gen-Schere verändert die DNA aber nur so, wie es auch natürlich passieren könnte. Dazu zerschneidet die Gen-Schere die DNA, die Pflanze versucht, den Schnitt zu reparieren. Das Problem: Funktioniert die pflanzeneigene Reparatur nicht, kann es zum Beispiel zu Bruchstellen in der DNA kommen, was das gesamte Erbgut verändern kann. (SPIEGEL ONLINE)

Die Luxemburger Richter folgten dieser Argumentation: Mit den neuen Mutageneseverfahren erzeugte Produkte wiesen größere Risiken auf. 

Ziel der EU-Regelung sei es aber, grundsätzlich schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu verhindern.

3

Wie regelt die EU jetzt den Umgang mit genmanipulierten Pflanzen?

In der Europäischen Union gibt es strenge Auflagen für genetisch veränderte Pflanzen, die auf Felder gepflanzt werden. Es gibt momentan zwei zugelassene, gentechnisch veränderte Pflanzen. In Deutschland werden sie aber nicht genutzt. Deutsche Supermärkte bieten ebenfalls eine gentechnisch veränderten Produkte an. Wenn beispielsweise Tomaten mehr als 0,9 Prozent verändertes Erbgut in sich tragen, muss das gekennzeichnet werden. (SPIEGEL ONLINE)

Es bleibt also weiterhin schwierig, dass auf deinem Teller genmanipulierten Tomaten oder andere Pflanzen und Gemüse landen. 

Mit Material von dpa 


Musik

Die Feuerwehr will nicht, dass Ed-Sheeran-Fans vor dem Hamburg-Konzert Alkohol trinken
6 Ratschläge der Feuerwehr

Ed-Sheeran-Fans in Deutschland hatten es in den vergangenen Wochen nicht so leicht, den Musiker auch live  sehen zu können. Nach langen Querelen in Düsseldorf fand das Konzert stattdessen in Gelsenkirchen statt (bento), in Berlin mussten tausende Fans wegen nicht-personalisierter Tickets vor der Hallentür stehen bleiben (bento).